Fakten zum Verkauf bzw. der Insolvenz der Battenfeld Kunststoffmaschinen Ges.m.b.H., Kottingbrunn

München (OTS) - Angesichts der sehr umfangreichen
Berichterstattung und teilweise unzutreffenden Wortmeldungen über den Verkauf bzw. die Insolvenz der Battenfeld Kunststoffmaschinen Ges.m.b.H. in Kottingbrunn ("BKU") stellen wir wesentliche Fakten wie folgt fest:

1) Die ADCURAM Group AG mit Sitz in München und Wien ist eine von Österreichern und Deutschen inhabergeführte Industriegruppe. Die Inhaber investieren ausschließlich private finanzielle Mittel und verfolgen bei den Gruppenunternehmen langfristige unternehmerische Ziele. Als einer der Schwerpunkte der Gruppe investiert ADCURAM insbesondere in den Bereich Maschinenbau. ADCURAM erwirbt Unternehmen mit erheblichem Restrukturierungsbedarf. Nach Erwerb unterstützt ADCURAM die Gruppenunternehmen mit eigenen Restrukturierungsexperten, die die langfristige Neuausrichtung unterstützen. Diese Absicht war auch mit dem Kauf von Battenfeld verbunden.

2) Die gesamte Battenfeld Spritzgießgruppe, deren Kern die BKU bildet, war seit Jahren in einer schweren Krise.

  • Battenfeld ist in einem Massenmarkt tätig, der von extremem Wettbewerb gekennzeichnet ist. Die Produkte sind weitgehend "Commodities" mit geringen Differenzierungsmöglichkeiten. Das Ergebnis ist ein ruinöser Preiswettbewerb.
  • Battenfeld hat in diesem Wettbewerbsumfeld deutliche Kostennachteile.
  • Diese marktseitigen Probleme wurden durch Managementfehler der vergangenen Jahre weiter verschärft.
  • Im Ergebnis kämpft Battenfeld seit Jahren mit dem strukturellen Problem, vergleichbare Produkte nur zu deutlich höheren Preisen oder eben zu Marktpreisen, dann aber mit Verlust, anbieten zu können.

3) ADCURAM ist im Herbst 2006 bei Battenfeld eingestiegen und hat sofort mit einem großen Team vor Ort umfangreiche Maßnahmen eingeleitet und in den letzten 14 Monaten einen substantiellen Millionenbetrag für die finanzielle Unterstützung zur Verfügung gestellt. Die Situation hat sich aber 2007 trotz der ergriffenen Maßnahmen unerwartet und dramatisch zugespitzt:

  • Unerwartet hohe Preissteigerungen und Versorgungsengpässe auf Beschaffungsseite.
  • Die gute Konjunktur und die damit verbundene hohe Auslastung der meisten Lieferanten führten 2007 zu teilweise dramatischen Preiserhöhungen. Besonders betroffen waren für Battenfeld wichtige Produktgruppen wie Stahl und Gussteile.
  • Dies ging soweit, dass Lieferanten wichtiger Bauteile die Versorgung der Kunden geradezu rationieren mussten. Ein im Vergleich kleiner Kunde wie Battenfeld wurde hierbei mit niedriger Priorität behandelt, und litt trotz Akzeptanz der Preissteigerungen unter zum Teil enormen Materialengpässen.
  • Diese Kostensteigerung konnte nicht an die Kunden weitergegeben werden. Im Gegenteil: Der Preisdruck hielt auf den Absatzmärkten auch 2007 an.
  • Zudem hat die noch vom Voreigentümer vorgenommene fehlgeschlagene Verlagerung der Produktion vom Werk Meinerzhagen nach Kottingbrunn das Unternehmen stark belastet. Insgesamt ist die Produktionsstruktur in Kottingbrunn dem sich verschärfenden Preis-und Effizienzwettbewerb nicht gewachsen (z.B. unzureichende Ausstattung mit modernen Fertigungsmaschinen).

