Bures: Besonders entsetzlicher Fall von Frauenhandel

Rund 80 Prozent der Opfer von Menschenhandel sind Frauen oder Kinder; Menschenrechte werden mit Füßen getreten

Wien (OTS) - Von einem "besonders entsetzlichen Fall von Frauenhandel" spricht Frauenministerin Doris Bures angesichts des gestern aufgedeckten internationalen Frauenhändlerrings. "Menschenhandel ist Frauenhandel, denn rund 80 Prozent der Opfer sind Frauen oder Kinder. Diese werden belogen, betrogen und ausgebeutet und ihre Menschenrechte werden mit Füßen getreten", so Bures. "Die Bundesregierung nimmt das Problem des Frauenhandels sehr ernst. Mit dem Beschluss des nationalen Aktionsplans gegen Menschenhandel haben wir ein deutliches Zeichen gesetzt", so Bures. Jetzt gelte es, intensiv an der Umsetzung dieses Aktionsplans zu arbeiten.

"Wir dürfen Frauenhandel nicht mit Prostitution gleichsetzen. Oft passiert Frauenhandel auch in Zusammenhang mit der Ausbeutung der Arbeitskraft. Wir müssen auch darauf achten, Frauenhandel nicht mit Schlepperei und illegaler Einwanderung zu verwechseln. Das verschleiert nur die Tatsache, dass Frauen ausgebeutet werden", so Bures.

In Umsetzung des Aktionsplans gegen Menschenhandel hat Frauenministerin Doris Bures gemeinsam mit Innenminister Platter das Budget der Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel in Wien für heuer und kommendes Jahr um fast 50 Prozent (136.000 Euro) erhöht. "Damit kann die Interventionsstelle, die oft der letzte Rettungsanker für die Opfer ist, ihre Betreuungsleistungen ausbauen", so Bures.

Die Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel gibt es seit 1998. Das Angebot der Interventionsstelle umfasst vorübergehende Schutzwohnungen, Unterstützung bei der Rückkehrvorbereitung sowie psychologische, medizinische und juristische Beratung und Betreuung. Im Jahr 2006 hat die Interventionsstelle 162 weibliche Opfer betreut, davon waren 38 in Schutzwohnungen untergebracht.

"Frauenhandel ist immer mit Gewalt gegen Frauen verbunden. Hier gilt es, hinzuschauen statt wegzuschauen, den Opfern Schutz und Betreuung zu bieten und gegen die Täter mit aller Härte vorzugehen", so Bures.

In Österreich gibt es eine eigene Task Force Menschenhandel, die Maßnahmen zur besseren Bekämpfung des Menschenhandels ausarbeitet und ministerienübergreifende Aktionen koordiniert. Diese Task Force hat einen Aktionsplan ausgearbeitet, der am 28. März 2007 vom Ministerrat beschlossen wurde. Der Nationale Aktionsplan gegen Menschenhandel enthält eine Fülle von Maßnahmen, die den Opferschutz noch weiter verbessern sollen. Vorgesehen sind unter anderem: der Zugang zu Gesundheitsversorgung von gehandelten Opfern sowie die Ernennung einer Koordinatorin/eines Koordinators für Menschenhandel.

In der Taskforce vertreten sind neben dem Frauenministerium auch das Außenministerium, das Innenministerium, das Justizministerium, das Wirtschaftsministerium, das Sozialministerium und das Familienministerium sowie die Bundesländer und regierungsunabhängige ExpertInnen.

In der EU beschäftigen sich laut Schätzungen zwischen 3.000 und 4.000 kriminelle Organisationen mit Menschenhandel. Weltweit fallen rund 700.000 Opfer in die Fänge von Menschenhändlern, wobei 80 Prozent der Betroffenen Frauen oder Kinder sind. Menschenhandel hat auch eine wirtschaftliche Dimension: Rund sieben Milliarden Dollar werden pro Jahr umgesetzt. Der Menschenhandel rangiert somit hinter Waffen- und Drogenhandel an dritter Stelle bei illegalen Geschäften.

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