- 22.01.2008, 16:00:00
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"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: Mit voller Hose ...
Die Zinssenkung der US-Notenbank zeigt, wie gefährlich diese Krise ist.
Wien (OTS) - Wenn eine Notenbank in diesem Umfeld die Zinsen um
0,75 Prozentpunkte senkt, dann hat sie - auch wenn dieser Vergleich
nicht zum vornehmen Sprachschatz von Notenbankern gehört - die Hose
gestrichen voll. Und es ist ein Beweis, wie groß die Gefahr ist, die
von der Finanzkrise ausgeht. Angeblich hat das US-Finanzministerium
sogar erwogen, die New Yorker Börse zeitweilig zu schließen, wenn der
Absturz dort munter weitergeht. Nicht nur die US-Wirtschaft,
sondern auch die europäische sind akut gefährdet. Bei der Vergabe von
Krediten sind die Banken so vorsichtig geworden, dass Expansionspläne
der realen Betriebe wackeln. Das ist doppelt frech, denn es waren die
Banken selbst, die diese Krise ausgelöst haben. Ob der Zinsschritt
der amerikanischen Notenbank ausreicht, um die schlechten Nachrichten
aus den Köpfen der Aktienhändler zu vertreiben, muss bezweifelt
werden. Die Chance, dass es das Leiden nur verlängert, oder
bestenfalls nach hinten verschiebt, ist ungleich größer. Denn die
Firmen verdienen zwar noch gutes Geld, aber die Auswirkungen der
Finanzkrise sind immer noch nicht gänzlich zu sehen. Und eines kann
eine Zinssenkung nicht: verlorenes Vertrauen zurückbringen.
Rückfragehinweis:
KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
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