- 17.01.2008, 12:11:52
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FORMAT: Schadenersatzklage gegen Meinl Bank und Julius Meinl eingebracht
Amtshaftungsklage gegen Republik in Vorbereitung
Wien (OTS) - Dem Handelsgericht Wien liegt seit Wochenbeginn die
erste Schadenersatzklage gegen die Meinl Bank, Julius Meinl V. und
die Bankvorstände Robert Kofler und Peter Weinzierl vor. Dies
berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag
erscheinenden Ausgabe.
Die Klage wurde von Rechtsanwalt Dieter Böhmdorfer eingebracht. Der
ehemalige Justizminister listet in der FORMAT exklusiv vorliegenden
Klagsschrift auf insgesamt 28 Seiten (exklusive 56 Beilagen)
zahlreiche Vorwürfe gegen Julius Meinl und sein Bank auf, darunter
beispielsweise irreführende Werbung oder der Verstoß gegen
börserechtlich Publizitätsvorschriften im Zusammenhang mit
umstrittenen Aktienrückkäufen. Böhmdorfer: "Julius Meinl war der
Strippenzieher bei Meinl European Land.""
Die klagende Partei - ein Privatanleger, dessen im August 2006
getätigtes Investment in Zertifikate der Meinl European Land (MEL)
binnen eines Jahres 15.983,63 Euro Verlust gebracht hat - fordert von
den beklagten Parteien den Ersatz des erlittenen Schadens zuzüglich
vier Prozent Zinsen. Es handelt sich dabei um eine Art
Musterverfahren, dem laut FORMAT weitere Zivilklagen folgen sollen.
Der Grazer Rechtsanwalt Harald Christandl, der für rund 300 Mandanten
ebenfalls Schadenersatzklagen gegen die Meinl Bank plant, hat in der
MEL-Affäre indes die Finanzmarktaufsicht (FMA) ins Fadenkreuz
genommen. Christandl gegenüber FORMAT: "Ich bereite eine
Amtshaftungsklage gegen die Republik Österreich vor, weil die FMA
ihre Aufsichts- und Kontrollpflichten nicht erfüllt hat. Der
Finanzprokuratur habe ich eine schriftliche Aufforderung geschickt,
in die Haftung einzutreten." Das sei die Vorstufe zur
Amtshaftungsklage. Die Finanzprokuratur hat nun drei Monate Zeit, um
Stellung zu beziehen. Lehnt sie die Haftungsübernahme ab, bringt
Christandl seine Klage ein.
Rückfragehinweis:
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