AK Studie: Teilweise billigere Prämien bei Neuabschlüssen für private Krankenversicherungen (1)

Wien (OTS) - Die EU-Gleichbehandlungs-Richtlinie bewirkt, dass ab Dezember 2007 bei privaten Zusatzkrankenversicherungen geschlechterdifferenzierte Prämien wegen Schwangerschaft und Geburt verboten sind. Die Versicherer haben die Richtlinie fristgerecht umgesetzt. Eine aktuelle AK Studie bei sechs Krankenversicherern zeigt: Für Neuabschlüsse wurden Frauenprämien dadurch billiger, Männerprämien teurer.

Der VKI hat im AK Auftrag erhoben, wie die Versicherungen die Richtlinie umgesetzt haben. Es wurden die Prämien für den Krankenhauskostentarif im Oktober 2006, im Dezember 2007 und im Jänner 2008 erhoben. Untersucht wurden Allianz, Generali, Merkur, Muki, Uniqa, Wiener Städtische.

Die Versicherer stellten die neu berechneten Prämien auf Basis der Gleichbehandlungs-Richtlinie sogar früher um, als gefordert. Am flottesten waren MUKI und die Wiener Städtische, indem sie bereits Mitte 2006 ihre Tarife anpassten. Allianz, Generali und Merkur machten das Anfang 2007, Uniqa Ende 2007.

Die AK Studie zeigt jedoch, dass Frauenprämien nach wie vor etwas teurer sind. Denn laut Statistik werden Frauen älter und besuchen häufiger einen Arzt als Männer. Daher kalkulieren Versicherer weiterhin Prämien und Tarife geschlechtsspezifisch. Zahlte eine 28-jährige Frau beispielsweise bei Uniqa für einen Neuvertrag Krankenhaustarif ohne Selbstbehalt 2007 noch eine Monatsprämie von 119,18 Euro, so sind es 2008 nur 90,46 Euro (knapp ein Viertel weniger). Für einen 28-jährigen Mann kostete die Monatsprämie für den gleichen Vertrag 2007 noch 71,10 Euro, jetzt sind es 82,60 Euro (also um 16 Prozent mehr).

Neuvertrag Krankenhaustarif ohne Selbstbehalt (Österreichtarif für ASVG-Versicherte)

Allianz Generali Merkur Uniqa Monats-Prämienveränderung 2006 zu 2007 07 zu 08 Frau Eintrittsalter 28 Jahre -11,96% -11,11% -12,57% -24,10% Mann Eintrittsalter 28 Jahre +28,88% +19,62% +12,63% +16,17% Frau Eintrittsalter 43 Jahre + 4,19% + 0,26% + 2,00% - 8,95% Mann Eintrittsalter 43 Jahre + 4,60% + 0,69% + 3,23% - 7,09%

Wegen fehlender Prämien für 2005 konnte der Vergleich bei Muki und Wr. Städtische nicht durchgeführt werden.

2006 gab es 2,8 Millionen private Zusatzkrankenversicherungsverträge. So werden beim Krankenhaustarif Kosten des Aufenthaltes ersetzt, die Behandlung im Krankenhaus mit allen Nebenkosten und zusätzliche Kosten der Sonderklasse und für eine freie Arztwahl. Sie wird auch als Gruppenversicherung für Gruppen von Dienstnehmern angeboten. Außerdem gibt es noch Zusatzpakete, zB Zahnkostentarif.

(Forts.)

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