- 13.12.2007, 20:25:47
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Schmied erfreut über "geglückten Schulgipfel": Über 100 ExpertInnen und Schulpartner im guten Dialog für gemeinsame Lösungen
Bildungsministerin kündigt bundesweite Einführung einer Schulpartner-Plattform an
Wien (SK) - Zufrieden bilanzierte Bildungsministerin Claudia
Schmied am Donnerstagabend den heutigen Tag, der "ganz im Zeichen der
Bildung stand": "Die Österreich-Premiere des großen Schulgipfels ist
gelungen. Wir sind am Weg des Dialogs und des gemeinsamen Erarbeitens
von Lösungen". Ganze 109 ExpertInnen und bildungspolitische Akteure
hatten sich unter dem Motto "Verantwortungspartnerschaft Bildung"
eingefunden, um in "guter Atmosphäre und konstruktivem Klima" an
Lösungen und Maßnahmen zu einer Verbesserung der Zukunft unserer
Kinder zu arbeiten. An zentralen Maßnahmen nannte Schmied etwa die
Einführung flächendeckender Bildungsstandards begleitet von einer
"Feedback- und Monitoringkultur" sowie die "bundesweite Einführung
einer Plattform der Schulpartner", wodurch die einzelnen Schulpartner
"stärker in den Innovationsprozess eingebunden werden", so Schmied in
einer Pressekonferenz nach dem von ihr initiierten Schulgipfel.
Außerdem solle der muttersprachliche Unterricht gestärkt werden. ****
Auch der Vorsitzende der Expertenkommission, Bernd Schilcher, lobte
das gute Gesprächsklima: "Von ideologischen Verhärtungen war nichts
zu spüren. Allen war klar, dass es um gemeinsame Lösungen geht". "Es
stimmt mich positiv, dass es gelungen ist, die vorhandene Energie
zielgerichtet" für eine Verbesserung der Zukunft unserer Kinder
einzusetzen, statt sie im "alten Spiel des 'Wer hat Schuld'"
verpuffen zu lassen, beschrieb Schmied einen wesentlichen Erfolg des
heutigen Schulgipfels. Eine wichtige Zielsetzung sei es,
"Bildungserfolge systemisch zu verankern", so Schmied, die hier auf
den "Schwerpunkt für 2008", nämlich die Implementierung
qualitätsorientierter Bildungsstandards verwies. Die
Entwicklungsarbeit sei hier "voll im Gang" - 2008 werde es den
nötigen Regierungsbeschluss zu den Bildungsstandards geben, so dass
das Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung
(BIFIE) mit der Implementierung der Standards beginnen könne.
Verstärkte Frühförderung zur Verbesserung der Integration -
Muttersprachlichen Unterricht forcieren
Aber auch bei integrationsbezogenen Maßnahmen sei die Regierung
Gusenbauer auf dem richtigen Weg, so Schmied, die hier die verstärkte
frühe Sprachförderung nannte. Besonders wichtig sei es zudem, die
"Zweisprachigkeit besonders zu beachten", nannte Schmied eine
Erkenntnis des heutigen Schulgipfels. So solle in Zukunft in
einzelnen Fächern verstärkt in der Muttersprache unterrichtet werden,
verdeutlichte Schmied, die daran erinnerte, dass muttersprachliche
Kompetenz auch beim Erwerb der Sprache des aufnehmenden Landes
wichtige Voraussetzung sei. Im Bildungsministerium selbst würden zur
Stärkung des Bereichs Integration außerdem die Felder Integration,
Sprachförderung und Interkulturelles zusammengeführt und prioritär
als "eigene, gestärkte Abteilung" geführt. Wichtig sei es beim Thema
Integration auch, LehrerInnen für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen.
Schmied erläuterte, dass sie hier bereits mit den Pädagogischen
Hochschulen im intensiven Gespräch sei. Vorstellen könne sie auch ein
"Werbeprogramm", um zweisprachige LehrerInnen für
Integrationsmaßnahmen in den Schulklassen zu gewinnen, ergänzte die
Bildungsministerin.
Schulgipfel markiert Paradigmenwechsel in Gesprächskultur
Der Schulgipfel, der gleichzeitig Markstein für den notwendigen
"Paradigmenwechsel in der Arbeits- und Gesprächskultur" war, sei
gekennzeichnet gewesen von "einem konstruktivem Dialog auf Augenhöhe
aller bildungspolitischen Akteure", so Schmied. Zudem habe eine
"tiefe Auseinandersetzung mit Verantwortungskultur" stattgefunden -
alle AkteurInnen hätten sich dazu bekannt, dass jeder seinen Beitrag
zur Verbesserung des Bildungssystems leisten müsse. Diskutiert habe
man an zwölf sehr heterogen besetzten Tischen insgesamt vier
Themenfelder, nämlich: "Chancengerechtigkeit im Bildungssystem;
Verantwortung, Leitung und Autonomie im Bildungssystem - Neue
Verantwortungskultur; Integration - Migration sowie Lern- und
Prüfungskultur - Leistungsbegriff in der Bildung". Hier sei deutlich
zu spüren gewesen, dass "Schritt für Schritt etwas weiter geht",
zeigte sich Schmied erfreut. Die einzelnen Vorschläge und Maßnahmen
würden nun unverzüglich gesammelt und dokumentiert und anschließend
der Expertengruppe vorgelegt, beschrieb die Bildungsministerin das
weitere Procedere. Zudem werde der Dialog fortgesetzt - bereits am
31. März finde der nächste Schulgipfel statt. Diesmal zu dem
zentralen Thema "Lebensort Schule - Arbeitsplatz Schule", so Schmied.
Schley erfreut über Aufbruchstimmung
Rundum positiv zum von der Bildungsministerin initiierten
Schulgipfel äußerte sich auch Wilfried Schley, Moderator des
Schulgipfels und Leiter der
bmukk-Leadership Academy: Er ortete "Aufbruchstimmung und viele
Durchbrüche" bei der "gelungenen Premiere" des Schulgipfels. Bei
allen AkteurInnen - Bildungssprecher, Vertreter der
Expertenkommission, Schul- und Sozialpartner, Vertreter der
Landesschulräte und des Stadtschulrates Wien, Rektoren der
Pädagogischen Hochschulen, GewerkschaftsvertreterInnen und Experten
des Bildungsministeriums - habe es so etwas wie "Stolz" darüber
gegeben, dass "wir es gut gemacht haben und etwas entstanden ist, mit
dem sich weiterarbeiten lässt", unterstrich Schley abschließend.
(Schluss) mb
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