Grüne empört über Burschenschafterfete in der Hofburg

Justizsprecher Steinhauser: "Ein unwürdiger Auftakt für das Gedenkjahr 2008"

Wien (OTS) - "Der Auftakt zum Gedenkjahr 2008 lässt Schreckliches befürchten", befindet der Justizsprecher der Grünen Albert Steinhauser. "Nachdem die Regierungsparteien schon über den Vorstoß der Dritten Nationalratspräsidentin zur Sanierung der jüdischen Friedhöfe kein Wort verloren haben, findet nun der Ball des Wiener Korporationsringes mit staatstragendem Gestus ausgerechnet in der Hofburg statt." In jener laut Selbstdefinition national-freiheitlichen, farbentragenden Arbeitsgemeinschaft geben traditionell sehr weit rechts stehende Burschenschaften wie die Olympia den Ton an. "Letztes Jahr hofierte der Ring den verurteilten Holocaust-Leugner John Gudenus als Ehrengast", erläutert Steinhauser. "Die Tatsache, dass rechtsextreme Organisationen ihre Partys in repräsentativen Räumlichkeiten der Republik feiern dürfen, zeigt auch, dass Antisemitismus und aggressiver Deutschnationalismus hierzulande immer noch salonfähig sind." Hier seien klare Stellungnahmen der Bundesregierung und des Bundespräsidenten fällig. Denn allen Pachtverträgen zum Trotz stehe die Hofburg immer noch im Eigentum der Republik Österreich. "Der Staat hat hier gerade im Jahr 2008 seine demokratische Verantwortung wahrzunehmen", erklärt Steinhauser. "Denn es kann ja wohl nicht sein, dass im Parlament Schweigeminuten abgehalten werden und in der Hofburg die Rechtsextremisten tanzen."

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