- 04.01.2008, 11:47:09
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APA-OTS Politikportalanalyse: Kranke Kassen und volle Lager
Innsbruck/Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut
erstellt im Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der
meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen
Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (28. Dezember 2007
bis 3. Jänner 2008) belegt Bundeskanzler Alfred Gusenbauer den ersten
Platz. Innenminister Günther Platter findet sich auf Platz zwei,
gefolgt vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider auf Rang drei.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (Rang eins, 411 Nennungen) sorgt
mit seinen Aussagen zur Gesundheitsreform für Aufregung. Der Kanzler
hatte in einem APA-Interview erklärt, dass der Bund die schwer
defizitären Gebietskrankenkassen finanziell nicht unterstützen
werde. Die Probleme sollen durch Strukturreformen gelöst werden.
ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer (Neueinstieg auf Rang 13, 76
Nennungen) hält die Aussage Gusenbauers für "entbehrlich"; die
Ärztekammer zeigt sich "empört", da bei Reformen letztlich "die
Patienten die Leidtragenden sind." Zustimmung kam hingegen vom
Koalitionspartner wie auch von FPÖ und BZÖ.
Die Schengen-Erweiterung am 21. Dezember löste erneut eine
Asyldebatte aus. Laut Franz Gartner (Neueinstieg auf Rang 24, 44
Nennungen), Vizebürgermeister von Traiskirchen und
niederösterreichischer Landtagsabgeordneter, habe es seit der Öffnung
der Grenzen einen starken Ansturm von Flüchtlingen gegeben. In der
Erstaufnahmestelle in Traiskirchen sei die Zahl der Flüchtlinge von
300 auf 770 gestiegen. Gartner forderte "sofortiges Handeln" der
Bundesregierung, der er vorwarf, die Schengen-Erweiterung gefeiert,
sich aber nicht um die Sicherheit im Bezirk Baden gekümmert zu
haben. Innenminister Günther Platter (Rang zwei, 172 Nennungen)
bestätigte zwar, dass es seit 21. Dezember mehr Asylwerber in
Österreich gibt, rückte allerdings die Zahlen von Traiskirchen
zurecht: Vor einem Jahr habe es in Traiskirchen gleich viele
Asylwerber gegeben wie jetzt und vor der Schengen-Öffnung wären 500
Flüchtlinge im Lager gewesen, nicht 300. Außerdem betonte er, dass
viele der Asylwerber "schnellstmöglich" in das für sie zuständige
EU-Land abgeschoben werden würden.
Das seit 1. Jänner geltende Pflegemodell stößt bei den
Landeshauptleuten nach wie vor auf Widerstand. Der Kärntner
Landeshauptmann Jörg Haider (Rang drei, 164 Nennungen) ist der
Ansicht, dass die Länder die Sache "selbst in die Hand nehmen" und
eine österreichweite Lösung erarbeiten müssten, da das Modell von
Sozialminister Erwin Buchinger (Rang 18, 63 Nennungen) "unbrauchbar"
sei. Weiters forderte er eine Verlängerung der Pflegeamnestie. Zuvor
hatte sich schon der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin
Pröll (Rang fünf, 151 Nennungen) gegen die Pflegelösung des Bundes
ausgesprochen.
In seiner Neujahrsansprache mahnte Bundespräsident Heinz Fischer
(Rang vier, 162 Nennungen) die Regierungsparteien zu mehr Einigkeit.
Bezüglich des EU-Reformvertrages meinte Fischer, dieser bedeute keine
Bedrohung der Souveränität Österreichs, sei aber auch keine
"Wunderdroge" zur Lösung europäischer Probleme.
Weitere Neueinstiege in der aktuellen Untersuchungswoche: Reinhold
Lopatka, ÖVP (Rang 12, 85 Nennungen), Siegfried Nagl, ÖVP (Rang 15,
69 Nennungen), Erich Haider, SPÖ (Rang 19, 60 Nennungen), Hans
Niessl, SPÖ (Rang 20, 56 Nennungen), Gabriele Burgstaller, SPÖ (Rang
24, 44 Nennungen), Walter Ferk, SPÖ, Andreas Khol, ÖVP und Christoph
Leitl, Wirtschaftskammer (Rang 26 mit je, 41 Nennungen) sowie Stefan
Petzner, BZÖ (Rang 29, 39 Nennungen).
Diese Woche finden sich 13 PolitikerInnen der ÖVP und elf der SPÖ
im Ranking. Das BZÖ kann sich mit zwei Vertretern positionieren,
Grüne und FPÖ sind nicht unter den Top-30 vertreten. Außerdem im
Ranking: Bundespräsident Heinz Fischer, ÖGB-Präsident Rudolf
Hundstorfer, der Präsident der Tiroler Arbeiterkammer Fritz
Dinkhauser und Wirtschaftskammerchef Christoph Leitl.
MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz
österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen
Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das
OTS Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.
Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den
kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download
über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).
Rückfragehinweis:
MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH
Mag. Clemens Pig, Geschäftsführender Gesellschafter
Tel.: +43 512 588 959-10
mailto:[email protected]
http://www.apa-mediawatch.at
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