"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: Mit voller Hose ...

Die Zinssenkung der US-Notenbank zeigt, wie gefährlich diese Krise ist.

Wien (OTS) - Wenn eine Notenbank in diesem Umfeld die Zinsen um
0,75 Prozentpunkte senkt, dann hat sie - auch wenn dieser Vergleich nicht zum vornehmen Sprachschatz von Notenbankern gehört - die Hose gestrichen voll. Und es ist ein Beweis, wie groß die Gefahr ist, die von der Finanzkrise ausgeht. Angeblich hat das US-Finanzministerium sogar erwogen, die New Yorker Börse zeitweilig zu schließen, wenn der Absturz dort munter weitergeht. Nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch die europäische sind akut gefährdet. Bei der Vergabe von Krediten sind die Banken so vorsichtig geworden, dass Expansionspläne der realen Betriebe wackeln. Das ist doppelt frech, denn es waren die Banken selbst, die diese Krise ausgelöst haben. Ob der Zinsschritt der amerikanischen Notenbank ausreicht, um die schlechten Nachrichten aus den Köpfen der Aktienhändler zu vertreiben, muss bezweifelt werden. Die Chance, dass es das Leiden nur verlängert, oder bestenfalls nach hinten verschiebt, ist ungleich größer. Denn die Firmen verdienen zwar noch gutes Geld, aber die Auswirkungen der Finanzkrise sind immer noch nicht gänzlich zu sehen. Und eines kann eine Zinssenkung nicht: verlorenes Vertrauen zurückbringen.

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