Autokauf: Finanzierungsformen im "Konsument"-Test

Auch ohne Feilschen zum Rabatt. Online-Angebote benachteiligen Leasingkunden

Wien (OTS) - Der Frühling ist die Zeit, in der Frau und Herr Österreicher an ein neues Auto denken. Die Zeitschrift "Konsument" hat ihre Tester schon im Herbst losgeschickt. Sie sollten bei 15 Händlern in Wien und Umgebung die Möglichkeiten für einen Rabatt ausloten und nach Angeboten für die Finanzierung fragen.

Erfreuliches Ergebnis: "Auch ohne Verhandeln können Autokäufer Rabatte von durchschnittlich zehn Prozent einheimsen. Wer die hohe Kunst des Feilschens beherrscht, kann aber durchaus noch mehr rausholen", berichtet Franz Floss, Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation. Bei den Kosten liegen Kredit- und Leasingfinanzierung in etwa gleichauf. Sowohl das günstigste als auch das teuerste Angebot im Test ist ein Leasing-Offert.

Kredit- und Leasingangebote am Prüfstand

Als Grundlage für den "Konsument"-Finanzierungsvergleich dienen die Spitzenreiter der österreichischen Zulassungsstatistik, und zwar das jeweilige Basismodell: VW Passat, VW Golf, Ford Focus und Opel Astra. Bei Golf und Astra wurde eine Laufzeit von 36 Monate, bei Passat und Focus 48 Monate ausgewählt. Für den Vergleich wurden der Barkaufpreis und ausgewiesene Gesamtkosten ohne Kredit-/Vertragsgebühren zueinander ins prozentuelle Verhältnis gesetzt. Die von vielen Autohändlern zusätzlich angebotenen Versicherungen wie etwa Kfz-Versicherung sind im Vergleich nicht erfasst.
Zusätzlich zu den Leasing- und Kreditangeboten der Autohändler wurden auch Leasing- und Kreditofferte von Banken im Internet eingeholt. Als Vergleichsbasis wurden die Eckdaten der jeweiligen Autohausangebote herangezogen.

Auch ohne Feilschen zum Rabatt

Die Tester haben bei den Autohändlern nach einem "guten" Preis gefragt, "Feilschen" war nicht erlaubt. Erfreulich: Auch ohne Handeln sind für Autokäufer rund zehn Prozent Rabatt drinnen. Die einzelnen Automarken fahren jedoch eine recht unterschiedliche Linie: Während bei Opel zwischen 14,3 und 17,6 Prozent und bei Ford immerhin zwischen 9,9 und 15 Prozent Preisnachlass zu holen waren, gibt man sich bei VW eher zurückhaltend. Für den Golf gab es zwischen 8 und 8,8 Prozent Rabatt, für den VW Passat 8,9 bis 10,1 Prozent. "Die von uns festgestellten Preisnachlässe sind aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Da ist auf alle Fälle noch mehr drinnen", konstatiert "Konsument"-Finanzexperte Bernd Lausecker. Dass Autos in der Stadt mehr kosten als am Land bestätigte der Preisvergleich übrigens nicht.

Vergleichen lohnt sich

Mit einem Barkauf fährt man naturgemäß am kostengünstigsten. Wer nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, kommt mit Hilfe von Kredit oder Leasing zum Wunschauto. "Bei den Kosten sind sich Leasing und Kredit recht ähnlich. Entscheidendes Kriterium für die Wahl der Finanzierung sind viel mehr die unterschiedlichen Rahmenbedingungen", informiert Lausecker. Allerdings: Vergleichen lohnt sich auf jeden Fall, denn die Bandbreite der Angebote ist groß.

So macht bei den Offerten mit 36 Monate Laufzeit der Unterschied des fremdfinanzierten Preises zum Barpreis 6,6 (Porsche Inter Auto) bis 13,3 Prozent (Opel & Beyschlag) aus - das sind bei einem Barkaufpreis von 16.000 Euro immerhin rund 1072 Euro. Bei VW Passat und Ford Focus liegen die Mehrkosten für die Fremdfinanzierung zwischen 7,9 (VW Schwandl) und 17,3 Prozent (Porsche Wien). Hier beträgt der Unterschied bei einem Kaufpreis in Höhe von 20.000 Euro schon 1880 Euro.

Online-Angebote benachteiligen Leasingkunden

Leasingverträge lassen sich in gewissen, gesetzlich festgelegten Grenzen der individuellen Situation anpassen. Im Internet sind diese Grenzen allerdings recht unterschiedlich. Bei Raiffeisen, Hypo Oberösterreich, BAWAG und Volksbank Salzburg muss der Restwert eine bestimmte Mindesthöhe haben, bei der BA-CA darf die Eigenleistung einen vom Kaufpreis abhängigen Maximalbetrag nicht übersteigen. "Beide Einschränkungen benachteiligen den Leasingkunden", kritisiert Lausecker. "Eine geringe Eigenleistung bedeutet eine hohe Fremdfinanzierung. Ein hoher Restwert ergibt zwar eine niedrigere Ratenhöhe. Doch wenn der Wagen zu Vertragsende weniger wert ist, muss man für die Differenz aufkommen."

"Konsument"-Tipps

Nur etwa jedes fünfte Kfz in Österreich wird bar bezahlt. Wer sich sein Traumauto mittels Leasing oder Kredit finanziert, sollte folgende Punkte beachten:

Mehrere Angebote einholen. Wer Anschaffungskosten und Finanzierungsangebote vergleicht, stärkt seine Verhandlungsposition beim Händler und kann Geld sparen. Ein Prozent Rabatt mehr macht bereits 200 bis 300 Euro aus.

Gesamtkosten vergleichen. Gebühren, Zinsen sowie sonstige Kosten in den Vergleich miteinbeziehen. Einmalige Bearbeitungsgebühren beim Leasing sind oft verhandelbar.

Naturalrabatte berücksichtigen. Ausstattungspakete kommen mitunter günstiger als eine individuelle Zusammenstellung - vorausgesetzt, die Komponenten sagen einem zu. Spielraum gibt es auch bei Zusatzausstattung wie Fußmatten, Erste-Hilfe-Kasten oder Reserverad. Heiße Spartipps sind zudem Vorführwagen, Tageszulassungen und Sondermodelle.

Bei Leasing auf Bedingungen achten. Wer sein Fahrzeug über Leasing finanziert, kann nicht unbeschränkt darüber verfügen. Daher genau überprüfen, ob die Vertragsbedingungen akzeptabel sind. Den Restwert nicht zu hoch ansetzen, da am Vertragsende möglicherweise die Differenz zum tatsächlichen Wert nachzuzahlen ist.

Auf Gütezeichen achten. Das OK-Gütesiegel des Österreichischen Leasingverbandes garantiert einen weitestgehend sicheren Vertragsstandard.

Über Details zum Test informieren das Testmagazin "Konsument" sowie das Onlineportal www.konsument.at.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Sabine Burghart
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
Email: sburghart@vki.at
www.konsument.at

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