ARBÖ: Geld zurück auch bei privatem Motorradkauf möglich

Gegen Betrug und Täuschung kann man sich wehren - selbst bei Ausschluß der Gewährleistung

Wien (OTS) - Beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs von privat zu privat wird meistens jede Gewährleistung ausgeschlossen. "Wenn aber Betrug oder Täuschung im Spiel ist, kann man sich aber selbst dann rechtliche wehren, wenn man beim Kaufvertrag diese Gewährleistung ausgeschlossen hat", erklärt Gerald Hufnagel vom ARBÖ-Rechtsreferat an einem konkreten Beispiel. Sein Tipp vorweg: "Die besten Karten hat man jedenfalls in der Hand, wenn man vor dem Kauf einen Ankaufstest gemacht hat - egal ob ein Motorrad oder ein Auto erstanden wurde. So kann man erkennen, welche Mängel ein gebrauchtes Fahrzeug hat und in der Folge den Kaufpreis drücken oder auf den Kauf verzichten".

Der erwähnte Fall: Herr F., ein begeisterter Biker, hat sich von privat zu privat ein Gebrauchtes-Bike gekauft, das er im Internet aufgespürt hatte. Ganz penibel hat er sich von der ARBÖ-Website den Mustervertrag für den Kauf von privat zu privat ausgedruckt,. Beide Vertragspartner haben unterschrieben und - wie bei solchen privaten Verträgen üblich - die gesetzliche Gewährleistung des Verkäufers ausgeschlossen. Damit hat der Käufer jedes Risiko übernommen. Der Verkäufer merkte noch an, die Honda sei intakt, würde aber nicht anspringen, weil sie ein Jahr lang nicht bewegt worden sei. Käufer F vertraute ihm und blätterte die geforderten 900 Euro hin.

Die Vorfreude auf die neue Motocross-Maschine war jedoch verfrüht. Es stellt sich heraus, dass die Maschine völlig kaputt war. Sein Versuch, vom Verkäufer sein Geld wieder zurückzukriegen, schmetterte dieser kaltschnäutzig ab. Ein Reinfall also, Pech gehabt? "Mitnichten", machte Gerald Hufnagel vom ARBÖ-Rechtsreferat dem enttäuschten langjährigen ARBÖ-Mitglied F. Mut, dass in seiner Verzweiflung das ARBÖ-Rechtsreferat um Rat gefragt hatte. In diesem Fall handelte es sich um einen glaskaren Betrugsfall durch den Käufer, gegen das man mit einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft vorgehen kann. "Obendrein kann der Vertrag wegen Täuschung zivilrechtlich wegen Irrtums angefochten werden", informiert Hufnagel. Die Beweislast liegt dann beim Käufer als klagende Partei. Im Fall des Herrn F. genügte es, dem Verkäufer mit einer Anzeige zu drohen. Und schon bekam das ARBÖ-Mitglied seine 900 Euro zurück. Und der Verkäufer bekam sein defektes Bike zurück.

"Betrugsfälle kommen öftes vor als man denkt, Ankaufstests sind dringend anzuraten", informiert der ARBÖ-Rechtsexperte. Der ARBÖ führt für seine ARBÖ-Mitglieder Ankaufstests sowohl für Motorräder (Kosten: 41,75 Euro) als auch für PKW (Kosten: 58,95 Euro) durch. Dabei werden die Fahrzeuge penibel nach einem ganz genauen Schema überprüft. Fazit: Herr F. bekam sein Geld zurück, der Verkäufer sein kaputtes Bike.

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