- 05.03.2008, 17:51:36
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Clinton siegt,die Demokraten verlieren - von Michael Laczynski
Hillary Clinton hat gegen John McCain so gut wie keine Chance
Wien (OTS) - Für all diejenigen, die darauf hoffen, dass im Jänner
2009 ein Demokrat (bzw. eine Demokratin) ins Weiße Haus einzieht, ist
die jüngste Runde der Vorwahlen mit dem schlechtestmöglichen
Ergebnis zu Ende gegangen. Der fulminante Sieg von Hillary Clinton
und das unerwartet schwache Abschneiden von Barack Obama spielt
nämlich John McCain in die Hände. Der republikanische
Präsidentschaftskandidat hat die Nominierung seit Dienstag in der
Tasche und kann die Fortsetzung der Schlammschlacht zwischen Clinton
und Obama nun aus der ersten Reihe genießen.
Mit diesem Szenario hat noch vor einem halben Jahr niemand gerechnet:
Trotz der Tatsache, dass es vielen US-Bürgern nach acht Jahren
republikanischer Präsidentschaft schlechter geht und die
Republikaner eine Vielzahl von politischen Verfehlungen - angefangen
bei einem unnötigen Irak-Krieg über präsidiale Allmachtsfantasien bis
hin zu einer rein ideologisch gesteuerten, teils kontraproduktiven
Wirtschaftspolitik - zu verantworten haben, sind die Chancen auf
einen Sieg der Demokraten nicht gut. Der Kampf um die Nominierung
dürfte mindestens bis zum 22. April andauern, wenn in Pennsylvania,
dem letzten bevölkerungsreichen US-Bundesstaat, abgestimmt wird.
Sollte es Obama nicht gelingen, in den kommenden sieben Wochen einen
uneinholbaren Vorsprung auf Clinton zu erarbeiten, wird die
Entscheidung erst beim Parteitag im September, nur acht Wochen vor
der Präsidentenwahl, fallen. Der Sieger dieses Marathons muss dann
gegen einen erholten, finanziell
aufmunitionierten McCain antreten, der sich bis dahin vornehm aus
der Schusslinie halten konnte.
Gemäß landesweiten Umfragen hat Clinton in einem Zweikampf gegen
McCain so gut wie keine Chance. Zum einen würde sie mit einem Schlag
die zerstrittenen republikanischen Flügel gegen sich vereinen, zum
anderen sind ihre wichtigsten inhaltlichen Trümpfe - Erfahrung und
Entschlossenheit - gegen den langjährigen Politiker und
Vietnam-Veteranen so gut wie wirkungslos. Dem Polit-Wunderkind Obama
wird ein Erfolg gegen McCain eher zugetraut. Doch sein Charisma hat
zuletzt nachgelassen und sein messianisches Image wird die
bevorstehenden Attacken der Clinton-Truppe mit Sicherheit nicht
unbeschadet überstehen.
Die Demokraten haben nur eine Chance: Die Senatorin müsste sich
rasch aus dem Rennen zurückziehen und ihren Rivalen unterstützen.
Doch das wird nicht passieren, denn ein echter Clinton gibt
bekanntlich niemals auf.
Rückfragehinweis:
WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/300
http://www.wirtschaftsblatt.at
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