APA-OTS Politikportalanalyse: Kranke Kassen und volle Lager

Innsbruck/Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut
erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (28. Dezember 2007 bis 3. Jänner 2008) belegt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer den ersten Platz. Innenminister Günther Platter findet sich auf Platz zwei, gefolgt vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider auf Rang drei.

Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (Rang eins, 411 Nennungen) sorgt mit seinen Aussagen zur Gesundheitsreform für Aufregung. Der Kanzler hatte in einem APA-Interview erklärt, dass der Bund die schwer defizitären Gebietskrankenkassen finanziell nicht unterstützen werde. Die Probleme sollen durch Strukturreformen gelöst werden. ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer (Neueinstieg auf Rang 13, 76 Nennungen) hält die Aussage Gusenbauers für "entbehrlich"; die Ärztekammer zeigt sich "empört", da bei Reformen letztlich "die Patienten die Leidtragenden sind." Zustimmung kam hingegen vom Koalitionspartner wie auch von FPÖ und BZÖ.

Die Schengen-Erweiterung am 21. Dezember löste erneut eine Asyldebatte aus. Laut Franz Gartner (Neueinstieg auf Rang 24, 44 Nennungen), Vizebürgermeister von Traiskirchen und niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, habe es seit der Öffnung der Grenzen einen starken Ansturm von Flüchtlingen gegeben. In der Erstaufnahmestelle in Traiskirchen sei die Zahl der Flüchtlinge von 300 auf 770 gestiegen. Gartner forderte "sofortiges Handeln" der Bundesregierung, der er vorwarf, die Schengen-Erweiterung gefeiert, sich aber nicht um die Sicherheit im Bezirk Baden gekümmert zu haben. Innenminister Günther Platter (Rang zwei, 172 Nennungen) bestätigte zwar, dass es seit 21. Dezember mehr Asylwerber in Österreich gibt, rückte allerdings die Zahlen von Traiskirchen zurecht: Vor einem Jahr habe es in Traiskirchen gleich viele Asylwerber gegeben wie jetzt und vor der Schengen-Öffnung wären 500 Flüchtlinge im Lager gewesen, nicht 300. Außerdem betonte er, dass viele der Asylwerber "schnellstmöglich" in das für sie zuständige EU-Land abgeschoben werden würden.

Das seit 1. Jänner geltende Pflegemodell stößt bei den Landeshauptleuten nach wie vor auf Widerstand. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (Rang drei, 164 Nennungen) ist der Ansicht, dass die Länder die Sache "selbst in die Hand nehmen" und eine österreichweite Lösung erarbeiten müssten, da das Modell von Sozialminister Erwin Buchinger (Rang 18, 63 Nennungen) "unbrauchbar" sei. Weiters forderte er eine Verlängerung der Pflegeamnestie. Zuvor hatte sich schon der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (Rang fünf, 151 Nennungen) gegen die Pflegelösung des Bundes ausgesprochen.

In seiner Neujahrsansprache mahnte Bundespräsident Heinz Fischer (Rang vier, 162 Nennungen) die Regierungsparteien zu mehr Einigkeit. Bezüglich des EU-Reformvertrages meinte Fischer, dieser bedeute keine Bedrohung der Souveränität Österreichs, sei aber auch keine "Wunderdroge" zur Lösung europäischer Probleme.

Weitere Neueinstiege in der aktuellen Untersuchungswoche: Reinhold Lopatka, ÖVP (Rang 12, 85 Nennungen), Siegfried Nagl, ÖVP (Rang 15, 69 Nennungen), Erich Haider, SPÖ (Rang 19, 60 Nennungen), Hans Niessl, SPÖ (Rang 20, 56 Nennungen), Gabriele Burgstaller, SPÖ (Rang 24, 44 Nennungen), Walter Ferk, SPÖ, Andreas Khol, ÖVP und Christoph Leitl, Wirtschaftskammer (Rang 26 mit je, 41 Nennungen) sowie Stefan Petzner, BZÖ (Rang 29, 39 Nennungen).

Diese Woche finden sich 13 PolitikerInnen der ÖVP und elf der SPÖ im Ranking. Das BZÖ kann sich mit zwei Vertretern positionieren, Grüne und FPÖ sind nicht unter den Top-30 vertreten. Außerdem im Ranking: Bundespräsident Heinz Fischer, ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, der Präsident der Tiroler Arbeiterkammer Fritz Dinkhauser und Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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