• 20.02.2008, 16:30:00
  • /
  • OTS0257 OTW0257

10 Jahre AUVA Pflegepreis Burgenland: LH Niessl zeichnet Dubravka Köller aus Stoob für 2007 aus

Eisenstadt (OTS) - Seit zehn Jahren wird der AUVA Pflegepreis
Burgenland für die mehrjährige, aufopfernde Pflege eines nach einem
Arbeitsunfall dauerhaft Schwerverletzten im Familienverband vergeben.
Die Preisträgerin des Jubiläumsjahres 2007 ist Dubravka Köller aus
Stoob. Die Ehrung fand am Mittwoch, dem 20. Februar 2008, um 16 Uhr
30, im Schloss Esterhazy in Eisenstadt statt. Der AUVA Pflegepreis
Burgenland 2007 wurde von Landeshauptmann Hans Niessl und Direktor
Ing. Johann Kaiser, AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt)
Landesstelle Wien verliehen. Dazu waren auch alle bisherigen
Preisträgerinnen und Preisträger eingeladen.

Der Pflegepreis entstand 1998 auf Initiative der Landesstelle Wien
der AUVA und steht unter der Patronanz des Landeshauptmannes. Die
Gewerkschaft Bau-Holz steuert einen Urlaub bei; der Gutschein dafür
wurde von Kammerrat Rudolf Silvan, übergeben.

"Mit dem Pflegepreis will die AUVA jenen danken, die einen
Schwerstversehrten über viele Jahre hinweg bei sich zu Hause pflegen
und dafür viele Opfer auf sich nehmen. Die Pflege zu Hause bedeutet
körperliche und seelische Betreuung rund um die Uhr. Parallel dazu
gilt es den Haushalt, weitere Familienmitglieder zu versorgen,
Termine zu koordinieren. Unsere Preisträgerinnen und Preisträger sind
echte Familienmanager," sagte Dir. Ing. Johann Kaiser bei der
Jubiläumsfeier und dankte Landeshauptmann Hans Niessl für den
feierlichen Rahmen und seinen Ehrenschutz.

"Die Pflege eines hilfebedürftigen Familienangehörigen verdient
größte Anerkennung und Wertschätzung. Denn die Anforderungen an die
Angehörigen sind sehr groß. Großteils sind es Frauen, die sich sehr
liebevoll und mit sehr viel Aufopferung um hilfsbedürftige Angehörige
kümmern. Still und bescheiden, meist unbeachtet von der
Öffentlichkeit, erbringen sie eine herausragende Leistung. Mit der
Verleihung des Pflegepreises werden diese Menschen seit nunmehr zehn
Jahren vor den Vorhang gebeten. Und ich halte das für sehr wichtig,
diese beachtlichen Leistungen zu würdigen. Diese Menschen sind ein
Vorbild in unserer Gesellschaft," betonte Landeshauptmann Hans
Niessl.

Zu den Gratulanten zählten Familienmitglieder, Freunde, Landesrat
Dr. Peter Rezar, Nationalratsabgeordnete Edeltraud Lentsch,
Landessekretär Karl Marhold, Gewerkschaft Bau-Holz, Pflegedirektorin
Mag. Renate Peischl, Burgenländische Krankenanstaltengesellschaft,
Chefredakteur Manfred Murczek, BF-Burgenlandwoche, Bruno
Stutzenstein, Bürgermeister von Stoob, Markus Schrödl,
Vizebürgermeister von Stoob, Pater Tadeusz Trojan, Pfarrer
Oberpullendorf/Stoob, DGKS Hermine Ebner, Pflegedienstleiterin UKH
und RZ Meidling, Chefarzt MR Dr. Djawad Lessan, AUVA Landesstelle
Wien.

Zum Jubiläum wurden alle bisherigen Preisträgerinnen und
Preisträger eingeladen. Den AUVA Pflegepreis erhielten bisher in
chronologischer Folge:
Herbert Steiner aus Nickelsdorf, Anneliese Dorfmeister aus
Tschurndorf, Margarete Renz aus Güssing, Maria Plank aus Mattersburg,
Eleonore Benedek aus Markt Allhau, Maria Jandl aus Neusiedl am See,
Ulrike Haring-Kremsner aus Schattendorf und Karoline Pöll aus
Grafenschachen, Maria Habeler aus Wiesen, Adelheid Kreminger,
Gattendorf.

