• 18.01.2008, 10:45:21
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APA-OTS Politikportalanalyse: Die Stimme Österreichs?

Innsbruck / Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut
erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der
meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen
Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (11. bis 17.
Jänner 2008) steigt Susanne Winter, die Spitzenkandidatin der FPÖ für
die Grazer Gemeinderatswahl, auf den ersten Platz ein. Bundeskanzler
Alfred Gusenbauer findet sich auf Platz zwei, Vizekanzler Wilhelm
Molterer folgt auf Rang drei.

In der aktuellen Untersuchungswoche gerät der Grazer
Gemeinderatswahlkampf ins mediale Rampenlicht. Susanne Winter
(Neueinstieg auf Rang eins, 651 Nennungen), Spitzenkandidatin für die
FPÖ in Graz, sorgte in ihrer Rede beim Neujahrstreffen der
Freiheitlichen mit verbalen Attacken auf den Islam für Aufregung.
Winter bezeichnete den Propheten Mohammed als einen "Feldherren", der
den Koran in "epileptischen Anfällen" geschrieben hätte und im
heutigen System ein "Kinderschänder" wäre, da er ein sechsjähriges
Mädchen geheiratet habe. Die Aussagen wurden von allen politischen
Lagern scharf verurteilt. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (Rang zwei,
566 Nennungen) betonte, er "könne es nicht zulassen, dass Angehörige
einer Religionsgemeinschaft pauschal verunglimpft und beschimpft
werden." Vizekanzler Wilhelm Molterer (Rang drei, 342 Nennungen)
sprach von "rechten Hetzern", denen es nur darum gehe, den Dialog in
der Gesellschaft unmöglich zu machen. Und Bundespräsident Heinz
Fischer (Neueinstieg auf Rang sechs, 242 Nennungen) erklärte: "Das
war nicht die Stimme Österreichs, das war eine Stimme, von der wir
uns distanzieren." Selbst das BZÖ verurteilte die Aussagen Winters.
Generalsekretär Gerald Grosz bezeichnete die Äußerungen als "völlig
überzogen" und der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (Rang vier,
274 Nennungen) meinte, es sei nicht zielführend, "über den 1500 Jahre
alten Mohammed zu diskutieren und somit eine Einladung an Bombenleger
auszusprechen." Die Islamische Glaubensgemeinschaft brachte eine
Strafanzeige gegen Winter wegen Herabwürdigung und Verspottung
religiöser Lehren ein. Einzig FPÖ Partei-Obmann Heinz-Christian
Strache (Neueinstieg auf Rang neun, 209 Nennungen) verteidigte die
Aussagen seiner Parteikollegin. Er hatte in seiner Rede am selben
Tag, in der er den EU-Reformvertrag mit dem "Anschluss" Österreichs
an Hitler-Deutschland verglich, ebenfalls für Aufregung gesorgt:
Österreich dürfe nicht "wie 1938 seine Freiheit verlieren."

Weitere Themen in der aktuellen Untersuchungswoche: Die Diskussion
um die Zukunft der oberösterreichischen Energie AG, die Steuerreform
2010 und die Verlängerung der Hacklerregelung bis 2013.

Neueinstiege in dieser Woche in das Top-30 Politikerranking:
Werner Faymann, SPÖ (Rang 13, 150 Nennungen), Christoph Leitl, WKÖ
(Rang 19, 100 Nennungen), Maria Berger, SPÖ (Rang 22, 70 Nennungen),
Heidemaria Onodi, SPÖ (Rang 23, 69 Nennungen), Josef Stockinger, ÖVP
(Rang 23, 69 Nennungen), Barbara Rosenkranz, FPÖ (Rang 24, 68
Nennungen), Peter Westenthaler, BZÖ (Rang 24, 68 Nennungen), Franz
Dobusch, SPÖ (Rang 26, 67 Nennungen) und Peter Pilz, Grüne (Rang 29,
58 Nennungen).

Die SPÖ positioniert sich in dieser Woche mit elf PolitikerInnen
im Ranking, die ÖVP folgt mit zehn VertreterInnen. Die FPÖ nimmt drei
Positionen ein, BZÖ und Grüne je zwei. Außerdem im Ranking
vertreten: Bundespräsident Heinz Fischer, und Christoph Leitl (WKÖ).

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz
österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen
Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das
OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den
kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download
über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

Rückfragehinweis:

MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH
   Mag. Clemens Pig, Geschäftsführender Gesellschafter
   Tel.: +43 512 588 959-10
   mailto:[email protected]
   http://www.apa-mediawatch.at
   
   APA - Austria Presse Agentur 
   Barbara Rauchwarter 
   Leitung Marketing & Kommunikation APA - Austria Presse Agentur 
   Tel.: +43/1/360 60-5700 
   E-Mail: [email protected]
   http://www.apa.at

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