• 13.12.2007, 13:09:03
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Bures: Besonders entsetzlicher Fall von Frauenhandel

Rund 80 Prozent der Opfer von Menschenhandel sind Frauen oder Kinder; Menschenrechte werden mit Füßen getreten

Wien (OTS) - Von einem "besonders entsetzlichen Fall von
Frauenhandel" spricht Frauenministerin Doris Bures angesichts des
gestern aufgedeckten internationalen Frauenhändlerrings.
"Menschenhandel ist Frauenhandel, denn rund 80 Prozent der Opfer sind
Frauen oder Kinder. Diese werden belogen, betrogen und ausgebeutet
und ihre Menschenrechte werden mit Füßen getreten", so Bures. "Die
Bundesregierung nimmt das Problem des Frauenhandels sehr ernst. Mit
dem Beschluss des nationalen Aktionsplans gegen Menschenhandel haben
wir ein deutliches Zeichen gesetzt", so Bures. Jetzt gelte es,
intensiv an der Umsetzung dieses Aktionsplans zu arbeiten.

"Wir dürfen Frauenhandel nicht mit Prostitution gleichsetzen. Oft
passiert Frauenhandel auch in Zusammenhang mit der Ausbeutung der
Arbeitskraft. Wir müssen auch darauf achten, Frauenhandel nicht mit
Schlepperei und illegaler Einwanderung zu verwechseln. Das
verschleiert nur die Tatsache, dass Frauen ausgebeutet werden", so
Bures.

In Umsetzung des Aktionsplans gegen Menschenhandel hat
Frauenministerin Doris Bures gemeinsam mit Innenminister Platter das
Budget der Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel in
Wien für heuer und kommendes Jahr um fast 50 Prozent (136.000 Euro)
erhöht. "Damit kann die Interventionsstelle, die oft der letzte
Rettungsanker für die Opfer ist, ihre Betreuungsleistungen ausbauen",
so Bures.

Die Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel gibt es seit
1998. Das Angebot der Interventionsstelle umfasst vorübergehende
Schutzwohnungen, Unterstützung bei der Rückkehrvorbereitung sowie
psychologische, medizinische und juristische Beratung und Betreuung.
Im Jahr 2006 hat die Interventionsstelle 162 weibliche Opfer betreut,
davon waren 38 in Schutzwohnungen untergebracht.

"Frauenhandel ist immer mit Gewalt gegen Frauen verbunden. Hier gilt
es, hinzuschauen statt wegzuschauen, den Opfern Schutz und Betreuung
zu bieten und gegen die Täter mit aller Härte vorzugehen", so Bures.

In Österreich gibt es eine eigene Task Force Menschenhandel, die
Maßnahmen zur besseren Bekämpfung des Menschenhandels ausarbeitet und
ministerienübergreifende Aktionen koordiniert. Diese Task Force hat
einen Aktionsplan ausgearbeitet, der am 28. März 2007 vom Ministerrat
beschlossen wurde. Der Nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel
enthält eine Fülle von Maßnahmen, die den Opferschutz noch weiter
verbessern sollen. Vorgesehen sind unter anderem: der Zugang zu
Gesundheitsversorgung von gehandelten Opfern sowie die Ernennung
einer Koordinatorin/eines Koordinators für Menschenhandel.

In der Taskforce vertreten sind neben dem Frauenministerium auch das
Außenministerium, das Innenministerium, das Justizministerium, das
Wirtschaftsministerium, das Sozialministerium und das
Familienministerium sowie die Bundesländer und regierungsunabhängige
ExpertInnen.

In der EU beschäftigen sich laut Schätzungen zwischen 3.000 und 4.000
kriminelle Organisationen mit Menschenhandel. Weltweit fallen rund
700.000 Opfer in die Fänge von Menschenhändlern, wobei 80 Prozent der
Betroffenen Frauen oder Kinder sind. Menschenhandel hat auch eine
wirtschaftliche Dimension: Rund sieben Milliarden Dollar werden pro
Jahr umgesetzt. Der Menschenhandel rangiert somit hinter Waffen- und
Drogenhandel an dritter Stelle bei illegalen Geschäften.

Rückfragehinweis:
Susanna Enk
Pressesprecherin der Bundesministerin für Frauen, Medien und Öffentlichen Dienst
Tel. (01) 531 15 - 2132

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