Der AUVA Pflegepreis

Der AUVA Pflegepreis besteht aus der offiziellen Ehrung beim
Landeshauptmann, einer Urkunde und dem Bronze-Relief "Sonnenstiege"
des Künstlers Prof. Horst Aschermann. Er wird ergänzt durch einen
Erholungsurlaub in einem behindertengerechten Hotel, der von der
Gewerkschaft Bau-Holz zur Verfügung gestellt wird. Adelheid
Kreminger, Pflegepreisträgerin 2006, war im September 2007 mit ihrem
Gatten eine Woche in Kirchberg in Tirol.

In Österreich leben rund 7.300 Schwerstversehrte nach einem
Arbeitsunfall und rund 3.000 davon in Burgenland, Niederösterreich
und Wien. Die Einstufung als Schwerstversehrter erfolgt bei einer
Minderung der Erwerbstätigkeit um mehr als 50 Prozent. In Burgenland
leben derzeit zwei AUVA Versehrte mit Pflegestufe 7, einer mit
Pflegestufe 6 sowie 13 Versehrte mit Pflegestufe 5 (schwere
Querschnittslähmungen). Für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
(AUVA) zählt die Rehabilitation neben der Prävention, der
Unfallheilbehandlung und der finanziellen Entschädigung zu den vier
Kernaufgaben. In den vier AUVA-Rehabilitationszentren in Österreich
werden jährlich 5.000 Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf
die Rückkehr in ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet.

Die Auswahl der Pflegerin des Jahres erfolgt in einem mehrstufigen
Bewertungsprozess. Gemeinsam mit den regionalen Sozialarbeitern
werden vom Rehabilitationsteam der AUVA-Landesstelle Wien alle
Betreuer, die einen schwerstversehrten Angehörigen nach einem
Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit aufopfernd und lange Jahre
zu Hause pflegen, nominiert. Als Kriterium gilt eine Pflegedauer von
mehr als drei Jahren für Versehrte der höchsten Pflegestufe 7, von
mehr als fünf Jahren für Pflegestufe 6 und mehr als zehn Jahren für
Versicherte der Pflegestufe 5.

Dr. Djawad Lessan, Chefarzt der AUVA-Landesstelle, Hermine Ebner,
Pflegedienstleiterin des AUVA-Unfallkrankenhauses und des
Rehabilitationszentrums Wien-Meidling, und Werner Vogl, Leiter des
Rehabilitationsteams in der Leistungsabteilung, besuchen die
Kandidaten und wählen maximal zwei Pflegepersonen aus.
Ausschlaggebend neben der Anzahl der Pflegejahre sind die
Pflegeintensität, der gesundheitliche Zustand, die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen und die Entbehrungen, die die Kandidaten auf sich
nehmen.

Ist die Kandidatenreihung nicht eindeutig, so trifft die
endgültige Auswahl eine Jury, der in Burgenland Mag. Renate Peischl,
Pflegedirektorin der Burgenländischen Krankenanstaltengesellschaft,
Chefredakteur Manfred Murczek, "BF Die Burgenland-Woche", die
Gewerkschaft Bau-Holz, und Direktor Ing. Johann Kaiser, Leiter der
AUVA-Landesstelle Wien, angehören.

Seit 10 Jahren (Juli 1998) betreut Dubravka Köller ihren Mann
Albin (Tetraparese, Pflegestufe 5) zu Hause. Auf Grund der Länge der
Pflegezeit fiel die Wahl der Jury für 2007 auf sie. Die
AUVA-Landesstelle Wien unterstützt die Familie Köller mit
medizinischen Hilfsmitteln, Darlehen und Zuschüssen zum
behindertengerechten Hausbau und zum Fahrzeugkauf - bisher in Höhe
von rund 75.000 Euro. Albin Köller bekommt eine Unfallrente, eine
Invaliditätspension, sowie derzeit Pflegegeld der Stufe 5.

