Brauner/Wehsely: 1.000 Jobs für Arbeitslose im Pflegebereich

2008: 2,1 Mio. Euro für Rekrutierungs- und Qualifizierungsoffensive des waff im Pflege- und Sozialbereich

Wien (OTS) - Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) ist eine wichtige und einzigartige Institution für aktive Arbeitsmarktpolitik. Der waff hat sich zum zentralen Ziel gesetzt, WienerInnen höher zu qualifizieren und damit ihre Jobchancen wesentlich zu verbessern. Im besonders verantwortungsvollen Bereich der Pflege setzt der waff dabei auf drei Schienen. Das waff-Programm "Pflegeberufe" verknüpft die Suche nach Personal, die Vermittlung auf eine offene Stelle und die Unterstützung bei der Ausbildung von arbeitslosen Menschen zu einem Gesamtpaket. Außerdem beteiligt sich der waff gemeinsam mit dem AMS an den Kosten für die Qualifizierung von MitarbeiterInnen im Pflege- und Gesundheitsbereich. Die dritte Schiene umfasst das Service von flexwork, das Personal auf Zeit mit dem Ziel einer raschen Anstellung bereitstellt. 2,1 Mio. Euro stellt der waff heuer zur Verfügung, um insgesamt 523 Personen auszuwählen, zu qualifizieren und auf einen Arbeitsplatz zu vermitteln. ****

"Wohl in wenigen Berufen ist eine maßgeschneiderte Ausbildung und Qualifizierung so wichtig, wie im Pflege- und Gesundheitsbereich. Der waff ermöglicht durch seine Programme und finanziellen Förderungen arbeitslosen Menschen bzw. Menschen, die sich beruflich neu orientieren wollen, den Einstieg in den Pflege- und Gesundheitsbereich. Das Erfolgsgeheimnis: Die Ausbildung führt zu einem sicheren Job, das ist besonders motivierend", erklärt Wirtschaftsstadträtin Mag.a Renate Brauner.

Pflege: 1.000 WienerInnen ausgebildet und vermittelt

Mit dem Programm "Pflegeberufe" unterstützt der waff gemeinsam mit dem AMS Wiener Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich bei der Suche nach passenden MitarbeiterInnen und fördert die Ausbildung zum/zur HeimhelferIn (Dauer 3 Monate), PflegehelferIn (Dauer 12 Monate) sowie diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerIn (Dauer 3 Jahre). Im Rahmen des Programms arbeitet der waff mit rund 20 KooperationspartnerInnen zusammen.

Schon etwa 1.000 arbeitsuchende Menschen haben durch das waff-Programm "Pflegeberufe" einen qualifizierten Arbeitsplatz gefunden.

o Etwa 1.600 Personen haben seit Programmstart die Ausbildung angetreten. o 420 Ausbildungsplätze wurden 2007 mit geeigneten BewerberInnen besetzt und eigens für den Bedarf der Pflegeeinrichtungen maßgeschneidert ausgebildet. o 2008 stellt der waff rund eine Mio. Euro zur Verfügung, um 450 arbeitslose Personen zu vermitteln und auszubilden.

Davon sind 345 Plätze für HeimhelferInnen, 22 PflegehelferInnen und 83 Diplomierte KrankenpflegerInnen. Aktuell werden vor allem HeimhelferInnen mit 150 und diplomierte KrankenpflegerInnen mit rund 50 offenen Plätzen benötigt. Interessierte Personen auf Jobsuche können sich unter 217 48 632 oder http://pflegeberufe.waff.at bewerben.

waff-Gesamtpaket: Vorauswahl, Ausbildung, Vermittlung

Konkret übernimmt der waff die Personalsuche, führt ein mehrstufiges Vorauswahlverfahren (Informationsveranstaltungen, Einzelgespräche) durch, begleitet die TeilnehmerInnen während der Ausbildung und übernimmt maximal 50 Prozent der Ausbildungskosten. Für die Ausbildung zur Heimhilfe sind das im Schnitt 560 Euro, zur PflegehelferIn rund 2.000 Euro und bis zu 6.000 Euro zahlt der waff für die dreijährige Qualifizierung zur diplomierten KrankenpflegerIn dazu. Die gesamte Personalvorauswahl erfolgt durch den waff in Zusammenarbeit mit den Ausbildungseinrichtungen (z.B. bfi, Krankenpflegeschulen, Volkshilfe etc.). Die ausgewählten KandidatInnen werden dann für ein Vorstellungsgespräch empfohlen, hier besteht auch die Möglichkeit eines "Schnupperpraktikums".

