AK: Frauen wegen familiärer Pflichten seltener berufstätig als im EU-Durchschnitt

AK fordert: Mehr Kinderbetreuungsplätze und Vaterschutzmonat

Wien (OTS) - "Wir brauchen mehr Kinderbetreuungsangebote und
müssen stärker fördern, dass sich Eltern die Betreuung ihrer Kinder teilen, um die Nachteile von Müttern am Arbeitsplatz zu verringern", sagt Ingrid Moritz, Frauen- und Familienexpertin der AK anlässlich des aktuellen Eurostat-Berichts, der die Nichterwerbsquoten von Frauen in den 27 EU-Staaten vergleicht. In Österreich geben demnach 12,8 Prozent der Frauen zwischen 35 und 54 Jahren an, aus familiären Gründen nicht berufstätig zu sein. Im EU-Durchschnitt sind es nur 10,2 Prozent. Die Ursachen für das schlechte Abschneiden Österreichs sieht Moritz vor allem bei fehlenden Kinderbetreuungsplätzen: "In Ländern, die eine besonders gute Kinderbetreuung haben, bleiben Frauen kürzer aus familiären Gründen zu Hause". Das beweisen die Beispiele der Spitzenreiter beim Kinderbetreuungsangebot: In Schweden sind nur 2,1 Prozent, in Dänemark nur 2,3 Prozent und in Frankreich nur 4,9 Prozent der Frauen aus familiären Gründen nicht erwerbstätig. "Wenn wir die Situation für Frauen verbessern wollen, müssen wir beim Ausbau der Kinderbetreuung ansetzen", sagt Moritz.

Der Bericht des statistischen Amtes der EU, EUROSTAT, zeigt einmal mehr, dass in Österreich mehr für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie getan werden muss. Die AK fordert deshalb:
+ Einen raschen Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Die 8.000 zusätzlichen Plätze durch die Bundesmittel sind ein guter erster Schritt, werden aber mit Blick auf die neuen, kürzeren Bezugsmodelle im Kinderbetreuungsgeld nicht ausreichen.
+ Die Betreuungsplätze müssen auch dem Bedarf erwerbstätiger Eltern angepasst werden und qualitativ hochwertig sein.
+ Für mehr Partnerschaftlichkeit braucht es eine aktive Beteiligung der Väter. Die Einführung eines Vaterschutzmonats und die Reform der Zuverdienstregelung zum Kinderbetreuungsgeld sind dabei unverzichtbar. Die Wahl zwischen einer Arbeitszeit- und einer Geldgrenze bis 24 Stunden wöchentlich würde vielen Vätern eine stärkere Beteiligung an der Kinderbetreuung ermöglichen.
+ Rückkehrrecht in Elternteilzeit für alle ArbeitnehmerInnen, unabhängig von der Größe des Betriebes.

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