Ettl: Mehr Transparenz bei Anlageformen

Regelung von Garantiefonds für Österreich von besonderer Bedeutung

Wien (SK) - Vermögensverwaltung bezeichnet die Anlageformen, in denen ein Anleger sein Geld im Vertrauen auf eine stabile Weiterentwicklung einem Spezialisten anvertraut. Dies können Pensionsfonds, Lebensversicherungsunternehmen, eine Bank oder ein privater Manager sein. Allerdings sind die Regeln auf europäischer Ebene bisher zu wenig klar, so dass nicht davon ausgegangen werden kann, dass tatsächlich eine stabile Weiterentwicklung eintritt. Aus diesem Grund hat das Europäische Parlament heute in einem Bericht einen verbesserten Konsumentenschutz für diesen Bereich gefordert. "Mehr Transparenz und Information sind - gerade im Privatkundebereich - das Um und Auf. Bisher unterliegen Fonds, fondsgebundene Lebensversicherungen und Zertifikate 27 unterschiedlichen Bestimmungen. Der Rechtsrahmen muss daher dringend überarbeitet werden", fordert der SPÖ-Europaabgeordnete Harald Ettl am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

"Nicht zuletzt die von den USA ausgegangene Hypothekarkrise hat gezeigt, dass Finanzmarktkrisen nicht vor nationalen Grenzen halt machen. Eine Finanzmarktaufsicht wird aus diesem Grund in Zukunft unerlässlich sein. Bedauerlicherweise wurde allerdings ein Antrag dazu nicht angenommen", kritisiert Ettl. Positiv vermerkt der SPÖ-Europaabgeordnete dennoch, dass die EU-Kommission aufgefordert wird, zu prüfen, ob Dachhedgefonds und offene Immobilienfonds bei der Überarbeitung der Richtlinie zur gemeinsamen Anlagen von Wertpapieren in diese aufgenommen werden sollen. "Bisher gab es für diese riskanten Anlageformen keinerlei Regelungen. Wären sie im Rahmen der Richtlinie geregelt, wären zumindest die Mindeststandards des Anlegerschutzes gewahrt", erläutert Ettl.

Als einen Erfolg sieht Ettl auch den fraktionsübergreifenden Kompromiss, der sich in der Frage der Garantiefonds bildete. "Garantiefonds erfreuen sich steigender Beliebtheit. Allerdings bestehen bei diesen Fonds, die hauptsächlich in Aktienmärkte investieren und den Kapitaleinsatz garantieren weiterhin erhebliche Regulierungslücken", warnt der Europaabgeordnete.

Gerade für Österreich wären europäische Regelungen in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. "Das Volumen dieser Fonds ist in diesem Jahr allein in Österreich um 78 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig haben nur ein Viertel der seit 2000 in Österreich zugelassenen Aktienfonds bis heute überhaupt einen nominellen Ertrag erwirtschaftet, der Rest liegt bis zu 78 Prozent unter dem Einstiegswert. Ein Großteil der in Österreich erhältlichen Fonds stammt von ausländischen Anbietern, daher ist eine europäische Regelung unumgänglich und so rasch wie möglich zu finden", fordert Ettl abschließend. (Schluss) sl/mm

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