Es gibt bereits vor dem Start der Ausbildung eine fixe Einstellzusage durch die Gesundheitseinrichtung. Während der gesamten Ausbildung erhalten die TeilnehmerInnen vom AMS eine finanzielle Unterstützung (mindestens "Deckung des Lebensunterhaltes" = 18,50 Euro pro Tag).

Erfolgreiche Kooperation mit dem Krankenanstaltenverbund

Der waff kooperiert im Rahmen seines Programms-Pflegeberufe intensiv mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV). Zum einen bildet der KAV seit dem Jahr 2004 arbeitslose Frauen und Männer zu diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen aus. Alle, die diese 3-jährige Ausbildung absolvieren, finden im Anschluss eine Anstellung in einer Einrichtung des KAV. Im Rahmen dieser Kooperation hat der KAV bislang 278 Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt.

Zum andern bildet der KAV Pflegepersonal aus, das dann über den Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen in anderen Einrichtungen beschäftigt wird. Seit 2003 hat der KAV im Rahmen dieser waff-Kooperation Ausbildungsplätze für 247 PflegehelferInnen, 95 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen im 1. Bildungsweg und 88 Gesundheits- und Krankenpflegepersonen im 2. Bildungsweg angeboten.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund ist österreichweit der größte Ausbildungsanbieter für Pflegeberufe. Allein für die Fachausbildung "Gesundheits- und Krankenpflege" stehen im KAV 2.100 Ausbildungsplätze zur Verfügung. Die Unternehmung sichert sich dadurch eine hohe Zahl an bestqualifizierten MitarbeiterInnen. Derzeit werden rund 9.900 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen (allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege, psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege und Kinder- und Jugendlichenpflege) und rund 2.000 PflegehelferInnen in den städtischen Spitälern und Geriatriezentren beschäftigt. Auch ein großer Teil des Personals für private Einrichtungen bzw. für Gesundheitseinrichtungen in anderen Bundesländern wird im KAV ausgebildet.

"Wer sich für einen Pflegeberuf entscheidet, entscheidet sich für einen Beruf der immer Konjunktur hat. Die Lebenserwartung steigt aufgrund großer medizinischer Fortschritte und geänderter Lebensweisen kontinuierlich. Das bedeutet, dass auch die Zahl der benötigten Pflegekräfte weiterhin ansteigen wird. Neben der hohen fachlichen Qualifikation erfordern Pflegeberufe auch ein hohes Maß an menschlichen und sozialen Kompetenzen. Großes Einfühlungsvermögen, hohe Motivation und starke Persönlichkeitswerte sind gefragt, wenn es um die Pflege von Menschen geht", so Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely.

IHS: Programm Pflegeberufe erhält Top-Bewertung

Der waff lässt gerade durch das IHS (Institut für Höhere Studien) das Programm einer Evaluierung unterziehen. Erste Ergebnisse bestätigen den Erfolg: 90 Prozent der TeilnehmerInnen stehen, nachdem sie die Ausbildung abgeschlossen haben, mit beiden Beinen im Beruf. Damit leistet der waff einen beträchtlichen Beitrag zur Ausbildung und Rekrutierung von Personal im Gesundheits- und Pflegebereich. Gründe für die hohe Erfolgsquote sind zum einen ein hoher Prozentsatz an sehr zufriedenen und hoch motivierten TeilnehmerInnen. So würden 89 Prozent der befragten TeilnehmerInnen das Qualifizierungsprogramm einer Freundin, einem Freund weiterempfehlen. Außerdem nennen die AutorInnen des IHS das ambitionierte Auswahlverfahren als wesentlichen Erfolgsfaktor, da es in der mobilen Pflege beispielsweise einen großen Bedarf gibt und die Vorauswahl durch den waff die Einrichtungen wesentlich unterstützt.

Unterstützung und Förderung von Beschäftigten oder WiedereinsteigerInnen, die in den Pflegebereich einsteigen wollen, bietet der waff auch auf zwei weiteren Schienen.

Förderung der Ausbildung von Pflege-Beschäftigten=

Der waff fördert gemeinsam mit dem AMS die Ausbildung und Personalkosten bei MitarbeiterInnen von Einrichtungen im Pflege- und Gesundheitsbereich. Auch 2008 setzt der waff die bewährte Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice fort und hat hierfür ein Budget von rund 1,1 Mio. Euro für die Qualifizierung von 73 Personen reserviert.

