Sturmschäden: Oberkärntner Gemeinden melden "Gefahr im Verzug"

Rasche Aufarbeitung des Schadholzes und Einrichtung von Nasslagern - LH Haider, LR Martinz und LR Scheuch koordinieren auf politischer Ebene

Klagenfurt (LPD) - "Niemand muss sich alleine gelassen fühlen." Dieses klare Signal gibt es von der Kärntner Landesregierung an alle von Sturmschäden Betroffene. In einer großen Gesprächsrunde mit Landespolitikern, Bürgermeistern, Forst- und Landwirtschafts- sowie Katastrophenschutzexperten wurden heute, Dienstagabend, die drei großen Schadbereiche Kärntens analysiert. Nun soll die rasche Aufarbeitung der geschätzten 1,3 Mio. Festmeter am Boden liegenden Holzes beginnen. In den Regionen sollen Nasslager eingerichtet werden, um den Holzpreisverfall zu stoppen. Einige Oberkärntner Gemeinden melden "Gefahr im Verzug", da dort durch das Schadholz Verklausungen drohen.

Wie Katastrophenschutzreferent Landeshauptmann Jörg Haider mitteilte, ist im Raum Oberkärnten vor allem der Eingang zum Mölltal mit u.a. den Gemeinden Sachsenburg, Möllbrücke, Obervellach, Mühldorf, Reißeck-Kolbnitz betroffen. Hier liege enorm viel Schadholz in steilen Gräben und wasserführenden Bächen. Bei einer Verklausung der Bäche wären mehrere Ortschaften gefährdet. Die Bürgermeister werden daher "Gefahr im Verzug" melden, unter Koordination der Bezirkshauptmannschaft soll dann die möglichst rasche Abarbeitung des Holzes erfolgen, erklärte Haider.

Im Bezirk Feldkirchen sei besonders Sirnitz mit der Hochrindlstraße betroffen. Die Straße sei auf fast zwei Kilometer "völlig zu", sagte Haider. Auch hier soll rasch mit Aufräumarbeiten begonnen werden. Im Raum St. Veit seien Deutsch-Griffen, Metnitz, Friesach und Grades am ärgsten betroffen. Die Schadbereiche um Wolfsberg habe man im Griff, die Kooperation mit Gemeinde und Bezirksbehörden sei bereits gut angelaufen.

Die Maßnahmen sollen laut Haider "generalstabsmäßig" umgesetzt werden. Auf politischer Ebene habe er als Katastrophenschutzreferent gemeinsam mit Agrarlandesrat Josef Martinz und Landesrat Uwe Scheuch die Koordination übernommen. Für das Anlegen der Nasslager habe man einen Experten der Bundesforste als Berater gewinnen können. Zudem werde die Schadenskommission des Nothilfswerkes über Anforderung durch die Bürgermeister bei kleinen Bauern in verzweifelten Situationen rasch Direktbesuche abstatten, sagte Haider. Er dankte auch den rund 1.800 Leuten, die seit Sonntag laufend im Sicherungs-und Aufräumeinsatz stehen.

Für Agrar- und Forstreferent Martinz sind die Nasslager, die breit in den Katastrophengebieten angelegt werden sollen, ein klares Signal an die Bauern, dass ein sofortiger Verkauf des Schadholzes nicht nötig sei. So könne man die enorme Holzmenge über Monate sehen und sie komme nicht plötzlich auf den Markt. Martinz teilte auch mit, dass die Finanzierung der Maßnahmen gesichert sei. So sei der Finanzminister um Aufstockung der Katastrophenfonds-Mittel ersucht worden. Zudem will Martinz mit dem Landwirtschaftsminister um Mittel aus dem Bereich ländliche Entwicklung verhandeln.

Dankbar dafür, dass die öffentliche Hand in Kärnten so schnell reagiert habe, zeigte sich der Kärntner Landwirtschaftskammerpräsident Walfried Wutscher. Vor allem die Nasslager seien dringend notwendig, die entsprechende Zusage des Landes sei "Goldes wert". Wutscher dankte auch dafür, dass existenzgefährdeten Betrieben sofort geholfen werden soll. Für die Kooperation und Partnerschaft zwischen Forst- und Sägewirtschaft sieht er jetzt die "Stunde der Wahrheit" gekommen. Die Sägewerke seien gefordert, eine faire Preispolitik zu gestalten. Wie Wutscher betonte, habe der Sturm nicht nur einen landwirtschaftlichen, sondern einen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht.
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