• 25.02.2008, 09:11:27
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AHS-Scholik: Mehr Ehre der Lehre

Die Vielfalt der Talente und Neigungen braucht vielfältiges Bildungsangebot!

Wien (OTS) - Erstaunt reagiert die Vorsitzende der
AHS-Gewerkschaft Eva Scholik auf die in den letzten Tagen
publizierten Interpretationen zu den Bildungswegen der
Vierzehnjährigen: "Der AHS vorzuwerfen, dass sie den größten Teil
ihrer Unterstufenschüler zur Matura führt, ist geradezu skurril.
Hauptschulen und AHS erfüllen die ihnen gesetzlich zugeschriebenen
spezifischen Aufgaben und bereiten sowohl auf den Berufseinstieg als
auch auf ein Studium vor!"

Fünfzig Prozent der österreichischen Maturant/innen sind nach der
Hauptschule über die Oberstufengymnasien oder über berufsbildende
höhere Schulen zur Universitätsreife gelangt. "Das ist der beste
Beweis für die Durchlässigkeit des österreichischen Bildungssystems"
hält Scholik fest.

Erschüttert zeigt sich Scholik über diffamierende Äußerungen
linker Bildungspolitiker/innen über die Berufsschulen und
berufsbildenden mittleren Schulen (BMS). Wenn sozialdemokratische
Politiker/innen diese Ausbildungswege implizit als "minderwertig"
abqualifizieren, so missachten sie völlig den Bedarf des
Arbeitsmarktes, auf dem eklatanter Mangel an gut ausgebildeten
Fachkräften herrscht.

Scholik weiter: "Wer Berufsschulen und berufsbildende mittlere
Schulen schlecht redet, beweist, dass von Rot/Grün in Wahrheit nicht
die Gesamtschule der 10- bis 14-Jährigen, sondern die Einheitsschule
der 10- bis 18-Jährigen mit Einheitsmatura angepeilt wird."
"Es kann doch nicht Ziel erfolgreicher Bildungspolitik sein, alle
Kinder ohne Rücksicht auf deren Neigungen und Talente zu einer
Einheitsmatura und einem Universitätsstudium zu führen, während
gleichzeitig die Wirtschaft unter enormem Fachkräftemangel leidet",
appelliert Scholik an die Bildungspolitik.

"Bundeskanzler Gusenbauer selbst, der nach der vielzitierten
Sandkiste ein höchst erfolgreicher Gymnasiast war, ist ein
klassischer Beweis dafür, dass die Vielfalt unseres Schulsystems seit
Jahrzehnten ein wertvolles und auch genutztes Angebot an alle
Bevölkerungsschichten ist", hält Scholik fest. "Österreichs Jugend
braucht vielfältige Optionen für vielfältige Talente. Wer der jungen
Generation diese breite Palette verweigert, hat mittelfristig ein
Ansteigen der Zahl arbeitsloser junger Leute zu verantworten, denen
ein entwertetes Maturazeugnis nichts helfen wird! Finnlands
Rekord-Jugendarbeitslosigkeit ist diesbezüglich ein abschreckendes
Beispiel!" so Scholik weiter. "Durch die Berufsreifeprüfung steht
seit über einem Jahrzehnt jedem, der dies anstrebt, auch ohne
klassische Matura der Weg zur Universität offen. Eine
Zwangsbeglückung Jugendlicher kann nicht Ziel sinnvoller
Bildungspolitik sein!" so Scholik abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Christiane Bartoga
AHS-Gewerkschaft
Tel.: 01/405 61 48
mailto:[email protected]

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