Gehälter: Information gerne, Nein zum Neidkomplex

Führungskräfte legen Gehälter seit 25 Jahren offen - Gesetzl. Zwang dazu ist abzulehnen

Wien (OTS) - "Wir haben mit der Offenlegung kein Problem, wie ein Blick auf unsere Homepage beweist", so Mag. Roland Graf, Sprecher des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF). Österreichs größte Manager-Organisation erhebt UND veröffentlicht seit 25 Jahren die realen Gehälter, wehrt sich aber gegen zwei Dinge: Eine - auch rechtlich problematische - persönliche Zuordnung der Zahlungen und eine über das Erkenntnisinteresse ("Was kann ich in einer bestimmten Branche/Position verdienen"?) hinausgehende Beschränkung der Offenlegung auf die Führungskräfte: "Was ein Unternehmen dem Herrn X zahlt, ist irrelevant, ebenso könnte man aktuell fordern private Weihnachtsgeschenke offenzulegen".

Völlig anders hingegen ist die Situation, wenn Steuergeld im Spiel ist: "Was mit unseren Geldern im staatsnahen Bereich passiert, hat transparent zu sein".

Angesichts der generellen österreichischen Schweigsamkeit in Gehaltsdingen ("Sie können Menschen zu allem möglichen befragen, nur nicht zur Höhe des Gehalts", so Dr. Paul Jankowitsch, WdF-Bundesvorsitzender) müsss sich die Gesamtkultur ändern: Ja zu Erkenntnisgewinn und Information, nein zum einseitigen Bedienen von Neidkomplexen. Daher sei jeglicher gesetzlicher Offenlegungszwang abzulehnen.

Zur Mär von den ungerechten Gagenhöhen, so Bundesvorsitzender Dr. Paul Jankowitsch, seien auch ein paar Fakten aus der aktuellen Einkommenserhebung erwähnt:

Zwei von drei Führungskräften der ersten (und auch der zweiten) Ebene erhalten einen wesentlichen Teil ihres Einkommens erfolgsabhängig, meist definiert als Unternehmenserfolg (66%) oder als Zielerreichung (55%). Je größer das Unternehmen, desto stärker erfolgt die Bindung des Einkommens an den Erfolg.

Der Umfang an Verantwortung ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Jede Führungskraft der 1. Ebene ist im Schnitt für 59 Mio. Budget verantwortlich. 2005 waren es noch rund 50 Mio. Unmittelbar ist die österreichische Führungskraft für 80 Mitarbeiter verantwortlich, in der 1. Ebene sogar für mehr als 100 Mitarbeiter.

Nach wie vor sind es rund 16 Überstunden pro Woche, die Führungskräfte (vor allem der 1. und 2. Führungsebene leisten müssen). Dazu kommen im Schnitt 62 Reisetage. Zwei von drei Führungskräften reisen dabei in Westeuropa, jeder zweite Manager in Osteuropa und jeder vierte Manager hat im Jahr 2006 zumindest eine berufliche Überseereise absolviert. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass 58% aller Befragten für Unternehmensstandorte außerhalb des eigenen Arbeitsortes zuständig sind.

Kurz: Man zahlt einen hohen persönlichen Preis für den Platz on top.

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftsforum der Führungskräfte (WdF)
Mag. Roland Graf
Tel.: 01-7126510
mailto: r.graf@wdf.at
http://www.wdf.at

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