• 22.02.2008, 11:51:30
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Darfur: Bevölkerung fleht UNO nach neuen Luftangriffen um Hilfe an

UNHCR-Hilfskonvoi dringt wegen Militäraktionen nicht zu Flüchtlingen vor

Wien (UNHCR) - Die Bevölkerung von Sirba, einer Stadt nördlich von
El Geneina in West-Darfur, hat die Vereinten Nationen um Hilfe
angefleht, als Vertreter von UNHCR, Unicef und dem
Welternährungsprogramm am Donnerstag nach den jüngsten Luftangriffen
der sudanesischen Regierung eine Fact-finding-Mission in die Region
unternahmen. Die Flucht in den benachbarten Tschad sei wegen des
andauernden Konflikts und wegen bewaffneter Banditen zu gefährlich,
berichteten die Bewohner von Sirba, deshalb bräuchten ihre Dörfer
dringend mehr Sicherheit. In Gesprächen mit Flüchtlingshelfern des
UNHCR äußerten sich die Darfuris sehr besorgt über ihre Landsleute,
die vor zwei Wochen in den Ost-Tschad geflohen waren.

Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR war und ist schockiert
über den Grad an Zerstörung in Sirba. Die jüngsten Angriffe haben
auch die nahen Dörfer Silea und Abou Sourouj schwer getroffen, davor
hatten die drei Gemeinden insgesamt 30.000 Einwohnerinnen und
Einwohner. Viele Dorfbewohner, die wegen der Luftangriffe vom 8.
Februar in Darfur geflohen waren, sind inzwischen wieder nach Sirba
zurückgekehrt. Dort erhielten sie von der UNO dringend benötigte
Hilfsgüter, darunter Essen, von der sudanesischen Regierung kamen
Zelte.

In West-Darfur hilft UNHCR - neben anderen Organisationen - den
Dorfgemeinden und den Camps der Binnenvertriebenen direkt. Menschen,
die in Sicherheit sind, aber deren Grundbedürfnisse nicht gedeckt
sind, sollen mit dieser Direkthilfe davon abgehalten werden, in
bereits überfüllte Lager aufzubrechen.

Im Ost-Tschad versuchte am Freitag (22.2.) ein UNHCR-Hilfskonvoi von
der Stadt Guereda aus zu den jüngst gestrandeten Flüchtlingen an der
Grenze vorzudringen. Wegen Militäraktionen auf der Darfur-Seite
mussten die Flüchtlingshelfer aber umkehren.

Über 200 UNHCR-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich im
Ost-Tschad um die zwölf UNHCR-Flüchtlingslager. Zudem koordiniert die
Organisation die provisorischen Siedlungen der Binnenvertriebenen.
Insgesamt leben rund 487.000 Vertriebene im Ost-Tschad, davon 180.000
Staatsbürger dieses Landes, 252.000 Darfuris und etwa 50.000
Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik.

In Kamerun, wohin nach den jüngsten Kämpfen im Tschad rund 30.000
Menschen geflohen waren, hat UNHCR inzwischen ein Flüchtlingscamp,
Maltam-1, wiedereröffnet. Die ersten Flüchtlinge wurden aus dem
unmittelbaren Grenzbereich dorthin verlegt, wo sie besser betreut
werden können.

Rückfragehinweis:
Gabrielle Sabourin
Tel.: (+43/1) 260 60-4048
mailto:[email protected]

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