NÖGKK: 1,8 Milliarden Euro für die Gesundheit

Defizit 2008 beträgt 74 Millionen Euro

St. Pölten (OTS) - 1,793 Milliarden Euro beträgt das Budget der NÖ Gebietskrankenkasse im Jahr 2008. Davon werden 1,697 Milliarden Euro für Gesundheitsleistungen ausgegeben. In der Generalversammlung am 28. Februar 2008 musste insgesamt ein Defizit von
74 Millionen Euro veranschlagt werden.

Eine Studie hat erst kürzlich bewiesen: Das österreichische Krankenversicherungssystem ist das beste in Europa. Klar, dass Top-Qualität etwas kostet. Allein für jede der drei größten Positionen - nämlich ärztliche Hilfe, Heilmittel und Krankenanstalten - gibt die NÖGKK täglich mehr als eine Million Euro aus. "Die Entscheidung, ob eines der reichsten Länder Europas weiterhin ein erstklassiges Gesundheitssystem, das medizinische Top-Qualität für alle garantiert, leisten kann und will, liegt bei der Politik", betont NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter.

Fakt ist: Das Kassendefizit ist nicht hausgemacht. "Der medizinische Fortschritt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse gehen einfach ins Geld. Krankheiten, die früher nicht therapierbar waren, sind heute zum Teil unter hohen Kosten behandelbar - eine Entwicklung, die überaus erfreulich ist. Jedoch kann die Beitragsentwicklung, die an die Löhne und Gehälter der Versicherten gekoppelt ist, damit nicht Schritt halten und unser Finanzloch wird von Jahr zu Jahr größer", erläutert Hutter.

Auch der Alterungsprozess der Bevölkerung treibt die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe: Die Menschen werden immer älter. So sind seit den 70er-Jahren die Pensionsjahre um 12 Jahre gestiegen. Hutter fordert die Politik auf, hier einen finanziellen Ausgleich zu schaffen. Neben den steigenden Ausgaben für ältere Menschen hat die NÖGKK mit einem spezifischen Strukturproblem zu kämpfen:
Erwerbstätige, die in Wien gearbeitet und dort hohe Beiträge entrichtet haben, verbringen nicht selten ihren Lebensabend in Niederösterreich. Daher sind bei der NÖGKK überdurchschnittlich viele Pensionisten versichert, die naturgemäß mehr Leistungen in Anspruch nehmen als Erwerbstätige; die Kasse hat den zweithöchsten Pensionistenanteil der Gebietskrankenkassen.

Auch gesetzliche Änderungen und unzureichender Ersatz für kassenfremde Leistungen trugen wesentlich zu dieser negativen Entwicklung bei. Das betrifft beispielsweise die nicht vollständige Abgeltung der Mehrwertsteuer auf Medikamente, die Kürzung der Beiträge für Arbeitslose, der nicht vollständige Ersatz beim Wochengeld, Verschlechterungen bei der Spitalsfinanzierung etc. Summiert man diese Maßnahmen, stehen am Ende der Rechnung 78 Millionen Euro, die der NÖGKK pro Jahr fehlen. "Wir fordern, dass diese Ungerechtigkeiten beseitigt werden - dann hätten wir kein Defizit, sondern könnten sogar über neue Leistungen reden."

Bis zum Vorjahr hat die NÖGKK ihr Defizit aus eigener Tasche abdecken können - heuer sind diese Rücklagen aufgebraucht. NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter: "Um unseren Verpflichtungen nachzukommen, müssen wir Geld von den Banken aufnehmen - die Zinsen, die wir dafür zahlen, wären besser in Leistungen für die Versicherten angelegt."

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