- 06.12.2007, 13:04:43
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LEICHT BAUen für den KLIMASCHUTZ
Wien (OTS) - Im Kyoto-Protokoll hat sich Österreich dazu
verpflichtet, den CO2-Ausstoß um 13 % unter das Niveau von 1990 zu
senken. Tatsächlich aber liegt der CO2-Ausstoß heute 18 % über diesem
Niveau. Ein deutlicher Schwenk zu mehr Leichtbau mit Holz könnte
Österreichs Klimaschutz einen Riesenschritt voranbringen.
Die österreichische Bauwirtschaft erarbeitet 6 % des
Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig produziert sie 60 % des
Abfallaufkommens. Ein Drittel der jährlich 90 Millionen Tonnen
Kohlendioxid, die Österreich in die Atmosphäre bläst, stammen aus dem
Gebäude- und Bausektor. 43 % des gesamten Ressourcenverbrauchs in
Österreich entfallen auf die Bauwirtschaft, das sind rund 90 Mio.
Tonnen Material pro Jahr.
"Wo viele Ressourcen und viel Energie verbraucht werden, lassen
sich auch viele Ressourcen, viel Energie und damit viele Emissionen
einsparen", betont DI Zdenka Debartoli, Sprecherin von BAU.GENIAL,
einer Informationsplattform führender österreichischer
Baustoff-erzeuger. Dreh- und Angelpunkt ist der rasche Umstieg von
massiven Konstruktionen auf Leichtbau mit Holz, so das Ergebnis der
wissenschaftlichen Studie "Eigenschaften und Potentiale des
Leichtbaus" der TU Wien und der Versuchsanstalt Darmstadt. "Die
Anforderungen an Bauwerke haben sich in den letzten Jahren dramatisch
verändert", so Debartoli weiter. Die sprichwörtlich schnelllebige
Zeit wirkt sich auch auf die Gebäudeerrichtung und -nutzung aus.
Schließlich werden nicht nur die Errichtungszeiten immer knapper,
sondern auch die Nutzungszeiten kürzer. Bei Wohnbauten wird die
Nutzungsdauer auf 80-100 Jahre angesetzt, bei Bürobauten werden nur
noch 30-50 Jahre Nutzungsdauer angenommen, bei Produktionsstätten
sind es oft nur 10 Jahre oder weniger. Der Rückbau von Gebäuden, die
Trennung einzelner Baustoffe und ihre Wiederverwendung gewinnen damit
erheblich an Bedeutung. Aufgrund seiner Konstruktionsweise und
Materialwahl ist der Leichtbau dafür erheblich besser geeignet als
massive Varianten.
Ein weiterer Vorteil des Leichtbaus ist seine Effizienz in Sachen
Passivhaus. Die Besonderheit des Leichtbaus besteht darin, dass eine
dicke Dämmschicht schon in der tragenden Konstruktion liegt und durch
weitere Wärmedämmmaßnahmen an der Außenwand noch ergänzt wird. "In
Leichtbau errichtete Häuser weisen üblicherweise höhere Dämmstandards
auf. Ihr Heizenergieverbrauch liegt im Durchschnitt um bis zu 22 %
unter dem von Massivbauten", betont Debartoli und unterstreicht damit
einmal mehr die Forderung nach Passivhausstandard im Hochbau.
Sieben Gründe für den Leichtbau
Die bereits erwähnte Studie listet im Kapitel Nachhaltigkeit
sieben Gründe auf, die den Leichtbau besser bewerten als massive
Bauweisen:
Leichtbauweisen verursachen um 50 % weniger Massenströme, das
bedeutet weniger Rohstoffverbrauch, weniger Transportwege, weniger
Energieverbrauch für die Errichtung von Gebäuden. Der Anteil des
Baustoffs Holz wird erhöht, und damit der Anteil nachwachsender
Material- und Energieressourcen. Die Versorgung erfolgt aus regional
verfügbaren Quellen, damit bleibt auch die Wertschöpfung in der
Region. Leichtbausysteme mit Holz sind einfach und wirtschaftlich
demontierbar. Die eingebauten Baumaterialien können wieder verwendet
werden, der Deponiebedarf wird geringer. Das eingebaute Holz ist wie
ein eingebauter CO2-Speicher. Wird das Holz später verbrannt, gibt es
nur genau so viel CO2 frei wie es zu seinem Wachstum benötigt hat.
Deshalb ist der Baustoff Holz an sich CO2-neutral. Da er aber andere
Baustoffe ersetzt, kann Holz beim Bau indirekt mehr CO2 einsparen als
es selbst in sich trägt. Wird das Holz zu einem späteren Zeitpunkt
thermisch verwertet, also verbrannt, ersetzt es fossile Energieträger
und spart einmal mehr CO2 ein.
DI Dr. Adolf Merl, Autor des Kapitels Nachhaltigkeit in der Studie
"Eigenschaften und Potentiale des Leichtbaus" weist anhand dreier
Szenarien den klimarelevanten Effekt des Leichtbaus mit Holz nach. Er
kommt dabei für die Stadt Wien zu dem Ergebnis, dass durch den
vermehrten Einsatz von Holz bis zu 410.000 t CO2-Äquivalent jährlich
eingespart werden könnten. Merl: "Die Stadt Wien strebt eine
Reduktion der treibhauswirksamen Emissonen um 2 Mio. t. pro Jahr an.
Der verstärkte Einsatz von Holzbauweisen kann 20 % davon einlösen.
Leserservice: Die Studie "Eigenschaften und Potentiale des
Leichtbaus", Schwerpunkt Nachhaltigkeit, steht im Internet zum
Download zur Verfügung: www.baugenial.at/publikationen
BAU.GENIAL ist eine gemeinsame Initiative der acht führenden
Baustoffhersteller Heraklith AG, Knauf GmbH, Lafarge Gips GmbH,
Saint-Gobain RIGIPS Austria GmbH, Rockwool HandelsgesmbH,
Saint-Gobain ISOVERr Austria GmbH, Ursa Dämmsysteme Austria GmbH und
Xella TrockenbausystemeGmbH/Fermacell.
Rückfragehinweis:
Pressestelle BAU.GENIAL
senft&partner, 1020 Wien, Praterstraße 25a/13
Tel.: 01/219 85 42-23, mailto:[email protected]
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