• 21.01.2008, 11:12:25
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Transparenz und Qualität im Krankenhaus

Unfallkrankenhaus Kalwang unterzieht sich als erstes Krankenhaus der AUVA einem von Krankenhausexperten in Deutschland entwickelten Zertifizierungsverfahren

Wien (OTS) - Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) ist
Österreichs größte soziale Unfallversicherung. Rund 3,1 Millionen
Erwerbstätige und 1,3 Millionen in Ausbildung stehende Menschen sind
bei der AUVA gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert.
Kommt ein Arbeitnehmer in Ausübung seines Berufes zu Schaden, geht
die Haftung des Arbeitgebers auf die AUVA über, die alle Leistungen
erbringt, auf die der Verunfallte gegenüber seinem Arbeitgeber
Anspruch hätte.

"Das beginnt mit der Unfallheilbehandlung mit allen geeigneten
Mitteln in einem der sieben Unfallkrankenhäuser, setzt sich fort bei
der zeitlich unbefristeten medizinischen, beruflichen und sozialen
Rehabilitation in einem der vier Rehabilitationszentren und endet mit
der finanziellen Entschädigung der Unfallopfer. Ein derart
umfassendes "Produkt" bietet wohl keine private Unfallversicherung
der Welt an", sagt der Ärztliche Direktor der AUVA, Professor Hartmut
Pelinka.

"Das UKH Kalwang, mit 70 Betten das kleinste der sieben
Unfallkrankenhäuser, wird seit 1982 von der AUVA erfolgreich geführt.
Seit diesem Zeitpunkt wurde und wird das Haus auf den jeweils
neuesten baulichen und medizinischen Standard gebracht, sodass es
sich heute als Spitzenspital präsentiert. Pro Jahr werden rund 3.500
Patienten stationär und rund 10.500 ambulant betreut", so der
Direktor der AUVA-Landesstelle Graz, Rudolf Mayer.

Die AUVA ist gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Krankenhäuser und
Rehabilitationszentren entsprechend dem höchsten technischen Standard
zu führen.

"Nur wenn sie ihren Patienten und Patientinnen die bestmöglichen
diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bietet, erfüllt sie
die mit der Haftungsablöse verbundenen Ansprüche. Für den
größtmöglichen Erfolg der Unfallheilbehandlung ebenso wichtig sind
die Qualifikation des Personals und die Patientenzufriedenheit. Diese
wird im Unfallkrankenhaus Kalwang der AUVA seit jeher besonders groß
geschrieben", so Professor Pelinka.

Daher wurde schon vor mehr als zehn Jahren der Grundstein dafür
gelegt, Qualitätsmanagement-Aktivitäten in den AUVA-Einrichtungen
strukturiert durchzuführen. Zentral unterstützt die Abteilung
Controlling und Koordination den Ärztlichen Direktor in seiner
Funktion als QM-Beauftragten, dezentral sind in jedem Haus
multiprofessionelle QM-Teams aktiv, die die konkrete QM-Arbeit in der
Einrichtung im Auftrag der Kollegialen Führungen planen und
koordinieren. Qualitätsmanagement ist Aufgabe des gesamten
Krankenhauses von der Führung bis zu jedem einzelnen Mitarbeiter: im
UKH Kalwang wird diese Anforderung in beispielhafter Form gelebt.

Für sein Qualitätssicherungsprojekt, welches unter Einbindung
aller Bediensteten und der Patienten stattfindet und Schritt für
Schritt abgearbeitet und umgesetzt wird, wurde das UKH Kalwang auch
ausgezeichnet.

Nunmehr hat sich das obersteirische Spital einem so genannten
KTQ-Zertifizierungsverfahren unterzogen. Beim KTQ-Verfahren
(Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus) - einem von
Krankenhausexperten in Deutschland entwickelten Verfahren - werden
die Abläufe im gesamten Spital durchleuchtet und nicht nur einzelne
Abteilungen herausgenommen. Zudem sollen die Leistungen des
Krankenhauses für die Patienten transparenter gemacht werden.

