• 06.12.2007, 09:55:44
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Pilzinfektionen: Preis der modernen Medizin?

Neue Waffe im Kampf gegen tödliche Pilzinfekte nun auch in Österreich erhältlich

Pilzinfektionen: Preis der modernen Medizin? 
im Bild:

Wien (OTS) - Dank medizinischer Errungenschaften wurden selbst
schwere Erkrankungen wie Krebs oder HIV gut behandelbar. Doch der
Fortschritt hat auch seinen Preis: Im Zuge der Therapie wird das
Immunsystem geschwächt, was zur Folge hat, dass es sich gegen eine
Besiedelung von harmlosen Erregern nicht mehr wehren kann. Schwere
Pilzinfektionen (Mykosen) sind eine immer häufigere und
lebensbedrohliche Konsequenz. Mit Anidulafungin 1) steht seit Anfang
Dezember eine wichtige Bereicherung im Kampf gegen Mykosen auch in
Österreich zur Verfügung.

Die Haut des Menschen ist mit einer Vielzahl von Mikroorganismen
wie z.B. Pilzen besiedelt, die somit ständige Begleiter des Menschen
sind. "Der Mensch besitzt grundsätzlich eine gute Anpassungsfähigkeit
an Pilze und reagiert nur selten mit Krankheit", so Univ.-Prof. Dr.
Cornelia Lass-Flörl vom Department für Hygiene, Mikrobiologe und
Sozialmedizin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Mögliche
Auswirkungen auf die Gesundheit sind allergische Reaktionen, eine
Reizung der Atemwege oder Infektionen. Letztere werden je nach
Ausprägung in oberflächlich und systemisch (den ganzen Körper
betreffend) unterschieden. Lass-Flörl: "Oberflächliche
Pilzinfektionen sind leicht zu erkennen, harmlos und abgesehen von
Juckreiz und leichten Schmerzen auch kaum spürbar. Gefährlich wird
eine Pilzbesiedelung nur dann, wenn sich der Erreger im ganzen Körper
ausbreitet und innere Organe befällt."

In den letzten zwanzig Jahren stieg die Häufigkeit schwerer
Pilzinfektionen (Mykosen) dramatisch an. "Pilzinfektionen haben sich
zu einem ernsten Gesundheitsproblem entwickelt", so Lass-Flörl. Diese
Tatsache ist zu einem überwiegenden Teil die Kehrseite des
medizinischen Fortschritts. "Dank der verbesserten diagnostischen und
therapeutischen Möglichkeiten konnte die Lebenserwartung von Menschen
mit schweren Erkrankungen gesteigert werden. Eine
intensivmedizinische Behandlung, Chemotherapie, Organtransplantation,
Antibiotika-Therapie oder auch schwere operative Eingriffe haben zur
Folge, dass die Abwehrkräfte geschwächt werden. Der Organismus wird
gegenüber Erregern wie Pilze anfällig, die für Gesunde keinerlei
Gefahr darstellen", beschreibt OA Dr. Agnes Wechsler-Fördös,
Antibiotika- und Hygienebeauftragte der Krankenanstalt
Rudolfstiftung, Wien die Hintergründe der kontinuierlich steigenden
Zahl an Betroffenen.

Eine Pilzinfektion bedeutet für diese Patienten Lebensgefahr - die
Sterberate liegt bei rund 50%, kann unter Umständen sogar auf fast
100% ansteigen. Ein erfolgreicher Kampf gegen eine schwere
Grundkrankheit ist umsonst, wenn der Patient schließlich an einer
Pilzinfektion verstirbt.

Keine Zeit verlieren!

Eine systemische Pilzinfektion kann schon innerhalb weniger
Stunden lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. "Das Überleben hängt
wesentlich vom Zeitpunkt des Therapiebeginns ab", so Wechsler-Fördös.
"Die Gabe des richtigen Präparates ist in diesem Fall eine
"Reanimationsaktion" und das, was die beste Überlebenschance bietet".
Die Diagnose ist allerdings schwierig, denn die Infektion beginnt oft
schleichend und die Symptome sind meist nicht eindeutig. Zudem reicht
eine Methode nicht aus, eine Kombination mehrerer aufwändiger
Testverfahren ist notwendig und kostet wertvolle Stunden.

Dieser Wettlauf gegen die Zeit, die Vielfalt der
Krankheitserreger, schwere Nebenwirkungen und Wechselwirkungen vieler
Medikamente, zunehmende Resistenzen gegenüber den eingesetzten
Therapeutika etc. machen die Behandlung zur ständigen
Herausforderung. Die Entwicklung neuer Substanzen und Wirkansätze ist
deshalb von großer Bedeutung.

Neue Chance Anidulafungin

Eine wichtige therapeutische Bereicherung im Kampf gegen die
lebensbedrohlichen Mykosen ist nun auch in Österreich erhältlich.
Anidulafungin ist der zweite Wirkstoff aus der Klasse der
Echinocandine und wird in der Therapie schwerer Infektionen durch den
Hefepilz Candida zum Einsatz kommen, der in 70 bis 90% der Fälle für
invasive Mykosen verantwortlich ist. Die Ergebnisse einer
randomisierten Doppelblindstudie 2) zeigten eine signifikante
Überlegenheit von Anidulafungin gegenüber dem Standardmedikament
Fluconazol. Es war das erste Mal, dass ein signifikanter
Wirksamkeitsvorteil (75,6% vs. 60,2%) eines neuen Antimykotikums
gegenüber einem Standardregime nachgewiesen werden konnte. Dieses
Ergebnis hat eine erhebliche klinische Tragweite, da Fluconazol
bisher gerade bei Candida albicans-Infektionen als eine
Therapieoption der Wahl gilt. Anidulafungin weist überdies eine gute
Verträglichkeit auf. Es konnten bisher keine relevanten
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten festgestellt werden.

Pfizer: Vorreiter in der Entwicklung von Antiinfektiva

Das weltweit größte pharmazeutische Unternehmen Pfizer blickt auf
eine lange Erfolgsgeschichte in der Entwicklung von Medikamenten zur
Behandlung von Infektionskrankheiten zurück, die mit der
Massenherstellung von Penicillin Anfang der 1940-er Jahre begann.
"Pfizer kann heute eine breite Produktpalette mit innovativen
Wirkstoffen für die Behandlung von Infektionen vorweisen. Mit einem
derartigen Angebot kann bis heute kein anderes pharmazeutisches
Unternehmen aufwarten", so Dr. Tobias Eichhorn, Medical Director von
Pfizer Österreich.

1) Hinweis für medizinische Fachmedien: Ecalta(R)
2) Reboli AC et al. N Engl J Med. 2007 14;356:2472-82

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