AK Test: Telefonieren ins Ausland - das kann teuer werden!

Kein gutes Zeugnis für Calling Cards und Call-Through-Anbieter

Wien (OTS) - Weltweit supergünstig telefonieren - das kann oft ein Versprechen bleiben, denn die Tücke steckt im Detail, zeigt ein AK Test für Auslandsanrufe bei fünf Anbietern über Einwahlnummern, so genannte Call-Through-Anbieter, und vier Calling Cards. Sie vermitteln über eigene Zugangsnummern Gespräche für Nutzer, die häufig ins Ausland rufen und viel unterwegs sind. So verrechnen Call-Through-Anbieter meist schon ab der Verbindung zur Einwahlnummer, daher auch wenn der Angerufene nicht abhebt. Calling Cards sind oft intransparent: unklare Gesprächstarifangaben, keine Info zur Taktung, oft kurze Ablaufdaten. Die untersuchten Tarife sind durchschnittlich teilweise deutlich teurer als der günstigste Festnetzanbieter.

Die Call-Through-Anbieter treten im Web vor allem als Spezialisten für weltweite, günstige Auslandsanrufe auf. Der Anrufer wählt eine (oft kostenpflichtige) Einwahlnummer und ist zunächst nur mit dem Tonband des Dienstleisters verbunden - hier beginnt schon der Gesprächszähler zu laufen, auch wenn der Angerufene nicht erreichbar ist. Nach Preisinfo und Eingabe der Rufnummer wird mit dem Gesprächspartner verbunden. Vom Handy gehen die Dienste nicht. Bei der Kostenkontrolle ist ein gutes Gedächtnis gefragt - in der Telefonrechnung scheint nur eine abgerechnete Mehrwertnummer 0810x, 0820x oder 0900x auf, nicht aber die angerufene Nummer. Mühsam: Bei Fragen oder Beschwerden kann der Anbieter nur per Mail erreicht werden, Telefonnummern gibt’s keine im Web.

Calling Cards werden zB in Trafiken oder Postämtern um einen Guthabensbetrag (5 bis 40 Euro) gekauft. Um die Card zu verwenden, muss die auf der Wertkarte angegebene - gratis oder kostenpflichtige - Rufnummer plus ein Pin-Code gewählt werden. Vom Guthaben werden die Gesprächskosten abgebucht. Die AK kritisiert, dass sich die Gesamtkosten oft schwer ermitteln lassen. Es gibt zB "bis zu"-Preise oder wie viele Minuten man mit einer Card in ein bestimmtes Zielgebiet telefonieren kann statt Preise in Cent pro Minute. Teilweise fehlen Angaben zur Taktung. Zuschläge sind oft versteckt oder unklar: Wer die Card in öffentlichen Telefonzellen benutzt, muss mit Zuschlägen rechnen - neun bis 17 Cent pro Minute. Beim Handy fallen hohe Zuschläge bis zu 29 Cent pro Minute an. Problematisch:
Das rasche Ablaufdatum einiger Cards - sie gelten zwei bis zwölf Monate - steht nicht immer auf der Karte drauf. Kurios: Teilweise werden "tägliche Erhaltungsgebühren" verrechnet - nicht benutzte Karten verlieren damit automatisch an Wert.

Die Preisbeispiele für Anrufe in die USA zeigen, dass Telefonieren - vor allem mit Calling Cards - durchschnittlich teilweise teurer ist als bei den günstigsten Festnetzanbietern. Durchschnittliche Telefonkosten für die USA bei den günstigsten Festnetzanbietern machen 3,04 Cent pro Minute aus, bei den Einwahl-Anbietern 3,52 Cent und bei den Calling Cards 8,65 Cent. Das billigste Festnetzangebot in die USA gibt es um 2,8 Cent pro Minute, der billigste Einwahl-Anbieter verrechnet 2,2 Cent pro Minute.

Die getesteten Calling Cards: Procard, Talk2000, Telekom Austria, etel: Prepaid; die Einwahl-Anbieter: Austriaphone, Billignet, Telediscount, Pennyphone, Happytel.
SERVICE: Die Erhebung finden Sie unter www.arbeiterkammer.at

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