ÖHV: Verzögerung bei Visa-Ausstellung vergrault Gäste

Hotellerie fordert effizientes Service am Gast

Salzburg/Innsbruck (TP/OTS) - Probleme wirft die Verzögerung bei der Visa-Ausstellung im Vorfeld der Fußball-EM auf. Die ÖHV fordert eine rasche Abwicklung.

Außer Frage steht für die Landesvorsitzenden der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Salzburg und Tirol, Walter Veit und Manfred Furtner, dass Österreichs Tourismus von der hohen Sicherheit im Land profitiert. Warum aber gerade vor der Fußball-EM die Ausstellung von Touristen-Visa für russische Gäste verkompliziert werde, stößt in den Bundesländern, wo die russische Nationalmannschaft ihre Spiele austrägt, auf Unverständnis: "Wir begrüßen Maßnahmen gegen illegal Einreisende. Aber ausgerechnet kurz vor der Fußball-EM die Visa-Ausstellung zu verzögern, ist nicht das Gelbe Ei. Wir erwarten Tausende russische Gäste", so Veit.

Russische Gäste lassen Rubel rollen

In ganz Salzburg-Land hätten Russen Zimmer gebucht. Nun werde deren Anreise verkompliziert und verlangsamt, vielleicht sogar verhindert: "Russland ist für Salzburgs Hotellerie ein wichtiger Markt: Russische Gäste bleiben länger als andere und geben hier besonders viel Geld aus", erklärt Veit und verweist auf aktuelle Daten von Global Refund Austria. Diesen zufolge geben russische Gäste 480,- Euro je Einkauf aus und liegen damit auf der Liste der ausgabefreudigsten Österreich-Urlauber auf Platz zwei hinter den Ukrainern. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Touristen-Einkauf bewegt sich in einer Größenordnung von 292,- Euro.

Auch bei der Aufenthaltsdauer orientieren sich die Russen nicht am Durchschnitt: Lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Österreich im Vorjahr bei 3,68 Nächten, blieben die die Russen 4,6 Nächte lang: "Und das bei steigender Tendenz", so Veit. Mit 135.406 Nächtigungen entfiel im Vorjahr fast jede fünfte der bundesweit 786.592 Nächtigungen durch russische Gäste auf Salzburg. Im Jahr 2000 wurden in Salzburg 74.633 Nächtigungen russischer Gäste verzeichnet. Seither hat sich deren Zahl mit einer Steigerung um + 81,4% innerhalb kürzester Zeit beinahe verdoppelt.

Hotellerie braucht rasche, unbürokratische Lösung

Tirol ist von den Bundesländern der größte Nutznießer der aufkeimenden russischen Reiselust. Jetzt werden dort massive Konsequenzen der unausgegorenen Handlungsweise befürchtet. 328.503 Nächtigungen in Tirol wurden aus russischen Börsen bezahlt: "Das sind 41,8 % aller Nächtigungen von Russen in Österreich - und das noch ohne Spiel der russischen Nationalmannschaft! Unter normalen Umständen würden wir erwarten, dass der Anteil Tirols an den Nächtigungen russischer Gäste heuer noch weiter steigt. Mittlerweile haben viele Häuser ja schon Stammkunden aus Russland - da kann der Bürokratie-Auswuchs sehr unangenehme Folgen haben", warnt Furtner vor unbedachten Konsequenzen.

Leere Zimmer, hohe Kosten

Es sei nicht auszudenken, welche Folgen das Ausleiben dieser Gästegruppe während der EM für die Region hätte: "Dann stehen viele Zimmer sinnlos leer - während die Mitarbeiterkosten weiterlaufen, ohne dass auch nur ein Euro in die Kasse kommt. Das kann nicht im Sinne der Bundesregierung sein", so Furtner. Der Ball liege jetzt, drei Monate vor Anpfiff der EM, beim Ministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten: "Die Tiroler Hotellerie darf nicht jetzt für die Fehler zu Kasse gebeten werden, die vielleicht vor über sechs Jahren in den Botschaften von Belgrad und Budapest passiert sind. Wir verstehen, dass das Ministerium Handlungsbedarf hat. Wenn aber dadurch der Arbeitsaufwand steigt, dürfen weder Hoteliers noch Gäste leiden. Dann muss eben das Personal in den für die Visa-Ausstellung zuständigen Stellen aufgestockt werden. Die Ausstellung von Touristen-Visa muss in einem akzeptablen Zeitraum gewährleistet sein", so Furtner.

Appell: Österreich-Image als charmantes Gastgeberland festigen

Bundesministerin Dr. Ursula Plassnik habe erst unlängst betont, dass sie die Beziehungen zwischen Russland und Europa intensivieren wolle: "Hier bietet sich die beste Gelegenheit dazu an, ein Zeichen in diese Richtung zu setzen. Ein oder zwei zusätzliche Mitarbeiter in der österreichischen Botschaft in Moskau sind nicht zu viel verlangt", so der Appell der ÖHV-Landesvorsitzenden. Österreichs Hotellerie bemühe sich, Österreichs Image als charmantes Gastgeberland weltweit zu festigen. Diese Bemühungen dürften nun nicht durch überbordende Bürokratie konterkariert werden. Österreich liegt derzeit einer aktuellen ÖHV-Umfrage zufolge ex aequo mit der Tschechischen Republik hinter der Türkei, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien auf Rang sechs der Rangleiste der meistbereisten europäischen Länder. "Wir wollen auf dieser Rangliste weiter vor und nicht nach hinten durchgereicht werden", so Furtner und Veit. Künstliche Komplikationen bei der Visa-Vergabe seien da kontraproduktiv.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie (höchster Mitgliederstand seit der Gründung). Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige Innovationskraft aus. In der 4- bzw. 5-Sterne-Hotellerie deckt die ÖHV etwa 53 % der Bettenkapazitäten ab. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

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