• 25.01.2008, 10:02:00
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Immer mehr Ärzte setzen auf Befund- und Notfallkarte - TEIL 2

Demnächst bieten schon 450 Ärzte in ganz Österreich das neue Patientenservice an. - Fuchs: "Patienten sind Eigentümer ihrer Gesundheitsdaten!"

Wien (OTS) - "Im Gegensatz zur elektronischen Gesundheitsakte ELGA
verfügen bei der Notfall- und der Befundkarte die Patienten über ihre
Gesundheitsdaten", betont Hans-Joachim Fuchs, Arzt für
Allgemeinmedizin in Wien-Alsergrund. Anders als beim
Regierungsprojekt ELGA gebe es bei den beiden Karten auch kein
Problem mit dem Datenschutz. Denn ein Patient, der eine Karte
beantragt, willigt damit ausdrücklich in die Speicherung seiner
Gesundheitsdaten ein. Bei der Befundkarte schützt außerdem ein nur
dem Patienten bekanntes Passwort die Daten vor unerwünschten
Zugriffen. (Im Fall der Notfallkarte gibt es dieses Passwort nicht,
denn die Ersthelfer müssen die Notfalldaten auch dann abrufen können,
wenn der Patient nicht ansprechbar ist.) Für Fuchs, der auch Mitglied
des Referats für medizinische Datensicherung, ELGA und E-Health in
der Wiener Ärztekammer ist, steht jedenfalls fest: "Die Eigentümer
ihrer Gesundheitsdaten sind die Patienten und nicht der Staat. Auch
aus diesem Grund bin ich ein Befürworter der Notfall- und der
Befundkarte."

Fuchs ist einer jener 100 niedergelassenen Ärzte, bei denen die
Patienten jetzt schon die beiden Karten bestellen können. (Eine Liste
jener Ärzte, die die Befund- und Notfallkarte anbieten, findet sich
auch im Internet unter www.befundkarte.at und www.notfallkarte.at)
Weitere 350 Ärzte folgen demnächst, sie haben sich bereits für einen
Installationstermin der notwendigen Software angemeldet. Aber nicht
nur die Ärzte, auch immer mehr Patienten setzen auf die Befund- und
Notfallkarte: "Das Interesse ist riesig", freut sich Praktiker Fuchs,
"die 150 Informationsfolder, die wir aufgelegt haben, waren in
kürzester Zeit vergriffen. Einige Patienten haben die Befund- und
Notfallkarte auch schon beantragt, meist fällt die Entscheidung dann
gleich für beide Karten."

Das rege Patienteninteresse ist für den Wiener Allgemeinmediziner
keine Überraschung. Hätten doch beide Karten unbestreitbare Vorteile
für den Patienten: Bei der Notfallkarte sei ausschlaggebend, dass
sich der behandelnde Notarzt auf die vom praktischen Arzt
eingegebenen, medizinischen Daten verlassen kann. "Es ist immer die
Frage, ob und wie sich ein Patient an seine Gesundheitsdaten
erinnert", weiß Fuchs aus der Praxis zu berichten. "Ein medizinisches
Dokument hingegen, das zum Beispiel eine Penicillinallergie
nachweist, ist unanfechtbar."

Die Befundkarte führt laut Fuchs überhaupt zu einer wesentlichen
Stärkung der Patienten, da deren Befunde nicht mehr so leicht unter
den Tisch gekehrt werden können. "In Österreich ist es leider immer
noch gängige Praxis, den Patienten ihr Eigentum, nämlich ihren
Befund, vorzuenthalten anstatt automatisch auszuhändigen", so die
Kritik. "Deshalb kennen die meisten Patienten ihre Krankengeschichte
gar nicht, zumindest nicht im Detail." Als Beispiel nennt Fuchs den
Krebsabstrich beim Gynäkologen. Hier bekämen die Patientinnen ihren
Befund in der Regel nur bei einem positiven Ergebnis zu sehen. Und
das, obwohl auch ein negativer Befund durchaus interessante
Informationen für die einzelne Patientin beinhalten kann wie zum
Beispiel den Hinweis auf eine mögliche Infektion. Außerdem hätte die
Befundkarte noch einen weiteren positiven Effekt: Sie könne dazu
beitragen, dem Patienten unangenehme Mehrfachuntersuchungen zu
ersparen, was wiederum das Gesundheitssystem entlaste.

Hans-Joachim Fuchs abschließend: "Für mich sind Befund- und
Notfallkarte wertvolle Kontrollinstrumente mündiger Patienten. Und je
mündiger die Patienten, umso effizienter ist das gesamte
Gesundheitssystem."

(Ende)

Rückfragehinweis:
Dr. Hans-Joachim Fuchs
Tel.: 0676/42 50 961

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