4) Im Ergebnis hat die Battenfeld Gruppe im abgelaufenen Jahr mehr als Euro 15 Mio. an liquiden Mitteln verbraucht - und das in einer Hochkonjunkturphase des Maschinenbaus. Ohne Aussicht auf Besserung ist das für eine private Unternehmensgruppe wie ADCURAM nicht hinnehmbar.

5) Deshalb hat ADCURAM im Dezember 2007 die Entscheidung getroffen, den Fokus auf das unverändert gesunde Servicegeschäft zu legen und sich von dem Neumaschinengeschäft (BKU) zu trennen. Damit werden 140 Arbeitsplätze im Servicegeschäft erhalten und die Belieferung von Kunden mit Ersatzteilen und Serviceleistungen sichergestellt. Darüber hinaus plant ADCURAM, mittelfristig das Servicegeschäft auch am Standort Österreich weiter auszubauen, um auch herstellerunabhängige Dienstleistungen anbieten zu können.

6) Die Wortmeldungen zum Verkauf verzerren und werden wie folgt klargestellt:

  • Der Grund für die Insolvenz ist nicht, wie von der Geschäftsführung der BKU behauptet, ein "überraschender und unangekündigter Eigentümerwechsel", sondern die oben dargestellten, extrem schwierigen und sich verschärfenden Marktbedingungen sowie die Kosten-Strukturen des Unternehmens. Ein Eigentümerwechsel per se könnte einem stabilen Unternehmen nichts anhaben und stellt keinen Insolvenzantragsgrund dar.
  • Im August 2007 wurde entgegen der Darstellung der Geschäftsführung der BKU nicht "das Service- und Ersatzteilgeschäft abgespalten", sondern nur ein kleinerer Teil des Service- und Ersatzteilgeschäfts verselbständigt. Der weitaus größere Teil wurde bereits durch den Voreigentümer SMS im Jahr 2006 eigenständig organisiert. Hier handelt es sich um eine gängige Praxis vieler Maschinenbauunternehmen, die sich von der Verselbständigung ein erfolgreicheres Agieren am Markt erwarten. Bei der BKU ist dies im übrigen nicht durch eine "Abspaltung" geschehen, sondern die BKU hat als Kompensation eine Zahlung in Millionenhöhe erhalten.
  • Der in verschiedenen Darstellungen erweckte Eindruck, es handelt sich um "dubiose Vorgänge", oder ADCURAM hätte sich in unrechtmäßiger oder auch nur unredlicher Weise wirtschaftliche Vorteile verschafft, ist schlichtweg falsch. ADCURAM hat vielmehr mehrere Millionen Euro für die Sanierung der Battenfeld Gruppe bereitgestellt.

7) Angesichts der geäußerten Bedenken über den Käufer hat die ADCURAM Maschinenbau Holding GmbH die Initiative ergriffen und zur Beseitigung der entstandenen Verunsicherung mit OOD die Rückabwicklung des Verkaufs der BKU vereinbart.

  • Tatsache ist, dass ADCURAM als Eigentümer frei über die Anteile an der BKU verfügen konnte und beim Verkauf an die OOD selbstverständlich alle Vorschriften eingehalten hat.
  • Da der Verkauf an das englische Unternehmen in der Öffentlichkeit erhebliche Irritationen ausgelöst und verschiedene Fragen hinsichtlich des Käufers aufgeworfen hat, hat die ADCURAM Maschinenbau Holding GmbH mit OOD die Rückabwicklung des Verkaufs der BKU vereinbart.
  • Damit möchte ADCURAM auch den geringsten Zweifel an den Vorgängen ausräumen und verschiedentlich geäußerten Anschuldigungen entgegentreten. Als Eigentümer wird ADCURAM selbstverständlich kooperativ mit dem Masseverwalter der BKU zusammenarbeiten.

Rückfragen & Kontakt:

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Dr. Florian Meise oder Herrn
Thomas Probst, Geschäftsführer der ADCURAM Maschinenbau Holding,
unter Tel.: +49-89-20209590.

ADCURAM Maschinenbau Holding GmbH
Theatiner Straße 7
80333 München

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0004