• 12.03.2008, 11:34:44
  • /
  • OTS0153 OTW0153

ÖHV: Verzögerung bei Visa-Ausstellung vergrault Gäste

Hotellerie fordert effizientes Service am Gast

Salzburg/Innsbruck (TP/OTS) - Probleme wirft die Verzögerung bei
der Visa-Ausstellung im Vorfeld der Fußball-EM auf. Die ÖHV fordert
eine rasche Abwicklung.

Außer Frage steht für die Landesvorsitzenden der Österreichischen
Hoteliervereinigung (ÖHV) in Salzburg und Tirol, Walter Veit und
Manfred Furtner, dass Österreichs Tourismus von der hohen Sicherheit
im Land profitiert. Warum aber gerade vor der Fußball-EM die
Ausstellung von Touristen-Visa für russische Gäste verkompliziert
werde, stößt in den Bundesländern, wo die russische
Nationalmannschaft ihre Spiele austrägt, auf Unverständnis: "Wir
begrüßen Maßnahmen gegen illegal Einreisende. Aber ausgerechnet kurz
vor der Fußball-EM die Visa-Ausstellung zu verzögern, ist nicht das
Gelbe Ei. Wir erwarten Tausende russische Gäste", so Veit.

Russische Gäste lassen Rubel rollen

In ganz Salzburg-Land hätten Russen Zimmer gebucht. Nun werde
deren Anreise verkompliziert und verlangsamt, vielleicht sogar
verhindert: "Russland ist für Salzburgs Hotellerie ein wichtiger
Markt: Russische Gäste bleiben länger als andere und geben hier
besonders viel Geld aus", erklärt Veit und verweist auf aktuelle
Daten von Global Refund Austria. Diesen zufolge geben russische Gäste
480,- Euro je Einkauf aus und liegen damit auf der Liste der
ausgabefreudigsten Österreich-Urlauber auf Platz zwei hinter den
Ukrainern. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Touristen-Einkauf
bewegt sich in einer Größenordnung von 292,- Euro.

Auch bei der Aufenthaltsdauer orientieren sich die Russen nicht am
Durchschnitt: Lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in
Österreich im Vorjahr bei 3,68 Nächten, blieben die die Russen 4,6
Nächte lang: "Und das bei steigender Tendenz", so Veit. Mit 135.406
Nächtigungen entfiel im Vorjahr fast jede fünfte der bundesweit
786.592 Nächtigungen durch russische Gäste auf Salzburg. Im Jahr 2000
wurden in Salzburg 74.633 Nächtigungen russischer Gäste verzeichnet.
Seither hat sich deren Zahl mit einer Steigerung um + 81,4% innerhalb
kürzester Zeit beinahe verdoppelt.

Hotellerie braucht rasche, unbürokratische Lösung

Tirol ist von den Bundesländern der größte Nutznießer der
aufkeimenden russischen Reiselust. Jetzt werden dort massive
Konsequenzen der unausgegorenen Handlungsweise befürchtet. 328.503
Nächtigungen in Tirol wurden aus russischen Börsen bezahlt: "Das sind
41,8 % aller Nächtigungen von Russen in Österreich - und das noch
ohne Spiel der russischen Nationalmannschaft! Unter normalen
Umständen würden wir erwarten, dass der Anteil Tirols an den
Nächtigungen russischer Gäste heuer noch weiter steigt. Mittlerweile
haben viele Häuser ja schon Stammkunden aus Russland - da kann der
Bürokratie-Auswuchs sehr unangenehme Folgen haben", warnt Furtner vor
unbedachten Konsequenzen.

Leere Zimmer, hohe Kosten

Es sei nicht auszudenken, welche Folgen das Ausleiben dieser
Gästegruppe während der EM für die Region hätte: "Dann stehen viele
Zimmer sinnlos leer - während die Mitarbeiterkosten weiterlaufen,
ohne dass auch nur ein Euro in die Kasse kommt. Das kann nicht im
Sinne der Bundesregierung sein", so Furtner. Der Ball liege jetzt,
drei Monate vor Anpfiff der EM, beim Ministerium für Europäische und
Internationale Angelegenheiten: "Die Tiroler Hotellerie darf nicht
jetzt für die Fehler zu Kasse gebeten werden, die vielleicht vor über
sechs Jahren in den Botschaften von Belgrad und Budapest passiert
sind. Wir verstehen, dass das Ministerium Handlungsbedarf hat. Wenn
aber dadurch der Arbeitsaufwand steigt, dürfen weder Hoteliers noch
Gäste leiden. Dann muss eben das Personal in den für die
Visa-Ausstellung zuständigen Stellen aufgestockt werden. Die
Ausstellung von Touristen-Visa muss in einem akzeptablen Zeitraum
gewährleistet sein", so Furtner.

Appell: Österreich-Image als charmantes Gastgeberland festigen

Bundesministerin Dr. Ursula Plassnik habe erst unlängst betont,
dass sie die Beziehungen zwischen Russland und Europa intensivieren
wolle: "Hier bietet sich die beste Gelegenheit dazu an, ein Zeichen
in diese Richtung zu setzen. Ein oder zwei zusätzliche Mitarbeiter in
der österreichischen Botschaft in Moskau sind nicht zu viel
verlangt", so der Appell der ÖHV-Landesvorsitzenden. Österreichs
Hotellerie bemühe sich, Österreichs Image als charmantes
Gastgeberland weltweit zu festigen. Diese Bemühungen dürften nun
nicht durch überbordende Bürokratie konterkariert werden. Österreich
liegt derzeit einer aktuellen ÖHV-Umfrage zufolge ex aequo mit der
Tschechischen Republik hinter der Türkei, Deutschland, Frankreich,
Spanien und Italien auf Rang sechs der Rangleiste der meistbereisten
europäischen Länder. "Wir wollen auf dieser Rangliste weiter vor und
nicht nach hinten durchgereicht werden", so Furtner und Veit.
Künstliche Komplikationen bei der Visa-Vergabe seien da
kontraproduktiv.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der
Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie (höchster Mitgliederstand seit
der Gründung). Diese Betriebe zeichnen sich durch ausgeprägte
Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige
Innovationskraft aus. In der 4- bzw. 5-Sterne-Hotellerie deckt die
ÖHV etwa 53 % der Bettenkapazitäten ab. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV
beschäftigen rund 30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter
in der Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca.
900 Mio. Euro.

Weitere Pressemeldungen und Infos finden Sie unter www.oehv.at

Rückfragehinweis:

Österreichische Hoteliervereinigung
   Hofburg
   1010 Wien
   
   Kontakt:
   Walter Veit, Landesvorsitzender Salzburg  
   Tel.: +43 (0)664 38 160 94
   Manfred Furtner, Landesvorsitzender Tirol
   Tel.: +43 (0)664 30 85 160
   mailto:[email protected]
   http://www.oehv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TMP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel