• 29.02.2008, 09:14:21
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Frauenberger: Betriebliche Frauenförderung für gleiche Chancen!

Wiens Frauenstadträtin diskutierte beim "TeamTalk" über aktuelle Themen der Frauenpolitik

Wien (SPW) - "Frauentag ist einmal im Jahr, aber Frauenanliegen zu
vertreten, ist eine lebenslange Aufgabe!", eröffnete Wiens
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger den "TeamTalk" des Team für Wien
am Donnerstagabend im Ringturm. Im Gespräch mit der Wiener
SPÖ-Frauensekretärin LAbg. Nicole Krotsch sprach sie über Aktionen
anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März und zog Bilanz
über die bisherige Arbeit als Frauenstadträtin, um anschließend die
Fragen des interessierten Publikums zu beantworten. ****

"Wir haben Glück, denn die Lage ist für Frauen in Wien eine
ausgesprochen gute", unterstrich Frauenberger eingangs und verwies
auf die überdurchschnittlich hohe Frauenerwerbsquote und die im
Bundesländervergleich geringe Einkommensschere in Wien: "Das zeigt,
dass wir in Wien bereits hervorragende Rahmenbedingungen geschaffen
haben. Ein Einkommensunterschied von etwa 20 Prozent ist mir im Jahre
2008 aber immer noch zuviel!" Neben Maßnahmen zur besseren
Vereinbarkeit von Beruf mit Familie und der verstärkten
Zusammenarbeit mit Gewerkschaft und Wirtschaftskammer wolle sie
besonderes Augenmerk auf die betriebliche Frauenförderung legen, so
die Stadträtin: "In Österreich gibt es leider keine Verpflichtung zur
betrieblichen Frauenförderung. Das macht es irrsinnig schwer die
Betriebe dafür zu gewinnen. Wir investieren zwar sehr viel in die
individuelle Aus- und Weiterbildung, aber auch die Betriebe haben in
diesem Zusammenhang eine Verantwortung!" Anlässlich des
internationalen Frauentags, der die betriebliche Frauenförderung
schwerpunktmäßig behandeln soll, gibt die Frauenabteilung der Stadt
Wien daher den Leitfaden "7 Schritte zur Gleichstellung" heraus, der
speziell Klein- und Mittelbetrieben Hilfestellungen zur Umsetzung von
Frauenförderungsmaßnahmen geben soll. Weiters sind in Zusammenarbeit
mit dem waff "Betriebsgipfel" in den Bezirken geplant, bei denen
niederschwellige Beratung zur betrieblichem Frauenförderung geboten
wird. Die Stadt Wien geht in Bezug auf Frauenförderung mit gutem
Beispiel voran und konnte durch das Einführen einer Quotenregelung
den Anteil der Frauen in Führungsfunktionen auf über 25 Prozent
steigern. Ziel ist jedoch weiterhin die 50 Prozent Marke.

Ein wichtiges Thema beim "TeamTalk" war auch "Gewalt an Frauen":
"Das ist in der Frauenpolitik ein ständiges Thema. Wir haben zwar in
Wien mit 4 Frauenhäusern und einem 24-Stunden Frauennotruf das
dichteste Gewaltschutznetz in Österreich, aber wir dürfen uns damit
nicht zufrieden geben, sondern müssen dran bleiben!", bekräftigte die
Frauenstadträtin. Zusätzlich zu den Frauenhäusern gibt es in Wien nun
auch Übergangswohnungen mit psychologischer Betreuung durch
SozialarbeiterInnen, um die Frauen, die Gewalt erlebt haben, zurück
in einen Alltag zu führen. Ein weiteres Projekt in Favoriten bietet
Beratung und Betreuung von älteren Frauen, die Opfer von kriminellen
Delikten geworden sind, und in der Folge oft Angst haben, alleine das
Haus zu verlassen. Dieses Projekt soll in Zukunft auf ganz Wien
ausgeweitet werden. Als weiteren Schwerpunkt in punkto Gewaltschutz
definierte Frauenberger Maßnahmen gegen die Zwangsverheiratung. Oft
sind die betroffenen Mädchen zu jung für das Frauenhaus, daher sind
spezielle betreute Wohngemeinschaften für diese Mädchen in Planung.
Zusätzlich erscheint jetzt ein Leitfaden für Menschen, die mit
betroffenen Frauen und Mädchen zu tun haben, wie etwa LehrerInnen,
MitarbeiterInnen von Beratungsstellen oder MultiplikatorInnen in
Vereinen. Er enthält konkrete Ratschläge und Hilfestellungen im
Umgang mit einer derartigen Situation. Abschließend forderte
Frauenberger einen eigenen Aufenthaltstitel für Zuwanderinnen in
Österreich: "Migrantinnen sind überproportional von Gewalt betroffen,
da sie sich in einer viel stärkeren Abhängigkeit vom Mann befinden.
Meist haben sie nicht einmal einen eigenen Aufenthaltstitel. Ich
möchte aber das ALLE Frauen in Wien, auch jene mit
Migrationshintergrund, unabhängig und selbstbestimmt leben können!"
(Schluss) lk

Rückfragehinweis:
Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: ++43/ 01/ 53 427-222
mailto:[email protected]
http://www.wien.spoe.at

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