Faschingskrapfen im "Konsument"-Test: Hofer bäckt am besten

Krapfen vom Bäcker: mehr Dotter, mehr Marmelade.

Wien (OTS) - 100 Millionen Krapfen werden Jahr für Jahr in Österreich verspeist. Jetzt im Fasching haben die Kunstwerke aus feinem Germteig, gefüllt mit viel Marillenkonfitüre und dick bestreut mit Zucker, wieder Hochsaison.

Das Onlineportal www.konsument.at hat 14 Faschingskrapfen in Bäckereien und Supermärkten eingekauft und unter die Lupe genommen. Die runden Kugeln mussten nicht nur gut schmecken, sondern auch in puncto Fett- und Zuckeranteil sowie Marmelade- und Eigehalt ihre Qualitäten beweisen.

"Das Ergebnis hat uns wieder einmal selbst überrascht: Der Diskont-Krapfen von Hofer ist mit 30 Cent pro Stück nicht nur preislicher Spitzenreiter, sondern staubt auch die meisten Punkte im Test ab", berichtet Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation. Ebenso "gut" wie der Schnäppchen-Krapfen sind die getesteten Produkte von Felber, Anker, Billa, Der Mann und Gradwohl. Der Rest ist "durchschnittlich" bis "weniger zufriedenstellend". "Wer viel Marmelade im Krapfen liebt, kauft am besten ein Stück aus der Bäckerei", weiß "Konsument"-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck.

Bäckerei- und Supermarkt-Krapfen im Duell

Sieben der 14 Testkandidaten wurden in Fililalen der Bäckereien Anker, Felber, Gradwohl, Mann, Ströck, Schrott und Waldherr eingekauft. Die restlichen Proben kamen aus den Supermarktketten Billa, Edeka, Hofer, Interspar und Merkur. Zentrale Testkriterien waren der Geruch und Geschmack der beliebten Süßspeise. Darüber hinaus am Prüfstand: der Konfitüren- und Zuckeranteil sowie Fett- und Eigehalt. Bei der sensorischen Prüfung wurde zudem untersucht, ob die Krapfen Rum enthalten.

Kein Diätessen

Die kräftigen und nährstoffreichen Krapfen wurden früher als Vorbereitung auf die Fastenzeit verspeist. Heute dagegen sorgen die hierzulande jährlich rund 100 Millionen verspeisten Krapfen für das eine oder andere zusätzliche Fettröllchen um die Hüfte von Frau und Herrn Österreicher: Zwischen 8 Gramm (Merkur, großer Krapfen) und 24 Gramm Fett (Waldherr) bringt der Genuss eines Krapfen mit sich.

Mit dem Waldherr-Krapfen haben Liebhaber der runden Kugel übrigens gleich ein gutes Drittel der Tagesration an Fett auf einmal intus. Ebenso fett im Geschäft: Schrott, Fischer, Interspar und Felber. Mit mehr als 20 Gramm Fett pro 100 Gramm steht hier die Ampel - nach dem Beurteilungssystem der britischen Food Standards Agency - auf Alarmstufe rot. Für die restlichen Kandidaten blinkt die Ampel immer noch gelb.

Wahre Zuckerbomben

Recht großzügig sind die Krapfen-Hersteller auch mit Zucker, die Ampel leuchet hier ausschließlich rot. Alle Produkte enthalten mehr als 12,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Dabei kommt es nicht darauf an, wie viel Marmelade ein Krapfen in sich hat. Sowohl das Produkt mit dem niedrigsten als auch dem höchsten Zuckergehalt enthält gleich viel Marillenmarmelade. Wer zu einem kleinen Krapfen von Merkur greift, futtert umgerechnet zwei Stück Würfelzucker, bei Ströck sind es dagegen gleich fünf Stück - also mehr als das Doppelte.

Knausern mit Eiern

Gemäß dem Österreichischen Lebensmittelcodex müssen Krapfen aus feinem Hefeteig hergestellt werden. Das bedeutet: Mindestens sechs Eidotter pro Kilo Mehl. Je höher der Dotteranteil, desto besser die Qualität eines Germteigs und desto dunkler seine Farbe. Erstaunliches Ergebnis: Die Hersteller sparen nicht beim Fett und schon gar nicht beim Zucker, dafür knausern sie bei den Eiern. Nur jeder zweite getestete Krapfen enthält die vorgeschriebene Dotteranzahl, die Supermärkte sind dabei knausriger als die Bäckereien.

Mangelware Marmelade

Der Gesetzgeber schreibt mindestens 15 Prozent Marillenmarmelade bezogen auf das Fertiggewicht des Krapfens vor. Wer viel Marmelade liebt, lässt besser die Finger von den Krapfen von Fischer, Anker (verpackt) und Waldherr - alle drei haben den vorgeschriebenen Wert unterschritten. Üppig gefüllt sind dagegen die Krapfen aus den Bäckereien - sie sind im Schnitt zu fast einem Viertel mit Marmelade gefüllt. Klar führend: Der Krapfen von Mann mit einem Konfitürenanteil von 32,4 Prozent. Dass auf die Verpackungsangaben aber nicht immer Verlass ist, beweist der kleine Krapfen von Merkur:
Das Produkt enthält mit 29,1 Prozent Konfitüre doppelt so viel Füllmasse wie auf der Verpackung angegeben.

Keine Rumkugeln

Im Duell um den besten Geruch bzw. Geschmack liegen - mit Ausnahme von Testsieger Hofer - die Bäckereien vorne. Die Supermarkt-Krapfen hatten es dagegen bei den Laienverkostern - mit wenigen Ausnahmen -schwer. Negativ aufgefallen ist der Krapfen von Mann: Bei diesem Produkt rochen und schmeckten die Testpersonen Rum. "Egal ob das Produkt tatsächlich Rum enthält oder nur mit Rumaroma aufgepeppt ist:
Im Kindesalter sollte keine Gewöhnung an alkoholischen Geschmack erfolgen", betont Beck. Und: "Eine entsprechende Auslobung an der Ladentheke oder im Supermarkregal wäre hier wünschenswert."

SERVICE: Die detaillierten Testergebnisse gibt es kostenlos auf www.konsument.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Sabine Burghart
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
Email: sburghart@vki.at
www.konsument.at

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