Darabos: Neubesetzung der militärischen Führung ist Weichenstellung für die Bundesheer-Reform

ÖBH erhält schlankere Strukturen und organisatorische Neuausrichtung

Wien (SK) - Mit den Neubesetzungen der militärischen Führung des österreichischen Bundesheeres will Verteidigungsminister Norbert Darabos "ein Zeichen der Kontinuität einerseits, ein Zeichen des Neuaufbruchs andererseits setzen, den die Umsetzung der Bundesheerreform bedingt". "Die sechs neuen Führungskräfte", so Darabos bei der am Donnerstag abgehaltenen Pressekonferenz, "werden in den nächsten fünf Jahren die Verantwortung dafür tragen, dass die Reform basierend auf der Erfahrung und der Arbeit der letzten Jahre aber auch in Hinblick und mit Visionen für die nächsten Jahrzehnte umgesetzt wird." Als neuen Chef des Generalsstabs präsentierte der Verteidigungsminister Generalleutnant Edmund Entacher, sein Stellvertreter wird Generalmajor Othmar Commenda. Die Leitung der vier neuen Sektionen der Zentralstelle des Ministeriums wurden mit Freyo Apfalter, Dietmar Franzisci, Rainer Holenia und Christian Segur-Cabanac besetzt. ****

Den neuen Generalstabschef Entacher nannte Darabos als den "erfahrensten Offizier des Österreichischen Bundesheeres". Entacher habe 10 Jahre lang eine Brigade geführt und sei viele Jahre Kommandant der Landstreitkräfte gewesen und "kennt die Strukturen, jede Einheit und fast jeden Soldaten des Österreichischen Bundesheeres persönlich und genauestens". Er sei nach Darabos Ermessen "bestens geeignet, dieses Bundesheer auch an militärisch höchster Stelle zu führen". Stellvertreter Commenda sei ausgewählt worden, auch weil sich in der Reform des österreichischen Heeres in den letzten Jahren bereits bewiesen habe. Darabos vertraut auf Commenda, "dass ihm die rasche Schaffung eines neuen, noch schlagkräftigeren, den veränderten Bedingungen angepassten Bundesheeres das höchste Anliegen ist".

Bereitschaft zur Reform stand bei Personalauswahl im Vordergrund

Brigadier Freyo Apfalter wurde mit der neu geschaffenen Sektion Bereitstellung betraut. Darabos hob hervor, dass Apfalter bereits im In- und Ausland in führenden Positionen für das Bundesheer tätig gewesen sei. Leiter der neuen Sektion Planung wird Generalmajor Dietmar Franzisci. Dieser habe als Mitglied der Bundesheer-Reformkommission bereits an der Konzipierung der Umstrukturierung des Heeres mitgearbeitet. Zum Leiter der Sektion 1, der Zentralsektion, bestellte der Verteidigungsminister Rainer Holenia, der bereits in den vergangenen fünf Jahren der Zentralsektion in ihrer bisherigen Form vorgestanden ist. Holenia sei ein hervorragender Jurist mit großer Erfahrung sowohl in der Truppe als auch in der Verwaltung. Ebenfalls neu eingerichtet wurde die Sektion Einsatz. Dieser wird Generalmajor Christian Segur-Cabanac vorstehen. Segur, so Darabos, habe jahrelang große Verantwortung im Rahmen der Ausbildung der Rekruten, Miliz- und Berufssoldaten getragen.

Bei der Personalauswahl, so Darabos, sei neben der fachlichen Eignung vor allem auch "die Bereitschaft, die Bundesheerreform zügig voranzutreiben", im Vordergrund gestanden. "Für mein Vorhaben, die Bundesheer-Reform weiterhin rasch umzusetzen, braucht es auch militärische Führungskräfte, die diesen Prozess mittragen und selbst vorantreiben. Ich bin überzeugt davon, dass jene sechs Personen, die ich heute bestellen werde, diese Anforderungen erfüllen", lobte der Verteidigungsminister das neue Team. Neben der Bewertung der Bewerber durch die hausinterne Bewertungskommission habe man auch die Dienste von Experten einer Personalberatungs-Agentur in Anspruch genommen, der Minister selbst habe persönliche Hearings mit allen Kandidaten durchgeführt.

Schlankere Strukturen und organisatorische Neuausrichtung

Im Regierungsprogramm sei festgehalten worden, so Darabos, dass "die Zentralstelle des Verteidigungsministeriums an das neue Bundesheer anzupassen" sei. "Das gilt auch für die Führungspositionen in meinem Ministerium", machte Darabos klar. Der Minister bekenne sich uneingeschränkt zur Reform. Wichtig seien ihm, Darabos, "schlankere Strukturen und eine organisatorische Neuausrichtung", welche aber auch "eine neue Gliederung und Verschlankung der Führungsstrukturen im Verteidigungsministerium bedingen". Deshalb werde es in Zukunft im Verteidigungsministerium statt bisher sechs Verwaltungseinheiten auf oberster Ebene nur noch fünf geben. Die Zentralsektion, die Kontrollsektion, der Generalstab, der Planungsstab, der Führungsstab und der Rüstungsstab werden abgelöst von der Zentralsektion, der Sektion Planung, der Sektion Bereitstellung, der Sektion Einsatz und natürlich weiterhin der Generalstab.

Darabos erinnerte daran, dass die Bundesheerreform-Kommission unter dem Vorsitz von Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk "in breitem gesellschaftlichem und parteiübergreifendem Konsens" die "komplette Neustrukturierung des Österreichischen Bundesheeres" empfohlen habe. Die Vorschläge hätten wie folgt gelautet:

  • Die Reduktion der Mobilmachungsstärke von 110.000 auf 55.000 Soldatinnen und Soldaten.
  • Die Beibehaltung der Miliz als unverzichtbarer Bestandteil des Bundesheeres.
  • Die Reduktion der Brigaden von fünf auf vier und der Bataillone von 57 auf 39.
  • Die Verkürzung der Grundwehrdienstzeit auf sechs Monate.
  • Die Reduktion der Liegenschaften und Nutzung der Erlöse für Investitionen.
  • Die Begleitung des Prozesses durch ressortinterne soziale Maßnahmen.
  • Und eben auch die Anpassung der Führungsstruktur. (Schluss) gd

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