Unseriöser Finanzdienstleister keilt Kunden mit Finanzproblemen

750 Euro für Vermittlung von Finanzsanierungen; Geld sieht man nie!

Wien (AKNÖ) - Konsumentenschützer der AKNÖ warnen vor der Firma "Helvetica Finanz". Mit wahllos ausgesandten Schreiben versucht der Finanzdienstleister in Österreich und Deutschland Kunden mit finanziellen Problemen zu keilen. Für die Vermittlung einer Finanzsanierung von 10.000 Euro kassieren die Schweizer 750 Euro. Den erhofften Kredit bekommen die Kunden nie.

Irreführende Werbung für Kunden

10.000 Euro für eine sofortige Finanzsanierung, ohne Eintrag in Schuldnerlisten - mit dieser Leistung wirbt die Helvetica in Österreich und Deutschland. Beigelegt ist ein Vermittlungsantrag. "Für viele Kunden ist das verwirrend. Sie gehen aufgrund der Schreiben oft davon aus, dass sie einen Kredit bekommen", sagt AKNÖ-Konsumentenschützer Alexander Wurditsch. Und: sobald sie den Antrag abschicken, ist die Provision für Helvetica fällig. "Der unterschriebene Antrag bindet den Kunden rechtlich, sobald die Gegenseite zustimmt". Sofort werden 750 Euro fällig, die Helvetica auch per Mahnung einzutreiben versucht. Für die meist verschuldeten Kunden eine Menge Geld. Aus Sicht der Konsumentenschützer tut Helvetica nichts anderes als die Anträge an die Firma Frigidex weiterzuleiten, die ebenfalls in St. Gallen residiert. Diese verhandelt dann mit den - vom Kunden zu nennenden - Gläubigern. "Meist bietet Frigidex nur geringe Teilzahlungen an, mit denen die meisten Gläubiger nicht einverstanden sind, weshalb diese die Forderung weiterhin vom Kunden eintreiben", sagt Wurditsch. Den erhofften Kredit gibt es nicht, die Kunden bleiben auf den Kosten für die Provision sitzen. Die gleiche, oft erfolgreichere Dienstleistung, hätten die Betroffenen in Österreich meist von den bevorrechteten Schuldnerberatungsstellen haben können - gratis.

In der Schweiz nicht aktiv

Eine finanzielle Falle ist, dass Helvetica nur über Mehrwertnummern (Kosten: 3,64 Euro pro Minute) zu erreichen ist. Ein AK-Mitarbeiter, der als Testperson anrief, wurde 15 Minuten in der Leitung gehalten. Auskunft bekam er keine. "Wir haben Betroffene, die wegen Helvetica 300 Euro vertelefoniert haben", sagt Wurditsch. Resultat der Anrufe:
Keines. Erfahrungsgemäß werden Kündigungs- bzw. Rücktrittsschreiben der betroffenen Kunden mit Verweis auf die akzeptierten Geschäftsbedingungen abgeschmettert. "Nur wenn wir intervenieren, bekommen die Kunden ihr Geld zurück", sagt Wurditsch. Auffällig ist, dass Helvetica mit seiner aggressiven Werbung nicht in der Schweiz auftritt. Wurditsch rät zur Vorsicht, sollte man ein Schreiben der Firma bekommen. "Erkundigen Sie sich lieber vorher bei uns".

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