- 16.12.2007, 09:00:00
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"trend": Ausschreibung maßgeschneidert?
Heftige Kritik an der Teilprivatisierung der Klagenfurter Trinkwasserversorgung
Wien (OTS) - Kritiker beklagen, dass ein seit Sommer laufendes
öffentliches Auswahlverfahren ausgerechnet den französischen
Wassermulti Veolia (der nach einigen "Globalisierungsskandalen"
umbenannte Vivendi-Konzern) begünstige und heimische Anbieter
beachteilige, schreibt das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am
Montag erscheinenden Ausgabe.
Hauptgrund für die Vermutung seien einige, auf den ersten Blick
sehr konkrete Referenz-Kriterien für den zukünftigen "Betriebsführer"
in den Ausschreibungsunterlagen: Ein bisher betreutes
Rohrleitungsnetz mit einer "Mindest-Länge von 700 Kilometer",
"zumindest 17.000 Abnahmestellen" für "zumindest 100.000 Einwohner",
"in einem städtischen Bereich gelegen", ein "Wassersicherheitsplan",
eine "durchgehende Betriebsführung von 60 Monaten", eine
"dokumentierte Lecksuche" auf "zumindest 50 km des
Rohrleitungsnetzes". Der "trend" zitiert Klaus Peter Weinbauer,
Geschäftsführer der SAS (Styrian Aqua Service, Tochter der Grazer
Stadtwerke, einer der größten Wasserversorger Österreichs), der eine
ins Auge gefasste Bewerbung wieder abgesagt hat: "Wir hatten gedacht,
für diese Aufgabe prädestiniert zu sein - aber die Ausschreibung ist
so zugeschnitten, dass da kein Österreichische Unternehmen mithalten
kann."
Weil Klagenfurt bereits vor einem Jahr - ohne Ausschreibung - ein
Joint Venture mit dem französischen Veolia-Konzern gegründet hat
(Aquassist GmbH), kann sich nun kaum einer der Branchenexperten
vorstellen, dass Veolia - die nach eigenen Angaben tatsächlich
angeboten hat - den Zuschlag nicht bekommt. Auch Manfred Eisenhut,
Bereichsleiter der ÖVGW, eine neutrale Interessensvertretung aller
Gas- und Wasserversorger Österreichs, warnt: "Dass hier eine
Gesellschaft bevorzugt wird, liegt auf der Hand."
Die Stadtwerke Klagenfurt wollen von eine zugeschnittenen
Ausschreibung nichts wissen. Vorstand Romed Karré: "Wir haben streng
nach dem neuen Bundesvergabegesetz einen Kriterienkatalog erstellt."
Rückfragehinweis:
trend Redaktion
Tel.: (01) 534 70/3402
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