"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Rotkreuz-Soldaten" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 05.02.2008

Wien (OTS) - Im Tschad herrscht Krieg, und das nicht erst seit gestern. Sonst wäre es nämlich nicht nötig, die Flüchtlingslager durch Soldaten einer europäischen Eingreiftruppe zu schützen. Rotkreuz-Helfer und "Ärzte ohne Grenzen" würden genügen.
Die Soldaten just dann zurückzuholen, wenn es kritisch wird, ist absurd. Gerade jetzt brauchen die Flüchtlinge neben Hilfe auch militärischen Schutz. Allerdings: Wie 3500 bis 4000 Soldaten im Tschad mehr als 100.000 Zivilflüchtlinge schützen sollen, hat vorher offenbar niemand überlegt.

Genau daran krankt es. Die EU agiert einmal mehr hilflos. Sobald es haarig wird, zieht sie den Schwanz ein und bläst zum Rückzug. Österreich hat sich leider - vermutlich in der Hoffnung, als Belohnung einen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu bekommen - vor den schlingernden Karren spannen lassen.
Das war der eigentliche Fehler. Jetzt heißt es: Mitgefangen -mitgehangen. Solange es ein UNO- und ein EU-Mandat gibt, muss Österreich seine Verpflichtungen einhalten. Verteidigungsminister Norbert Darabos kann nur weiter hoffen, dass der Einsatz unblutig endet. Sicher sein kann man dessen im Krieg aber nie.

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