- 28.02.2008, 11:54:55
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NÖGKK: 1,8 Milliarden Euro für die Gesundheit
Defizit 2008 beträgt 74 Millionen Euro
St. Pölten (OTS) - 1,793 Milliarden Euro beträgt das Budget der NÖ
Gebietskrankenkasse im Jahr 2008. Davon werden 1,697 Milliarden Euro
für Gesundheitsleistungen ausgegeben. In der Generalversammlung am
28. Februar 2008 musste insgesamt ein Defizit von
74 Millionen Euro veranschlagt werden.
Eine Studie hat erst kürzlich bewiesen: Das österreichische
Krankenversicherungssystem ist das beste in Europa. Klar, dass
Top-Qualität etwas kostet. Allein für jede der drei größten
Positionen - nämlich ärztliche Hilfe, Heilmittel und Krankenanstalten
- gibt die NÖGKK täglich mehr als eine Million Euro aus. "Die
Entscheidung, ob eines der reichsten Länder Europas weiterhin ein
erstklassiges Gesundheitssystem, das medizinische Top-Qualität für
alle garantiert, leisten kann und will, liegt bei der Politik",
betont NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter.
Fakt ist: Das Kassendefizit ist nicht hausgemacht. "Der
medizinische Fortschritt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse
gehen einfach ins Geld. Krankheiten, die früher nicht therapierbar
waren, sind heute zum Teil unter hohen Kosten behandelbar - eine
Entwicklung, die überaus erfreulich ist. Jedoch kann die
Beitragsentwicklung, die an die Löhne und Gehälter der Versicherten
gekoppelt ist, damit nicht Schritt halten und unser Finanzloch wird
von Jahr zu Jahr größer", erläutert Hutter.
Auch der Alterungsprozess der Bevölkerung treibt die Kosten im
Gesundheitswesen in die Höhe: Die Menschen werden immer älter. So
sind seit den 70er-Jahren die Pensionsjahre um 12 Jahre gestiegen.
Hutter fordert die Politik auf, hier einen finanziellen Ausgleich zu
schaffen. Neben den steigenden Ausgaben für ältere Menschen hat die
NÖGKK mit einem spezifischen Strukturproblem zu kämpfen:
Erwerbstätige, die in Wien gearbeitet und dort hohe Beiträge
entrichtet haben, verbringen nicht selten ihren Lebensabend in
Niederösterreich. Daher sind bei der NÖGKK überdurchschnittlich viele
Pensionisten versichert, die naturgemäß mehr Leistungen in Anspruch
nehmen als Erwerbstätige; die Kasse hat den zweithöchsten
Pensionistenanteil der Gebietskrankenkassen.
Auch gesetzliche Änderungen und unzureichender Ersatz für
kassenfremde Leistungen trugen wesentlich zu dieser negativen
Entwicklung bei. Das betrifft beispielsweise die nicht vollständige
Abgeltung der Mehrwertsteuer auf Medikamente, die Kürzung der
Beiträge für Arbeitslose, der nicht vollständige Ersatz beim
Wochengeld, Verschlechterungen bei der Spitalsfinanzierung etc.
Summiert man diese Maßnahmen, stehen am Ende der Rechnung 78
Millionen Euro, die der NÖGKK pro Jahr fehlen. "Wir fordern, dass
diese Ungerechtigkeiten beseitigt werden - dann hätten wir kein
Defizit, sondern könnten sogar über neue Leistungen reden."
Bis zum Vorjahr hat die NÖGKK ihr Defizit aus eigener Tasche
abdecken können - heuer sind diese Rücklagen aufgebraucht.
NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter: "Um unseren Verpflichtungen
nachzukommen, müssen wir Geld von den Banken aufnehmen - die Zinsen,
die wir dafür zahlen, wären besser in Leistungen für die Versicherten
angelegt."
Rückfragehinweis:
NÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 050899-5121
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