- 22.01.2008, 09:30:00
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Fachärzte besser als ihr Ruf: Meist rasche Terminvergabe
Wien (OTS) - "Konsument"-Test zeigt: Kurze Wartezeiten im
Akutfall. Privatzahler werden nicht bevorzugt.
Wie lange braucht es, um als Akutpatient einen Termin bei einem
Facharzt zu erhalten? Werden Privatpatienten gegenüber
Kassenpatienten bei der Terminvergabe bevorzugt behandelt? Antworten
darauf gibt die neue Ausgabe des Testmagazins "Konsument". 90
Facharztpraxen wurden mit der Bitte um einen Termin wegen eines
Akutfalles kontaktiert. In den meisten Fällen war lediglich mit
kurzen Wartezeiten zu rechnen, eine allgemeine Bevorzugung von
Privatzahlern wurde nicht festgestellt. Dennoch: In puncto
Terminvergabe gab es in einigen Fällen auch Anlass zu Kritik.
Zwei Testpersonen - ein Kassenpatient und ein Selbstzahler -
ersuchten telefonisch bei 90 Arztpraxen um einen Behandlungstermin.
Getestet wurden jeweils zehn Ärzte aus neun Fachgruppen. Die von
beiden Testpersonen vorgetragenen, identischen Krankengeschichten
waren so konstruiert, dass kein Notfall vorlag, der eine
Spitalseinweisung notwendig gemacht hätte. Die beschriebenen Symptome
erforderten aber eine möglichst rasche Abklärung durch den Facharzt.
Acht von zehn Ärzten vergaben einen Termin innerhalb von zwei
Tagen, in jeder zweiten Ordination erhielten beide Testpersonen sogar
noch am selben Tag einen Termin. "Konsument"-Gesundheitsexpertin
Bärbel Klepp: "Wird in einem Akutfall nicht bereits am selben Tag ein
Untersuchungstermin vergeben, kann sich ein Nachhaken auszahlen. In
zehn Fällen erhielten die Tester einen rascheren Termin." Lediglich
zwei Mal mussten Privatzahler und Kassenpatient länger als eine Woche
auf ihren Termin warten - in einem Fall allerdings sogar 42 Tage.
Klepp: "Bei zu langer Wartezeit ist es ratsam, auch weitere Fachärzte
zu kontaktieren. Die Chancen, noch am selben Tag einen Termin zu
erhalten, stehen im Akutfall relativ gut." Drei Ordinationen wurden
nicht bewertet: Die Tester versuchten hier eine Woche lang vergeblich
einen Arzt zu erreichen.
Eine allgemeine Bevorzugung von Privatpatienten konnte zumindest
bei den getesteten Arztpraxen nicht ausgemacht werden: In insgesamt
14 Ordinationen erhielt der Privatzahler schneller einen Termin, in
17 Fällen wurde der Krankenkassenpatient bevorzugt. Acht Ärzte wurden
allerdings mit "nicht zufriedenstellend" beurteilt, wenn sie etwa den
Patienten an ein Spital oder eine Ambulanz verwiesen. Gerade hier
wird aber in vielen Fällen eine Überweisung vom niedergelassenen
Facharzt benötigt. Eine Ordination verwies zudem auf die
Notwendigkeit einer Überweisung vom Praktischen Arzt. Klepp: "Seit
der Einführung der e-card können pro Quartal drei Fachärzte aus
verschiedenen Fachgruppen konsultiert werden. Erst beim vierten
Facharzt ist eine Überweisung vom Praktischen Arzt nötig."
Weitere Infos und die genauen Testergebnisse zu den einzelnen
Fachärzten bringt der Februar-"Konsument" ab 24.1. www.konsument.at
präsentiert die Ergebnisse ab sofort.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/ Testmagazin "Konsument" Mag. Sabine Burghart Öffentlichkeitsarbeit Tel.: 01/588 77 - 256 Email: sburghart@vki.at www.konsument.at
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