- 07.03.2008, 12:22:53
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Körtner: Österreich ist Schlusslicht in Europa bei bioethischen Regelungen
Kauer als Präsident der Gesellschaft für Kirchenrecht wiedergewählt
Wien (epdÖ) - In seiner Analyse zum Thema "Bioethik und Biopolitik
in Österreich" stellte Univ.-Prof. Dr. Ulrich Körtner am Donnerstag,
6. März, in der Österreichischen Gesellschaft für Kirchenrecht fest,
dass es einen internationalen Trend zur Deregulierung in bioethischen
Fragen gebe. Entscheidungen würden immer mehr in den
privatwirtschaftlichen Bereich verlagert, staatliche Rahmengesetze
überließen die Beurteilung vorgelagerten Expertenkommissionen.
Insgesamt verlaufe der Diskurs über bioethische Fragen unkoordiniert
und abseits der Öffentlichkeit. Was hindere das Parlament, eine
Enquete zu bioethischen Fragen zu organisieren, fragte Körtner, der
auch der Bioethik-Kommission des Bundeskanzlers angehört. Im
Regierungsübereinkommen der amtierenden Regierung würden bioethische
Fragen bestenfalls knapp, Gentechnik überhaupt nicht erwähnt.
Bei gesetzlichen Regelungen für die Stammzellenforschung sei
Österreich Schlusslicht in Europa. Der Vorstand des Wiener Instituts
für Ethik und Recht in der Medizin wies darauf hin, dass Österreich
die Menschenrechts-Konvention zur Biomedizin weder unterzeichnet noch
ratifiziert habe, obwohl die Bioethik-Kommission das empfohlen habe.
Öffentlichkeit für bioethische Fragen herzustellen, sieht Körtner als
dringende Aufgabe für Medien, Wissenschaft und Politik.
Bei der Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für
Kirchenrecht wurde MMag. Robert Kauer, der frühere juristische
Oberkirchenrat der Evangelischen Kirche A.B., als Präsident
wiedergewählt.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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