• 04.02.2008, 16:03:00
  • /
  • OTS0234 OTW0234

"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Wenn es jeder weiß"

Die Nicht-Einhaltung der Arbeitszeit in Spitälern - eine österreichische Lösung.

Wien (OTS) - Die "österreichische Lösung" ist die Kunst des
Kompromisses, der mit ein bisschen Augenzudrücken und viel
"Wir-wern-kan-Richter-brauchen" ein Problem nicht löst, aber ein
Fortwursteln ermöglicht. Wie jahrelang bei der Pflege, seit
Jahrzehnten auch bei der Ärztearbeitszeit.
Jeder weiß es: Ärzte im Spitalsradel arbeiten oft weit über die
gesetzliche Arbeitszeit hinaus, manchmal bezahlt, oft unbezahlt. Und
häufig mit einem Sicherheitsrisiko (übermüdete Lkw-Lenker werden aus
dem Verkehr gezogen, ausgepowerte Ärzte nicht).
Sie tun das, weil der Spitalsbetrieb ohne diese Sonderschichten
zusammenbrechen würde. Weil sich das Gesundheitssystem ausreichend
Ärzte nicht leisten kann. Weil sie den Zusatzverdienst brauchen.
Weil, wenn sie sich gegen das System auflehnten, schon drei Jungärzte
parat stünden, die einspringen würden.
Jetzt soll das Gesetz gegen die Ausbeutung der
Ärzte-Arbeitskraft (seit zwölf Jahren in Kraft!) verschärft werden.
Schön. Aber entweder ist das die Verlängerung der "österreichischen
Lösung". Oder es ist der zweite Schritt vor dem ersten, der da
lauten müsste: So ist unser Gesundheitssystem zu finanzieren.
Das wäre auch eine österreichische Methode.

Rückfragehinweis:
KURIER
Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
[email protected]
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel