AK Erfolg: Handy defekt - Konsument bekam Geld zurück!

Wiener Gericht gab AK in einem Musterprozess Recht

Wien (OTS) - Kaputtes Handy - Produktfehler oder nicht? HandynutzerInnen kämpfen oft mit Beweisproblemen und werden dann mit "leider ein Wasserschaden" abgespeist. Jetzt bekam ein Konsument mit Hilfe der AK für sein schadhaftes Handy den Kaufpreis ersetzt. Die AK hat in einem Musterverfahren vom Bezirksgericht für Handelssachen in Wien Recht bekommen: Feuchtigkeit war zwar ins Handy eingedrungen, den Handydefekt verursacht hat aber ein Fehler in der Elektronik. Die AK erwartet sich von den Anbietern ein reibungsloses Gewährleistungsservice. Der Weg zum Gericht muss Ausnahme bleiben, da Prozesskosten und Aufwand in keinem Verhältnis zum Streitwert stehen:
zweijähriger, teurer Gerichtsstreit um einen Handypreis von 99 Euro!

Ein defektes Handy ist ein häufiger Streitanlass. Produktfehler oder hat der Handynutzer den Schaden verursacht? Reklamiert der Käufer und pocht gegenüber dem Händler auf seine Gewährleistungsrechte, bekommt er nicht selten zu hören, dass es leider ein Wasserschaden sei. Deshalb sei keine kostenlose Reparatur möglich.

Ein Konsument hatte bei einer Handelskette ein Handy um 99 Euro gekauft. Doch bald schaltete sich das Gerät immer wieder von selbst aus. Der Konsument beanstandete den Mangel - eine kostenlose Reparatur folgte. Kurz darauf tauchte derselbe Fehler wieder auf. Das Geschäft lehnte die kostenlose Fehlerbehebung mit der Begründung ab, dass es ein Feuchtigkeitsschaden sei, den der Konsument offenbar selbst verursacht hätte. Der Konsument bestritt das. Das Reparaturservice konterte, auch Handschweiß könne Schäden hervorrufen. Ein Foto des Handyinneren zeigte tatsächlich Korrisionsschäden.

Der Konsument wandte sich an die AK Konsumentenberatung um Hilfe. Da der Händler sich nicht einsichtig zeigte, führte die AK ein Musterverfahren. Das Bezirksgericht für Handelssachen in Wien entschied gestützt auf ein Sachverständigengutachten, dass zwar Feuchtigkeit in das Handy eingedrungen war, dadurch aber das Handy nicht kaputt wurde. Und: Der Konsument muss gegen Rückgabe des fehlerhaften Handys sein Geld zurückbekommen. Zur Fehlerursache wurde festgestellt: Handys besitzen eine komplizierte Elektronik. Die Hauptplatine besteht zB aus bis zu zehn Schichten mit untereinander verbundenen Leiterbahnen. In Ausnahmefällen können produktionsbedingt Verbindungen, zB bei starken Temperaturunterschieden, auch nur für kurze Zeit unterbrochen sein. Mängel treten dann sporadisch auf und sind später schwer nachweisbar. Typisch: Das Handy schaltet sich gelegentlich automatisch aus.

AK Rechtstipp: In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf muss der Händler beweisen, dass die Ware beim Verkauf in Ordnung war. Für die restliche Gewährleistungsdauer (insgesamt zwei Jahre) trägt der Konsument die Beweislast, dass die Ware bereits bei der Übergabe mangelhaft war.

Rückfragen & Kontakt:

Doris Strecker
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2677
tel.: (+43)664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001