- 04.02.2008, 17:00:00
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Rotkreuz-Soldaten" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 05.02.2008
Wien (OTS) - Im Tschad herrscht Krieg, und das nicht erst seit
gestern. Sonst wäre es nämlich nicht nötig, die Flüchtlingslager
durch Soldaten einer europäischen Eingreiftruppe zu schützen.
Rotkreuz-Helfer und "Ärzte ohne Grenzen" würden genügen.
Die Soldaten just dann zurückzuholen, wenn es kritisch wird, ist
absurd. Gerade jetzt brauchen die Flüchtlinge neben Hilfe auch
militärischen Schutz. Allerdings: Wie 3500 bis 4000 Soldaten im
Tschad mehr als 100.000 Zivilflüchtlinge schützen sollen, hat vorher
offenbar niemand überlegt.
Genau daran krankt es. Die EU agiert einmal mehr hilflos. Sobald es
haarig wird, zieht sie den Schwanz ein und bläst zum Rückzug.
Österreich hat sich leider - vermutlich in der Hoffnung, als
Belohnung einen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu bekommen - vor den
schlingernden Karren spannen lassen.
Das war der eigentliche Fehler. Jetzt heißt es: Mitgefangen -
mitgehangen. Solange es ein UNO- und ein EU-Mandat gibt, muss
Österreich seine Verpflichtungen einhalten. Verteidigungsminister
Norbert Darabos kann nur weiter hoffen, dass der Einsatz unblutig
endet. Sicher sein kann man dessen im Krieg aber nie.
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