- 25.02.2008, 17:04:28
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Skandal um falsche Krebsuntersuchung zu Mobilfunk - BILD/ANHANG
Mobilfunk-Diskussion muss versachlicht werden

Wien (OTS) - Die Ende Jänner zu Mobilfunk erschienene Krebsstudie
des Umweltmediziners der Salzburger Landessanitätsdirektion und
Referenten für Umweltmedizin der österreichischen Ärztekammer, Dr.
Gerd Oberfeld, sorgte für große Aufregung. Seine Arbeit im Auftrag
des steiermärkischen Gesundheitsressorts bezieht sich auf den
Zeitraum von 1984 bis 1997. Der Umweltmediziner stellte darin ein
erhöhtes Krebsrisiko bei Anrainern einer C-Netz Mobilfunkanlage im
Raum Vasoldsberg/Hausmannstätten fest. Allerdings: An diesem Standort
gab es nie eine C-Netz-Anlage und bis zum Jahr 1994 überhaupt keine
Mobilfunk-Anwendung. Die Mobilfunkbetreiber fordern daher vom
Verfasser einen öffentlichen Widerruf seiner falschen
Krebsuntersuchung und rufen zu einer sachlich geführten
Mobilfunkdiskussion auf.
Die Verbreitung der Ergebnisse hat neben der öffentlichen
Panikmache auch für die österreichische Mobilfunkbranche hinsichtlich
Netzausbau und Ansehen in der Öffentlichkeit sowie Einschätzung der
Technologie negative Auswirkungen. "Daher hat sich mobilkom austria
als heutiger Eigentümer des betroffenen Standortes in Übereinkunft
mit allen österreichischen Mobilfunkbetreibern entschlossen, Herrn
Dr. Gerd Oberfeld, via rechtsanwaltlichem Schreiben zum Widerruf
aufzufordern", erklärt Maximilian Maier FMK-Geschäftsführer. Dies
wurde in offiziellen Schreiben auch den zuständigen Landes- und
Bundesstellen sowie den politisch Verantwortlichen mitgeteilt.
Zur Historie: C-Netz war nie am Standort installiert
"Die ersten 10 Jahre des angegebenen Untersuchungszeitraumes von
1984-1997 war an diesem Standort überhaupt keine Mobilfunkanlage
aufgestellt. Es ist unverantwortlich, wenn Krebsfälle einer nicht
vorhandenen Mobilfunkanlage zugeschrieben werden", sagt Heinz Münzer,
Infrastrukturleiter Steiermark bei mobilkom austria seit 2001.
"mobilkom austria hat die Daten mehrfach in alle Richtungen überprüft
und sämtliche Archive durchstöbert, weil wir diesen Fehler selbst
nicht glauben konnten. Aber die Fakten sind eindeutig", bestätigt er,
wie die offiziellen Aufzeichnungen in den historischen Daten der
Post- und Telegraphendirektion, die 3 eidesstattlichen Erklärungen
von Zeitzeugen sowie die Chronologie dieses Standortes eindeutig
beweisen. "Eine C-Netz-Station war nie an diesem Standort vorhanden."
Das Foto im vorliegenden Bericht, das öffentlich verbreitet wurde,
zeigt eine D-Netz-Station, die an diesem Standort im Jahr 1994 für 6
Monate als Provisorium installiert war. Danach wurde diese
D-Netz-Antenne (D-Netz = Nachfolger von C-Netz) auf einem 33 m hohen
Rohrmasten am selben Grundstück aufgestellt.
Wegen weitreichender Folgen des Berichts qualifizierter Widerruf
gefordert
"Die Verantwortlichen in Österreich dürfen nicht zur Tagesordnung
übergehen", fordert Claudia Übellacker, Leiterin des Umweltteams bei
mobilkom austria, "denn hier handelt es sich um keine Papierstudie,
sondern um konkrete Schicksale von Menschen aus Hausmannstätten und
Vasoldsberg, denen vorgegaukelt wurde, die Ursache für die Krebsfälle
und deren Leid ausgeforscht zu haben." Die Recherchearbeit des
Umweltmediziners zum untersuchten Standort bezeichnet sie als "grob
fahrlässig." Oberfeld wandte sich im August 2007 an die mobilkom
austria bezüglich allgemeiner C-Netzdaten in Österreich. Auf
spezifische Rückfragen von mobilkom austria hinsichtlich des Zweckes
der benötigten Daten und der konkreten Frage über die Studienregion
wurde vom Verfasser der Untersuchung bis heute nicht geantwortet.
Ebenso verärgert über "die krankmachende Fahrlässigkeit und die
Verunsicherung von Menschen durch Angstmacherei" zeigt sich Margit
Kropik, External Affairs und EMF, T-Mobile Austria. Ohne derzeit
laufenden statistischen Untersuchungen dieser Arbeit durch
öffentliche und universitäre Stellen vorgreifen zu wollen, sei
bereits klar, dass aus "völlig unzureichenden Fallzahlen eine bis zu
121-fache Risikoerhöhung errechnet wurde. Unverzichtbare Vergleiche
mit Fallzahlen des öffentlichen Krebsregisters aus Österreich fehlen
völlig. Es erschließt sich daher nicht, auf welche Grundlage sich der
Anstieg bezieht." Kropik kritisiert weiters, dass "die Arbeit auch
Krebsfälle vor 1994 beinhaltet, also jene 10 von 13 Jahren des
untersuchten Zeitraumes betreffen, indem überhaupt kein Mobilfunk am
Standort vorhanden war".
Oberfeld-Studie ist Beleg dafür, dass diese Methodik zu falschen
Ergebnissen führt
"Es ist Zeit mit dem Mythos des Salzburger Milli- oder gar
Mikrowatts endgültig aufzuräumen", sagte Johann Killian, Umwelt und
EMVU, One. In Österreich sind mit der ÖVE/ÖNORM E 8850 die von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem EU-Rat empfohlenen
Grenzwerte für elektromagnetische Felder des Mobilfunks bundesweit
verbindlich. Diese Grenzwerte werden als aktueller Stand der
Wissenschaft und Technik von den Mobilfunkbetreibern bereits seit
Jahren eingehalten. Im täglichen Betrieb der Mobilfunknetze werden
diese Werte sogar weit unterschritten.
"Die politisch motivierten Forderungen könnten nur durch ein
Abschalten der Mobilfunknetze erfüllt werden", erklärte Killian. Dies
weisen auch die Ergebnisse des Berichts des Schweizer Bundesamtes für
Kommunikation (BAKOM) vom Februar 2002 und neuere Untersuchungen aus
Deutschland nach. Killian merkte an, dass gerade in alpinen
Tourismusgebieten wie Salzburg die verlässliche Verfügbarkeit von
Mobilfunk nicht außer Acht gelassen werden darf: "Die in Salzburg
erhobenen Forderungen bedeuten nämlich gleichzeitig die Abschaltung
des einzigen flächendeckenden Notrufsystems für die Allgemeinheit. Es
ist verwunderlich, dass dieser Umstand von den für die öffentliche
Gesundheit Verantwortlichen konsequent verschwiegen oder negiert
wird."
UMTS - neue Technologie mit weniger Sendeleistung
Wie unseriös die politischen Forderungen aus Salzburg sind, zeigen
auch die technischen Ausführungen des Umweltmediziners im Bericht zu
UMTS. "In diesem Bereich lassen sich die technischen Falschaussagen
auch messtechnisch nachprüfen", erklärt Harald Daspelgruber,
EMVU-Communication-Manager, Hutchison 3G Austria. UMTS (Universal
Mobile Telecommunications System) ist ein neues Mobilfunksystem, dass
höhere Datenraten und damit schnellere Verbindungen als in GSM-Netzen
erlaubt und dabei mit weniger Sendeleistung arbeitet - entgegen den
Behauptungen des Umweltmediziners aus Salzburg. Die Sendeleistung ist
immer nur so hoch, wie sie für eine gute Verbindung gerade sein muss.
GSM-Handys haben eine maximale Sendeleistung von 2 Watt,
UMTS-Mobiltelefone überhaupt nur ein Achtel davon (0,25 Watt).
Kühle Köpfe, klare Konzepte braucht die Mobilfunk-Diskussion der
Zukunft
"Solche Angstmacher-Berichte haben die Mobilfunk-Diskussion in
Österreich seit langem entsachlicht. Auch die politisch
Verantwortlichen werden damit unter Druck gesetzt", sagt Maximilian
Maier. Diese Kuriosität zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Dr. Gerd
Oberfeld in derselben Expertengruppe sitzt, der diese Studie zur
Begutachtung seitens des Gesundheitsministeriums zugewiesen wurde.
Die Mobilfunkbranche fordert, dass damit nun ein Schlussstrich
gezogen werde und wir zu einer sachlich geführten
Mobilfunk-Diskussion übergehen, die Maier folgendermaßen skizziert:
- Anerkennung der bestehenden Leitlinien für gute Forschungspraxis (z.B.: unabhängige Wiederholbarkeit, statistische Belastbarkeit, Ausschluss von Co-Faktoren...) - Arbeiten müssen wissenschaftlicher Überprüfung standhalten - Mobilfunk-Messungen durch in Österreich akkreditierte Mess- und Prüfinstitute - Beurteilung des gesamten wissenschaftlichen Kenntnisstandes - Interdisziplinäre (fächerübergreifende) Forschung - Genaue Überprüfung des Einsatzes von Steuergeldern für Forschungsarbeiten - Jährliche Messreihen zur sachlichen Information der Bevölkerung
Maier abschließend:"Österreich braucht eine seriöse
Mobilfunkpolitik, die befürchteten Risiken nachgeht, ohne deshalb auf
Ängsten und Panikmache aufzubauen. Eine Aufgabe, die ebenso kühle
Köpfe wie klare Konzepte erfordert", so Maier.
Er verweist auf den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Funkwellen
und Gesundheit, festgehalten im Faktenblatt Nr. 304 der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Mai 2006, wonach ein
ursächlicher Zusammenhang zwischen Funkwellen und Krebserkrankungen
von wissenschaftlichen Experten regelmäßig verneint wird. Die Studien
haben keinen Beweis dafür erbracht, dass Funkwellen von Sendeanlagen
das Krebsrisiko erhöhen.
Links: Service: WHO- Faktenblatt Nr. 304:
http://www.ots.at/redirect.php?whofakten
O-Ton-Service: Das Tonmaterial steht honorarfrei auf www.O-Ton.at
zur Verfügung. Wir bitten jedoch um einen Hinweis, wie Sie den
Beitrag eingesetzt haben an [email protected].
Unterlagen zur Pressekonferenz können Sie kostenlos bei
[email protected], Tel. 01/58839-14 (Frau Neusser), anfordern.
Fotos von der Pressekonferenz der österreichischen
Mobilfunkbetreiber unter:
http://pressephotos.at/cat65.htm (Daniel K. Gebhart).
FMK - Forum Mobilkommunikation
Die freiwillige Brancheninitiative FMK ist Ihr Ansprechpartner bei
allen Fragen zu Mobilkommunikation und der Mobilfunk-Infrastruktur.
Das FMK vermittelt zwischen Betreibern und Gemeinden, um gemeinsame
Lösungen zu finden. Wir liefern Ihnen Zahlen, Daten und Fakten, damit
Sie sich Ihre persönliche Meinung über Mobilfunk bilden können.
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