Bulfon: Konsumentenschutz bei Verbraucherkrediten stark verbessert

Wien (SK) - Mit der heutigen Abstimmung hat das Europäische Parlament ein Ende unter eine bereits fünf Jahre laufende Diskussion über eine Standardisierung bei Verbraucherkrediten gesetzt. Sowohl die vorvertraglichen, als auch vertraglichen Regelungen bei Krediten in der Höhe von 200 bis 75.000 Euro werden damit europaweit einheitlicher geregelt. "Rund 2/3 aller Konsumenten haben bereits Kredite aufgenommen, wenn sie sich etwa einen Fernseher, eine neue Küche oder einen PKW geleistet haben. Allerdings meist nur im eigenen Land. Mit der neuen Richtlinie werden die Konditionen vergleichbarer und das kann sich für den Konsumenten auszahlen. Die Jahreszinssätze lagen etwa im letzten Jahr zwischen 6 Prozent in Finnland und 12 Prozent in Portugal. Der Konsument hat nun die Möglichkeit, die für ihn besten Konditionen zu finden", zeigt sich der SPÖ-Europaabgeordnete Wolfgang Bulfon zufrieden. ****

"Die nunmehr geregelte einheitliche Berechnung des effektiven Jahreszinssatzes, ermöglicht eine bessere Vergleichsmöglichkeit zwischen den Kreditangeboten", erläutert Bulfon. "Die Einführung eines standardisierten Formulars, in dem die wichtigsten Informationen für den Konsumenten, wie der Sollzinnsatz, die Einzelheiten der Kosten, die Gesamtkosten des Kredits, sowie der effektive Jahreszins und der Gesamtbeitrag enthalten sind, dient der weiteren Erleichterung der Vergleichbarkeit."

"Ein hoher Verbraucherschutz ist das Um und Auf in dieser Frage. Nur so kann das Vertrauen der Konsumenten in grenzüberschreitende Dienste gestärkt werden", ist Bulfon überzeugt. Umso unverständlicher ist es für ihn, dass die konservative Fraktion im Europäischen Parlament lange Zeit alles unternahm, um verbraucherfreundliche Maßnahmen in dieser Richtlinie zu unterbinden. "Letztendlich bin ich sehr froh, dass sich die konsumentenfreundliche Linie durchgesetzt hat und damit ein klares Signal ausgesandt wird."

Dies betrifft auch die lange strittige Frage des Rücktrittsrechts von Kreditverträgen. In Zukunft kann der Konsument bis zu 14 Tage von diesem Gebrauch machen. Bis zuletzt wurde auch über das Thema der Kompensationen bei vorzeitigen Rückzahlungen eines Kredits verhandelt. Die nun gefundene Einigung sieht eine Kompensationszahlung an den Kreditgeber vor, wenn die möglichen Kosten in direktem Zusammenhang mit der vorzeitigen Rückzahlung stehen und es sich um einen fixen Zinssatz handelt. Die Höhe der Zahlung darf ein Prozent der zurückgezahlten Summe nicht übersteigen. Weiters können die Mitgliedstaaten selbst ein Limit von höchstens 10.000 Euro festsetzen, unter dem keine Kompensation zu zahlen ist. "Es liegt also an den Mitgliedstaaten, den Verbraucherschutz weiter zu verbessern, indem sie ein möglichst hohes Limit festsetzen", appelliert Bulfon, der aber auch den Banken etwas auf den Weg mitgibt: "Diese können, gerade in Österreich wo sie durch die derzeit gültige Regelung einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil haben, auf interessante neue Geschäfte hoffen. Mit einer Einführung einer Kompensationszahlung würden sie sich ins eigene Fleisch schneiden", warnt der SPÖ-Europaabgeordnete abschließend. (Schluss) sl/mm

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