LEICHT BAUen für den KLIMASCHUTZ

Wien (OTS) - Im Kyoto-Protokoll hat sich Österreich dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß um 13 % unter das Niveau von 1990 zu senken. Tatsächlich aber liegt der CO2-Ausstoß heute 18 % über diesem Niveau. Ein deutlicher Schwenk zu mehr Leichtbau mit Holz könnte Österreichs Klimaschutz einen Riesenschritt voranbringen.

Die österreichische Bauwirtschaft erarbeitet 6 % des Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig produziert sie 60 % des Abfallaufkommens. Ein Drittel der jährlich 90 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die Österreich in die Atmosphäre bläst, stammen aus dem Gebäude- und Bausektor. 43 % des gesamten Ressourcenverbrauchs in Österreich entfallen auf die Bauwirtschaft, das sind rund 90 Mio. Tonnen Material pro Jahr.

"Wo viele Ressourcen und viel Energie verbraucht werden, lassen sich auch viele Ressourcen, viel Energie und damit viele Emissionen einsparen", betont DI Zdenka Debartoli, Sprecherin von BAU.GENIAL, einer Informationsplattform führender österreichischer Baustoff-erzeuger. Dreh- und Angelpunkt ist der rasche Umstieg von massiven Konstruktionen auf Leichtbau mit Holz, so das Ergebnis der wissenschaftlichen Studie "Eigenschaften und Potentiale des Leichtbaus" der TU Wien und der Versuchsanstalt Darmstadt. "Die Anforderungen an Bauwerke haben sich in den letzten Jahren dramatisch verändert", so Debartoli weiter. Die sprichwörtlich schnelllebige Zeit wirkt sich auch auf die Gebäudeerrichtung und -nutzung aus. Schließlich werden nicht nur die Errichtungszeiten immer knapper, sondern auch die Nutzungszeiten kürzer. Bei Wohnbauten wird die Nutzungsdauer auf 80-100 Jahre angesetzt, bei Bürobauten werden nur noch 30-50 Jahre Nutzungsdauer angenommen, bei Produktionsstätten sind es oft nur 10 Jahre oder weniger. Der Rückbau von Gebäuden, die Trennung einzelner Baustoffe und ihre Wiederverwendung gewinnen damit erheblich an Bedeutung. Aufgrund seiner Konstruktionsweise und Materialwahl ist der Leichtbau dafür erheblich besser geeignet als massive Varianten.

Ein weiterer Vorteil des Leichtbaus ist seine Effizienz in Sachen Passivhaus. Die Besonderheit des Leichtbaus besteht darin, dass eine dicke Dämmschicht schon in der tragenden Konstruktion liegt und durch weitere Wärmedämmmaßnahmen an der Außenwand noch ergänzt wird. "In Leichtbau errichtete Häuser weisen üblicherweise höhere Dämmstandards auf. Ihr Heizenergieverbrauch liegt im Durchschnitt um bis zu 22 % unter dem von Massivbauten", betont Debartoli und unterstreicht damit einmal mehr die Forderung nach Passivhausstandard im Hochbau.

Sieben Gründe für den Leichtbau

Die bereits erwähnte Studie listet im Kapitel Nachhaltigkeit sieben Gründe auf, die den Leichtbau besser bewerten als massive Bauweisen:

Leichtbauweisen verursachen um 50 % weniger Massenströme, das bedeutet weniger Rohstoffverbrauch, weniger Transportwege, weniger Energieverbrauch für die Errichtung von Gebäuden. Der Anteil des Baustoffs Holz wird erhöht, und damit der Anteil nachwachsender Material- und Energieressourcen. Die Versorgung erfolgt aus regional verfügbaren Quellen, damit bleibt auch die Wertschöpfung in der Region. Leichtbausysteme mit Holz sind einfach und wirtschaftlich demontierbar. Die eingebauten Baumaterialien können wieder verwendet werden, der Deponiebedarf wird geringer. Das eingebaute Holz ist wie ein eingebauter CO2-Speicher. Wird das Holz später verbrannt, gibt es nur genau so viel CO2 frei wie es zu seinem Wachstum benötigt hat. Deshalb ist der Baustoff Holz an sich CO2-neutral. Da er aber andere Baustoffe ersetzt, kann Holz beim Bau indirekt mehr CO2 einsparen als es selbst in sich trägt. Wird das Holz zu einem späteren Zeitpunkt thermisch verwertet, also verbrannt, ersetzt es fossile Energieträger und spart einmal mehr CO2 ein.

DI Dr. Adolf Merl, Autor des Kapitels Nachhaltigkeit in der Studie "Eigenschaften und Potentiale des Leichtbaus" weist anhand dreier Szenarien den klimarelevanten Effekt des Leichtbaus mit Holz nach. Er kommt dabei für die Stadt Wien zu dem Ergebnis, dass durch den vermehrten Einsatz von Holz bis zu 410.000 t CO2-Äquivalent jährlich eingespart werden könnten. Merl: "Die Stadt Wien strebt eine Reduktion der treibhauswirksamen Emissonen um 2 Mio. t. pro Jahr an. Der verstärkte Einsatz von Holzbauweisen kann 20 % davon einlösen.

Leserservice: Die Studie "Eigenschaften und Potentiale des Leichtbaus", Schwerpunkt Nachhaltigkeit, steht im Internet zum Download zur Verfügung: www.baugenial.at/publikationen

BAU.GENIAL ist eine gemeinsame Initiative der acht führenden Baustoffhersteller Heraklith AG, Knauf GmbH, Lafarge Gips GmbH, Saint-Gobain RIGIPS Austria GmbH, Rockwool HandelsgesmbH, Saint-Gobain ISOVERr Austria GmbH, Ursa Dämmsysteme Austria GmbH und Xella TrockenbausystemeGmbH/Fermacell.

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