ÖAMTC: Lampenwechsel beim Auto wird oft zur Kfz-Meisterprüfung

Glühbirnentausch zu kompliziert - Clubforderungen an die Autohersteller

Wien (OTS) - Laut Kraftfahrgesetz darf man sein Fahrzeug nur in Bewegung setzen, wenn alle Leuchten funktionieren. Besonders bei Dunkelheit oder schlechter Sicht muss eine ausgefallene Glühbirne sofort ausgewechselt werden, um gefährliche Situationen zu vermeiden. "Wer aber glaubt, dass bei allen Autofabrikaten der Lampenwechsel mit einigen Handgriffen erledigt ist, irrt", sagt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Seit August 2006 dürfen nur mehr Autos typisiert werden, bei denen der Lampentausch ohne Spezialwerkzeug und Werkstättenbesuch möglich ist. Bei Fahrzeugen älteren Baujahres kommt diese Regelung aber nicht zum Tragen. Und auch bei vielen Neuwagen sind oftmals größere Demontage-Arbeiten zeigen (z.B. Abbau des Kühlergrills oder der gesamten Frontverkleidung) notwendig, um ein kleines Birnchen zu wechseln. Das zeigen Erhebungen des ÖAMTC. Während bei manchen gängigen Automarken der Wechsel bereits in sechs Minuten erledigt ist, braucht man bei anderen Fabrikaten über 70 Minuten. Manchmal sind auch Spezialwerkzeuge erforderlich, die man aber im Normalfall nicht im Auto hat. Und in vielen Fällen scheitern die Fahrer an der fehlenden Beschreibung in der Bedienungsanleitung ihres Wagens. Bei einigen Fahrzeugtypen empfehlen die Hersteller überhaupt gleich, den Wechsel nur in der Werkstätte durchführen zu lassen. Oftmals fehlt es sogar an einem Ersatzlämpchen zum Einwechseln. "Da es in Österreich keine gesetzliche Verpflichtung zum Mitführen von Ersatzglühbirnen gibt, verzichten viele Autofahrer auch darauf. In anderen europäischen Ländern - wie beispielsweise Ungarn - ist der Autolenker dazu verpflichtet", so der ÖAMTC-Techniker.

Fazit: Derzeit fahren viele Österreicher beim Ausfall eines Scheinwerfers notgedrungen "einäugig" durch Nacht und Nebel und stellen ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Deshalb fordert Kerbl:

* Ein Lampenwechsel muss einfach und ohne Spezialwerkzeug auch für Laien machbar sein. Immerhin ist ein Sicherheitsrisiko gegeben, wenn ein Lampenwechsel vor Ort nicht problemlos möglich ist.

* Die für den Lampenwechsel erforderlichen Arbeitsschritte müssen in den Bedienungsanleitungen verständlich und anschaulich beschrieben werden.

* Alle Fahrzeuge sollen mit einer Anzeige für ausgefallene Fahr-und Schlusslichter ausgestattet werden.

* Achtung bei Autos mit Xenonlampen: Diese dürfen wegen der Hochspannungsgefahr tatsächlich nur von Fachleuten gewechselt werden.

"Die optimale Lösung wäre natürlich die Entwicklung einer wartungsfreien Lampe, deren Lebensdauer der des Autos entspricht. Hier sind die Autohersteller in ihrer Kreativität gefordert", so der ÖAMTC-Techniker.

Club-Mitglieder haben ganzjährig bei allen ÖAMTC-Stützpunkten die Möglichkeit, die Lichtanlage ihres Fahrzeuges gratis einer Lichtüberprüfung zu unterziehen. Dabei werden Funktion, Zustand, Dichtheit, Befestigung und Einstellung der Beleuchtungs- und Warneinrichtungen des Fahrzeuges getestet.

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