Dubravka Köller aus Stoob:
AUVA Pflegepreisträgerin Burgenland 2007

Dubravka Köller hat Erfahrung mit Extremsituationen. 1991 mit zwei
Kleinkindern vor dem Krieg in Kroatien geflohen, baute sie sich in
Österreich eine neue Existenz auf. Am Arbeitsplatz lernte sie Albin
Köller kennen und nach seinem Unfall lieben. Ein Verkehrsunfall
führte bei Albin Köller zu Verrenkungsbrüchen von zwei Halswirbeln
und zur Teillähmung. Seit zehn Jahren versucht Dubravka Köller das
Unabänderliche zu akzeptieren und das Beste daraus zu machen - zum
Wohle ihres Mannes und ihrer Familie.

Dubravka Köller wurde am 2. September 1963 in Osijek geboren und
arbeitete zunächst als Bürokauffrau. Der Bürgerkrieg in Kroatien ließ
sie mit ihren drei und zehn Jahre alten Söhnen im Jahre 1991 nach
Österreich flüchten, ihr damaliger Mann folgte später nach. Die Ehe
wurde nach einigen Jahren geschieden.

Albin Köller lernte sie am Arbeitsplatz in einer Metallfabrik in
Stoob kennen. Er arbeitete dort als Koch und sie als Kellnerin. Am
20. Jänner 1997 wurde Albin Köller auf der Heimfahrt vom frisch
gepachteten Betrieb bei einem Verkehrsunfall schwer an der
Halswirbelsäule verletzt. Die Folge war eine Tetraparese, eine
Teillähmung der Extremitäten. Weitere, für andere selbstverständliche
Körperfunktionen sind ebenfalls gestört. Aus Besuchen im Krankenhaus
und der Mitarbeit im Gasthaus in Kaisersdorf wuchs eine Beziehung. Im
April 2002 wurde geheiratet und der Traum vom Leben in einem
Holzhaus, das behindertengerecht gebaut wurde, verwirklicht.

Familie Köller erfüllte den Pachtvertrag für das Gasthaus in
Kaisersdorf, der im Jänner 2002 auslief. Seit dem ist Albin Köller zu
Hause, beschäftigt sich viel mit dem Internet und freut sich über
Besuche von Freunden und Jagdkollegen. Seine Frau ist für Albin
Köller ein wichtiges Ventil, um mit den Unfallfolgen umgehen zu
lernen. Vor allem Wetterumschwünge machen ihm zu schaffen, dann
nehmen Krämpfe, Schwindel und Schwächeanfälle zu. Er versucht seine
Gehfähigkeit so lange als möglich aufrecht zu erhalten und benützt
Krücken und Gehstöcke.

Mit positivem Denken, in Gesprächen mit der Freundin und den nun
mehr schon 19- und 26-jährigen Söhnen versucht Dubravka Köller Kraft
zu tanken. "Ohne Boris und Dejan würde ich heute nicht hier stehen.
Sie haben mich immer unterstützt und dafür möchte ich ihnen danken,"
betont die Pflegepreisträgerin anlässlich der Ehrung.
Soziale Kontakte sind ihr wichtig. So hat sie im WIFI eine
Kosmetik-Lehre abgeschlossen und arbeitet seit zwei Jahren dreimal in
der Woche halbtags in der Therme Lutzmannsburg. Eine
Selbstständigkeit wird für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

Der Tagesablauf wird gemeinsam und in Teamarbeit bewältigt: nach
dem Frühstück holt Frau Köller im Winter das Holz für den Kachelofen
ins Haus, mit dem ihr Mann dann einheizt. Auch gekocht wird
gemeinsam. Nach dem Mittagessen gibt es eine Ruhephase für ihn, ehe
weitere Aktivitäten beginnen können.

Albin Köller ist dank Unfallrente, Invaliditätspension und
Pflegegeld der Stufe 5 finanziell abgesichert. Die AUVA hat bislang
mit den notwendigen Hilfsmitteln (Gehhilfen, Dusch-Schemel), sowie
Darlehen und Zuschüssen zum Hausbau und Autokauf geholfen.

Rückfragehinweis:
Gabriela Würth, GWK
Tel.: (02242) 38300, (0676) 33 24 879
mailto:[email protected]
Internet: www.auva.at/wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel