Justizwachebeamte: Kampfsporttraining für Gefangene ist eine Zumutung für das Personal!

Wien (OTS) - " Nicht genug, dass Insassen mit allen möglichen und unmöglichen enorm kostenaufwändigen Therapien betreut werden, so hat jetzt ein Programm für Gewaltverbrecher in einer Sonderanstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher in Wien die derzeitige Linie der Frau Bundesminister Berger die Spitze erreicht", betont Johann Winkelbauer, Vorsitzender-Stellvertreter der Justizwachegewerkschaft Österreich.

Schlagtechniken, Griffübungen, Abwehrtechniken mittels Schläge und Griffbefreiungstechniken (sogenannte Würgegriffe) - wie sie in Selbstverteidigungskursen gelehrt werden - werden den Gefangenen im Zuge eines Affektkontrolltrainingslehrganges dort beigebracht. Dahinter steht der Leiter der Strafvollzugsakademie Prof. Wolfgang Gratz. Er hat diese Ausbildung 2003 für Beamte der Einsatzgruppen ins Leben gerufen. Die Trainer, Psychologen und ein Einsatztrainer mit Kampfsporterfahrung, haben österreichweit hunderte Exekutivbedienstete ausgebildet. Jetzt werden die gleichen Inhalte den Gewaltverbrechern vermittelt.

Dieselbe Technik und die gleichen Übungen werden nicht nur bei den Affektkontrolltrainingskursen sondern auch in der Grundausbildung für den Exekutivdienst angewendet, die bei Notfällen in den Justizanstalten ihre körperliche Gesundheit für die Sicherheit in den Gefängnissen riskieren.

Der Vorsitzende des Fachausschusses Albin Simma hat sich heute von der Situation überzeugt, ist bestürzt und fragt sich, wie weit die Brodalinie im Strafvollzug noch gehen wird? Muss erst wirklich etwas einem Kollegen passieren? Im österreichischen Strafvollzug ist vom Krafttraining bis hin zur Boxtrainingsmöglichkeit bereits alles vorhanden. Er sieht darin nicht nur eine Gefährdung der Exekutivbediensteten, sondern fragt sich auch, ob damit die Gefangenen auf zukünftige Zugriffe der Justizwache vorbereitet werden sollen? Sind Exekutivbeamte "Versuchskaninchen" für Tätertherapie im Kampfsport?

Bis 1.1.2007 gab es eine besetzte Sicherheitsabteilung. Die Frau Bundesminister hat sich entschieden, diese Abteilung nicht zu benötigen und die Planstellen einziehen lassen. Mittlerweile nehmen diese Einführungen Ausmaße an, die eine massive Gefährdung aller Bediensteten herbeiführen kann und die verantwortlichen Vorgesetzten schauen zu.

Johann Winkelbauer fordert die Frau Bundesministerin Berger auf, sich dieser Sache anzunehmen und dies sofort einstellen zu lassen. Es gibt anderer Möglichkeiten von Therapien, um gewalttätige Gefangene auf ihre Freiheit vorzubereiten.

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Winkelbauer Johann
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