Doraja Eberle: „Ich kenne tausende Arigona Zogajs“

„Wir geben den Betroffenen im Kosovo jede Hilfe, die sie brauchen – solange sie diese benötigen“

Wien, 18. Dezember 2007 (ÖVP-PD) „Ich kenne tausende Arigona Zogajs, die keinen Namen haben und in ihre Heimat zurück mussten“, sagte die Salzburger Landesrätin Doraja Eberle, die mit der privaten Hilfsorganisation „Bauern helfen Bauern“ seit 15 Jahren Menschen hilft, im Kosovo eine Existenz aufzubauen. Sie betonte heute im Rahmen der Präsentation der ÖVP-Initiative www.menschlichhandeln.at : „Was ich seit 15 Jahren mache, ist, diese Menschen im Kosovo ‚menschlich’ zu behandeln, ihnen Würde zu geben, um im Kosovo leben zu können. Es war für diese Menschen genau so wenig leicht, hierher zu kommen und in Turnhallen zu
hausen – und es ist genau so schwierig für sie, wieder zurück zu gehen. Hier in Österreich haben wir den Menschen durch unsere Hilfe und unsere soziale Unterstützung Würde ermöglicht.“ Dies müsste man den Betroffenen auch in ihrem Herkunftsland ermöglichen. ****

„Wir müssen diesen Menschen auch im Kosovo die Möglichkeit geben, ‚von Null auf Tausend’ zu starten, sie innerhalb von vier Tagen ansiedeln, und ihnen das zu verschaffen, was sie zum Leben benötigen. Dabei drücken wir diesen Menschen nicht unseren Wohlstand auf, indem wir ihnen einfach Geld in die Hand geben und sie zurückschicken. Sondern es gibt viele Österreicher in den Herkunftsländern, die diesen Menschen genau die Hilfe zukommen lassen, die sie benötigen – und zwar so lange, wie sie diese benötigen“, betont Eberle. „Die Zogajs werden die gleiche Hilfe erfahren. Viele Menschen haben es bisher schon geschafft und auch die Zogajs werden es schaffen – wenn wir unseren Wohlstand teilen. Ich stehe Gewehr bei Fuß, auch für diese Familie“, bekräftig die Landesrätin.

„Niemand spricht über die Verantwortung des Vaters“

Im Fall Zogaj, so Eberle weiter, würde „niemand von der Verantwortung des Vaters“ sprechen. „Der Vater hat die Familie mit Schleppern nach Österreich geholt, wissend, dass sie hier nicht bleiben werden dürfen. Acht Mal wurden die Asylanträge abgelehnt – davon spricht in der aktuellen Debatte niemand.“ Die Ansicht, die Mutter werde nicht zu ihrer Familie im Kosovo gelassen sei falsch. „Es gibt ein Flugzeug Wien-Pristina – sie wäre in fünfzig Minuten bei ihrer Familie.“

Die Mitverantwortung liege auch bei den Eltern. „Natürlich ist es deswegen trotzdem eine menschliche Tragödie. Aber auch die Art und Weise, wie der Vater die Familie nach Österreich gebracht hat, ist eine Tragödie. Den Vater hat bisher allerdings niemand gefragt, was er sich dabei gedacht hat und ob das menschlich war“, so Eberle abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0002