• 27.01.2008, 18:55:21
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Amtseinführung Bischof Bünker (2): Dank für unkonventionelles Kreuz- und Querdenken

Bundesministerin Schmied: Kirchen sind wichtige Partner in Gesellschafts- und Bildungspolitik

Wien (epdÖ) - "Ich danke Ihnen für das unkonventionelle Kreuz- und
Querdenken", sagte Bundesministerin Claudia Schmied bei der
Amtseinführung des neuen evangelisch-lutherischen Bischofs Michael
Bünker am Sonntag, 27. Jänner, im Austria Center Vienna. Schmied
spielte damit auf das neue Buch des Bischofs unter dem Titel "Mit
weitem Herzen - Glaube kreuz- und quergedacht" an, das in diesen
Tagen in den Verlagen Evangelischer Presseverband und Tyrolia
erschienen ist. Dieses Buch sei eine "beispielgebende Visitenkarte
für Sie als Person und Ihre Kirche", so die Kultusministerin. Der
evangelischen Kirche und den Kirchen der Ökumene dankte Schmied für
das "konstruktive Klima" der Zusammenarbeit und das Engagement im
interreligiösen Dialog. Die Ökumene habe in Österreich eine
gesellschaftliche Kraft "wie in keinem anderen Land Europas"
gewonnen. Die Kirchen, so Schmied, erwiesen sich als wichtige Partner
in gesellschafts- und bildungspolitischen Fragen. Am Internationalen
Tag des Holocaust-Gedenkens erinnerte Schmied an die wichtige
Funktion der Kirchen im Eintreten gegen Rassismus, Antisemitismus und
"jede Form der Intoleranz".

Dass Kirchen in der Wertediskussion oder etwa in der Sorge um
Schwache "unverzichtbare Partner" seien, unterstrich Bundesminister
Martin Bartenstein vor den über 1700 Gästen aus dem In- und Ausland.
Besonders dankte Bartenstein, selbst evangelisch, für die Reaktionen
der Kirchen und Glaubensgemeinschaften auf die Äußerungen im Grazer
Wahlkampf. Besonnenheit habe "in diesen kritischen Tagen" Schlimmeres
verhindert.

"Wir wollen eine tolerante und solidarische Gesellschaft für uns alle
haben," sagte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft,
Anas Schakfeh, Integration bedeute wie alle anderen Bürgerinnen und
Bürger des Landes wahrgenommen zu werden, "nicht mehr und nicht
weniger".

"Ökumene darf nicht stagnieren", sagte der römisch-katholische
Weihbischof Helmut Krätzl in der von Superintendentin Luise Müller
und Superintendent Weiland moderierten Interviewrunde nach dem
Gottesdienst. In wichtigen Fragen müsse noch Einheit entstehen, "aber
nicht alles, was unterschiedlich ist, muss trennend sein", so Krätzl,
der in Vertretung von Kardinal Christoph Schönborn die Glückwünsche
der römisch-katholischen Kirche überbrachte.

Dass jeder Bischof mit den Herausforderungen seiner Zeit konfrontiert
werde, daran erinnerte der Präsident der lutherischen Synode, Peter
Krömer. In seiner Amtszeit hat Krömer bereits mit den beiden
Vorgängern Bünkers im Bischofsamt, Bischof Knall und Bischof Sturm,
zusammengearbeitet. Angesichts der großen Fragen wie Klimawandel,
Globalisierung und Integration gelte es, dem Bischof "guten Mut" zu
wünschen.

"Egal, wie groß oder klein eine Kirche ist. Keine hat das Monopol,
Kirche Jesu Christi zu sein", bekräftigte die norwegische Pfarrerin
und Vizepräsidentin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa
(GEKE), Stephanie Dietrich. Ähnlich auch der sächsische Landesbischof
Jochen Bohl, der die Glückwünsche der Evangelischen Kirchen in
Deutschland (EKD und VELKD) überbrachte: "Die Verheißungen Jesu
Christi, die den Kirchen gelten, werden nicht nach Größe gestaffelt",
so Bohl.

Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at

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