• 07.02.2008, 09:14:52
  • /
  • OTS0038 OTW0038

Ludwig präsentierte neuen Bildband: "Symbol des Roten Wien"

Buch-Neuheit "Karl-Marx-Hof - Versailles der Arbeiter"

Wien (OTS) - Über den Karl-Marx-Hof, der eine Pilgerstätte für
Architekturfans aus der ganzen Welt darstellt, ist bereits viel
geschrieben worden. Dennoch bietet das liebevoll gestaltete Buch, das
kürzlich im Holzhausen-Verlag erschienen ist, neue Einblicke in den
einzigartigen Gemeindebau. Neben wunderbaren Porträts und
Lebensgeschichten von BewohnerInnen des Karl-Marx-Hof sind darin
eindrucksvolle Beiträge über seine Baugeschichte, über den
Architekten Karl Ehn und großartige historische und zeitgenössische
Architekturfotos zu finden. Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
präsentierte den neuen Bildband am 5. Februar gemeinsam mit den
Herausgebern Gerald und Genoveva Kriechbaum.****

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: "Der soziale Wiener Wohnbau hat
damals wie heute einen weltweit herausragenden Stellenwert. Vor dem
Bauprogramm des 'Roten Wien' war die Wohnsituation in unserer Stadt
nach internationalen Vergleichen die Schlechteste in ganz Europa.
Tausende Menschen waren obdachlos oder fristeten ihr Leben
zusammengepfercht in Mietskasernen. Als die Sozialdemokratische
Partei 1919 die absolute Mehrheit im Wiener Gemeinderat errang,
machte sie den Wiener Wohnbau zu einem positiven Beispiel in ganz
Europa. Es gelang in der Zeit des 'Roten Wien' nicht nur, rund 61.000
Wohnungen zu bauen, sondern den Bewohnerinnen und Bewohnern auch
neue, soziale Errungenschaften, wie Kindergärten, Waschküchen und
Bibliotheken zur Verfügung zu stellen. Der Karl-Marx-Hof wurde mit
seinen zahlreichen, modernen Gemeinschaftseinrichtungen und
großzügigen Grünflächen zum Symbol des 'Roten Wien'. Ein Monument,
das für eine soziale Wohnbaupolitik steht, die allen Wienerinnen und
Wienern qualitätsvolles und leistbares Wohnen ermöglicht. Ich freue
mich deshalb ganz besonders, diesen gelungenen Bildband präsentieren
zu können, der ein sehr persönliches und dennoch umfassendes Bild vom
Karl-Marx-Hof zeichnet."

Nicht nur das Buch selbst, sondern auch seine
Entstehungsgeschichte ist bemerkenswert. Die Herausgeber - Dr. Gerald
Kriechbaum, Österreichischer Botschafter in Abu Dhabi und seine
Tochter Genoveva, Multimediakünstlerin und freie Journalistin, haben
mehrere Jahre an dem Bildband gearbeitet, Fotos und Dokumente
zusammengetragen, BewohnerInnen interviewt und "im Blitzlicht" auch
einige weitere Wohnbauten aus der damaligen Epoche beleuchtet.
Genoveva Kriechbaum: "Das Buch ist aus Liebhaberei und Begeisterung
über den Karl-Marx-Hof entstanden. Wir haben einige Jahre in seiner
Nähe gewohnt und konnten so tagtäglich beobachten, welche große
Bedeutung der Karl-Marx-Hof für unzählige Menschen hat. Als
Auslandsösterreicher ist uns die hohe Wertschätzung für diesen
Meilenstein in der Geschichte des sozialen Wohnbaus besonders
aufgefallen."

Kurzinhalt des Buches

Im ersten Textbeitrag geht Gert Kähler auf die rege Bautätigkeit
im Wien der Zwischenkriegszeit ein. Er stellt das "Rote Wien" vor
seinem historischen Hintergrund dar und beschreibt zunächst die
äußerst desolaten Wohnverhältnisse der Gründerzeit, die der
Ausgangspunkt des erfolgreichen kommunalen Wohnbaus in Wien waren.
Dann widmet er sich ausführlich den programmatischen und
architektonischen Aspekten des "Roten Wien".
Die Baugeschichte des Karl-Marx-Hofes wird von Andrea Nussbaum
nachgezeichnet. Unter dem Titel "Kleiner roter Ziegelstein baut die
neue Welt" stellt die Autorin die Besonderheiten des Wiener Wohnbaus
jener Zeit dar, die nicht nur baulicher Art waren, sondern sich einer
gesellschaftspolitischen Vision verpflichtet fühlten. Ein Beitrag von
Genoveva Kriechbaum unter dem Titel "Der enigmatische Architekt Karl
Ehn 1884-1959" ist dem Erbauer des Karl-Marx-Hofes gewidmet. Die
Autorin zeichnet ein sehr persönliches Porträt des zu Unrecht ein
wenig in Vergessenheit geratenen Architekten, der als Beamter des
Wiener Stadtbauamtes neun große Wohnkomplexe, als bedeutendsten den
Karl-Marx-Hof, plante, der sich jedoch in den politischen Wirren
seiner Zeit nur mangelhaft zurecht fand. Das mag auch der Grund dafür
gewesen sein, dass Ehn zeitlebens vergebens auf staatliche
Anerkennungen und Auszeichnungen für sein umfangreiches Lebenswerk
gewartet hat.
Ein kleiner Teil des Buches ist unter dem Titel "Wien und seine Höfe"
anderen großen Gemeindebauten gewidmet, dem Metzleinstaler-Hof, dem
Reumann-Hof, dem Sandleiten-Hof, dem Karl-Seitz-Hof und dem Rabenhof.
In einem abschließenden Textteil kommen fünf MieterInnen des
Karl-Marx-Hofes - die meisten von ihnen BewohnerInnen der ersten
Stunde - zu Wort, die in lebendiger und zeitweilig sehr berührender
Weise vom Alltag im Karl-Marx-Hof gestern und heute erzählen.

Knapp zwei Drittel des 150-seitigen Werkes werden von
ganzseitigen Farbfotos eingenommen, die den Karl-Marx-Hof und die
anderen "Wiener Höfe" in kunstvoller Weise aus zahlreichen
unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Zusätzlich sind die
Textteile mit Schwarz-Weiß-Fotos aus der wechselvollen Geschichte des
Karl-Marx-Hofes illustriert.

Der Bildband "Karl-Marx-Hof - Versailles der Arbeiter" ist im
Holzhausen Verlag (ISBN 978-3-85493-150-8) erschienen und im
Buchhandel erhältlich. Der Begleittext des Bildbands ist in Deutsch
und Englisch gehalten. Gesponsert wurde das Buchprojekt u.a. vom
Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien (PID) und der Wiener
Städtischen Versicherung. (Schluss) da

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Christiane Daxböck
   Mediensprecherin StR. Dr. Michael Ludwig
   Tel.: 4000/81 869
   E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel