"Einheitsbrei" - ProSiebenSat.1 Sender in Österreich schockiert über diffamierende Wortwahl der Medienministerin Bures

Wien (OTS) - Die für Medien zuständige Bundesministerin Bures hat laut APA-Meldung im Rahmen einer Fragestunde des Nationalrats vor "deutschem Einheitsbrei" im TV gewarnt und so eine Gebührenerhöhung für den ORF gerechtfertigt.

Corinna Drumm, Geschäftsführerin von Sat.1 Österreich, ist schockiert: "Der Sager von Ministerin Bures zeugt von einer Undifferenziertheit und Polemik. Ich bin sprachlos, wie eine Medienministerin sich derart im Ton vergreifen kann. Wir erwarten uns eine faire Behandlung aller Marktteilnehmer!"

Die Sender der ProSiebenSat.1 Gruppe in Österreich leisten -entgegen der augenscheinlichen Ansicht von Ministerin Bures - einen wertvollen und wichtigen Beitrag zur österreichischen Wirtschaft und zum österreichischen Rundfunkmarkt.

So produzieren die Sender im Rahmen eigener österreichischer Programmlizenzen bereits seit vielen Jahren eigene österreichische Programmfenster, darunter die "ProSieben AustriaNews", "Café Puls", Österreichs erstes Frühstücksfernsehen oder die Special Interest Magazine von Sat.1 Österreich wie etwa "Go! Das Motormagazin" oder das Multimediamagazin "connect it". Die Sender tragen damit entscheidend zur Medienpluralität hierzulande bei.

Vergleicht man den Anteil an eigenproduzierten Programmen mit Österreich-Bezug, so kommen die Sender unter der Woche sogar auf einen höheren Anteil als etwa ORF1, der sein Programm hauptsächlich durch amerikanische Spielfilme und Serien bestreitet. In diesem Licht betrachtet ist die Unterstützung einer Gebührenerhöhung des ORF, um die österreichische Identität zu fördern, absurd und widersinnig.

Darüber hinaus leisten die österreichischen Töchter der deutschen TV-Sender auch einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung in Österreich. Im Bereich TV-Werbung schaffen und sichern sie Arbeitsplätze in einer Größenordnung von 200 direkten und über 2.000 indirekten Mitarbeitern.

Markus Breitenecker, Geschäftsführer von ProSieben Austria: "Wir werden hier als 'die Bösen' dargestellt und dabei als Feigenblatt instrumentalisiert, um eine Gebührenerhöhung des ORF zu rechtfertigen - die jedoch in der derzeitigen Situation schlicht nicht rechtfertigbar ist. Die Lösung kann sicher nicht bei uns gefunden werden, denn wir sind an der Lage des ORF nicht schuld!"

Drumm und Breitenecker betonen abschließend unisono: "Wir erwarten, dass Ministerin Bures - deren Aufgabenbereich alle Medien in Österreich einschließt und nicht nur den ORF - ihre Aussage zurücknimmt und die realen Verhältnisse am TV-Markt zur Kenntnis nimmt: Einen marktbeherrschenden ORF auf der einen Seite - mit einem Marktanteil von immer noch fast 40%, von dem jedes andere Unternehmen nur träumen kann, und dem Privileg der Gebührenfinanzierung, der sich der Liberalisierung des Rundfunkmarkts zu widersetzen versucht. Und die Privatsender auf der anderen Seite, die in einem verzerrten Wettbewerbsumfeld versuchen, ein duales System zu etablieren und Meinungsvielfalt zu sichern."

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