Bewertet werden alle Schritte von der Aufnahme des Patienten bis
hin zur Weiterbetreuung nach der Entlassung. Der Rahmen der
Überprüfung spannt sich sogar über die Bewertung der Zuweiser sowie
Lieferanten und schließt auch die Krankenhaus-Seelsorge nicht aus.
"Mit dieser Zertifizierung ist es uns gelungen, sämtliche
Arbeitsschritte bzw. Arbeitsabläufe in klinische Pfade festzulegen,
die von allen Mitarbeitern nachvollzogen werden können, bzw. eine
Mitverantwortlichkeit aller Berufsgruppen darstellen. Darüber hinaus
wurden alle Prozesse, welche die Abläufe, die den Patienten betreffen
- also von der Einweisung bis hin zur koordinierten Entlassung -
bearbeitet, um einen reibungslosen Übergang in die häusliche Pflege
sicher zu stellen", sagt der Ärztliche Leiter des UKH Kalwang,
Primarius Karl Paul.

Schwerpunkte der Überprüfung sind somit die Bereiche
Patientenorientierung, Mitarbeiterorientierung, Sicherheit im
Krankenhaus für Patienten und Mitarbeiter,, Informationswesen,
Krankenhausführung und Qualitätsmanagement, Datenschutz, Umweltschutz
und wirtschaftliche Belange.

Insgesamt umfasst der Maßnahmenkatalog 72 Kriterien, der vom Team
des UKH Kalwang (unter Federführung von Oberarzt Dr. Siegfried
Zöhrer, Dr. Elisabeth Prelog-Igler und Diplomkrankenpfleger Peter
Biela) in eineinhalbjähriger Arbeit bearbeitet wurde. Im ersten
Schritt erfolgte eine kritische Selbstbewertung. Im zweiten Schritt
überprüfte ein Expertenteam aus Deutschland die Qualitätskriterien.

Kritisch überprüft wurde, wie weit die im Selbstbewertungsbericht
dargestellten Maßnahmen des Krankenhauses zur Sicherstellung einer
optimalen Patientenversorgung tatsächlich vorhanden sind und
praktiziert werden. Voraussetzung hiefür ist die Transparenz nach
innen und außen - gemeint ist damit, dass alle Beteiligten die
Abläufe (Behandlungen, Entscheidungen, Ergebnisse,
Verbesserungspläne, etc.) des Krankenhauses klar nachvollziehen und
verstehen können.

"Es ist besonders erfreulich, dass trotz der ständigen Diskussion
über die Ressourcenknappheit und die Qualität im Gesundheitswesen
Organisationen bereit sind, Leistungen zu erbringen, die deutlich
über das in Österreich (heute) geforderte Ausmaß hinausgehen, um an
der systematischen Verbesserung der Qualität in Krankenhäusern zu
arbeiten. Organisationen, die bereit sind, ihre Ergebnisse nach innen
und außen transparent darzustellen. Die KTQ Ges.mbH. gratuliert der
Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, dass sie mit dem UKH Kalwang
ein solches Haus in ihren Reihen hat, und auf Führungskräfte und
Mitarbeiter zurückgreifen kann, die so engagiert ans Werk gehen!",
sagt Gesine Dannenmaier, Geschäftsführerin der deutschen KTQ GesmbH.

"Mit der Erreichung der Zertifizierung ist jedoch unsere Arbeit
nicht abgeschlossen; in weiterer Folge werden und müssen wir daran
arbeiten, eine Ergebnisqualität zu erreichen, um diese jederzeit
präsentieren zu können", so Primarius Paul.

Das KTQ-Zertifikat für das Unfallkrankenhaus Kalwang hat eine
Gültigkeit von drei Jahren. Danach wird das Spital neuerlich einer
Überprüfung durch ein externes Expertenteam unterzogen.

"Die Landesdirektion Graz der AUVA ist stolz auf die Leistung
aller 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die voller Freude und
Schwung dieses große Ziel als erstes UKH der AUVA nach harten
Anstrengungen erreicht haben. Es wird zu einer weiteren Verbesserung
der Qualität der Patientenbetreuung beitragen", meint Rudolf Mayer.