Konkret werden die erfolgreiche Teilnahme an Ausbildungen zur/zum Pflegehelfer/in oder Höherqualifizierung vom Pflegehelfer bzw. der Pflegehelferin zur/zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger/in gefördert. Dabei übernimmt der waff bis zu einem Drittel der Kurskosten und bis zu 40 Prozent der Personalkosten. Bei der Ausbildung zur PflegehelferIn beteiligt sich der waff mit etwa 10.000 Euro und mit rund 19.000 Euro bei der Qualifizierung zur diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerIn (Kurskosten und Personalkosten) Voraussetzung dafür ist eine vorherige Förderzusage des Arbeitsmarktservice Wien.

Ziel ist es, MitarbeiterInnen in Pflegeberufen berufsbegleitend zu höher qualifizierten Fachkräften auszubilden und somit praxisnah die erforderlichen Kenntnisse zu vermitteln. Die Arbeitgeber sollen durch die finanzielle Unterstützung ermutigt werden, in die Weiterbildung ihrer Beschäftigen zu investieren, um den steigenden Anforderungen im Pflegebereich gerecht zu werden. So können beispielsweise ArbeitnehmerInnen über 45 Jahren, niedrig qualifizierte Frauen und WiedereinsteigerInnen unter 45 Jahren mit Dienstort Wien von dieser Förderung profitieren.

Insgesamt konnten bereits 390 Personen geschult werden. Davon haben 296 Frauen die Ausbildung zur Pflegehelferin und 76 Frauen zur diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin absolviert. Der Anteil der männlichen Teilnehmer ist mit 18 Personen noch gering. Der waff hat im Rahmen dieser Förderschiene bisher etwa 5 Mio. Euro an Unterstützung zugesagt und rund 4 Mio. bereits an die Einrichtungen ausbezahlt.

"flexwork": Servicepaket Pflege- und Sozialdienste

Mit flexwork, der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung, öffnet der waff Türen für Arbeitsuchende, besonders für jene, die es schwer haben, einen neuen Job zu finden. flexwork ist gleichzeitig eine Serviceleistung für Betriebe, die neue MitarbeiterInnen brauchen. flexwork bietet die passende Lösung für alle Bereiche der Pflege- und Sozialdienste. Das heißt: Arbeitsuchende, die bereits eine Ausbildung absolviert haben, bekommen schneller einen neuen Job.

Für Einrichtungen aus dem Bereich Pflege- und Sozialdienste bietet flexwork sein gesamtes Servicepaket an - das heißt:

o Zeitarbeit bei Personalengpässen und für Projekte, o Dauer-Arbeitskräfteüberlassung und damit eine komplette Auslagerung der Personaladministration und -verrechnung.

Bisher konnten 126 Personen bei flexwork eine Beschäftigung im Pflege- und Sozialbereich finden, wobei derzeit 65 Personen in den Pflege- und Sozialdiensten tätig sind. 2007 konnten 42 Personen durch flexwork einen fixen Job im Pflege- und Sozialbereich finden. Die Dienstverhältnisse sind sozialversichert und unbefristet. Die einsatzfreien Zeiten werden in der "flexwerkstatt" für zeitgemäße Aus- und Weiterbildung genutzt, um die Jobchancen der MitarbeiterInnen weiter zu erhöhen. Unter 789 12 02 können sich Arbeitslose telefonisch informieren und bewerben, online sind alle Informationen auf www.flexwork.at zu finden.

Wien hat jedenfalls auf den großen Bedarf im Pflegebereich nicht nur sehr frühzeitig reagiert, sondern im Rahmen des waff auch ein vorbildliches System etabliert, um arbeitslosen Menschen eine neue und vor allem auch sichere Jobperspektive zu bieten. Der Wiener Weg, die Teilnahme an diesem Programm auf freiwilliger Basis anzubieten und punktgenau auszubilden, ist erfolgreich und effizient. (Schluss) ile/wha/lac

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Marianne Lackner
Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely
Tel.: +43 1 4000 81238
mobil: + 43 676 8118 69549
E-Mail: marianne.lackner@wien.gv.at

Mag.a Ilkim Erdost
Mediensprecherin Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff)
Tel.: +43 1 217 48 318
mobil: +43 664 8476640
E-Mail: ilkim.erdost@waff.at
www.waff.at

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Mag. Wolfgang Hassler
Mediensprecher Vizebürgermeisterin Mag.a Renate Brauner
Tel.: +43 1 4000 81845
mobil: +43 676 8118 81845
E-Mail: wolfgang.hassler@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0010