"Das UKH Kalwang wurde nach dem KTQ-System zertifiziert, das von
den Spitzenverbänden des Gesundheitswesens in Deutschland getragen
wird und nach dem bereits 500 Krankenhäuser zertifiziert wurden. Dem
UkH gilt besonderer Dank, dass es sich als Piloteinrichtung zur
Verfügung gestellt hat", sagt die Leiterin der Abteilung Controlling
und Koordination der medizinischen Einrichtungen der AUVA, Friederike
Lackenbauer. Neben dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in
Ried ist Kalwang das zweite Spital in Österreich, das nunmehr dieses
Qualitätszertifikat besitzt.

Was die AUVA von der privaten Unfallversicherung vor allem
unterscheidet, ist ihr Engagement bei der Prävention, der Verhütung
von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Damit hat die AUVA
wesentlich dazu beigetragen, dass laut jüngst veröffentlichtem
Fehlzeitenreport die Unfallhäufigkeit zwischen 1974 und 2005 um 44
Prozent gesunken ist.

Das Besondere an der AUVA ist, dass ihre vier Kernaufgaben, also
die Prävention, die Unfallheilbehandlung, die Rehabilitation und die
finanzielle Entschädigung, aus einer Hand kommen. Dadurch entsteht
ein hoher synergetischer Nutzen: "Denn was wir an Unfällen verhüten,
brauchen wir nicht zu behandeln. Und je besser wir Unfallopfer
behandeln, desto weniger müssen wir für deren Rehabilitation und
finanzielle Entschädigung aufwenden", so Professor Pelinka.

Darum hat die Unfallheilbehandlung der AUVA seit Professor Lorenz
Böhler einen besonders hohen Stellenwert. Prof. Böhler schlug dem
damaligen Leiter der Arbeiterunfallversicherung vor, "durch
planmäßige Behandlung Frischverletzter die Anzahl und die Höhe der
Ausgaben für vorübergehende oder dauernde Renten um 50 bis 70 Prozent
herabzusetzen". - Bereits ein Jahr nach der Eröffnung des ersten
Unfallkrankenhauses im Jahr 1925 waren die Errichtungskosten und die
gesamten Betriebskosten des Krankenhauses durch Renteneinsparungen
abgedeckt.

Über die AUVA: Soziale Unfallversicherung für rund 4,4 Millionen
Versicherte

Bei der AUVA sind rund 4,4 Mio. Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Mio. Arbeiter,
1,5 Mio. Angestellte, 370.000 Selbstständige sowie 1,3 Mio. Schüler
und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale
Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber.
Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes
Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 3.930,00 Euro) als
Unfallversicherungsbeitrag ein.

Prävention ist die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, weil sich
damit das Schadensgeschehen ursächlich beeinflussen lässt.
Prävention, also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von
Berufskrankheiten, senkt die Kosten für die Heilbehandlung, die
Rehabilitation und die finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am
wirksamsten. Die AUVA hat sich daher nie als "Verwalter" von
Arbeitsunfällen betrachtet oder sich darauf beschränkt, "nur" die
Haftung der Arbeitgeber im Falle von Arbeitsunfällen oder
Berufskrankheiten zu übernehmen. Die AUVA hat es immer als ihre
vorrangige Aufgabe angesehen, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle zu
verhüten: etwa durch intensive Aufklärung über Gefahren am
Arbeitsplatz, Information oder Motivation der Arbeitgeber und
Arbeitnehmer, durch Forschung oder durch vorbeugende Betreuung von
besonders bedrohten Versicherten. In die Säule Prävention wurden 2006
rund 56 Mio. Euro investiert.

Rückfragehinweis:

AUVA - Sicherheitsmarketing und Presse
   Dr. Wilfried Friedl
   Adalbert-Stifter-Straße 65, 1200 Wien      
   Tel.: +43 1 33 111-530
   E-Mail: [email protected]
   Web: www.auva.at

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