EAG-Börsegang: Gehaltsverdoppelung für Vorstand

Frais: "Lukrative Aussichten bedeuten automatisch persönliche Befangenheit"

Linz (OTS) - In der Größenordnung des Landeshauptmanns (16.000 Euro/Monat) bewegt sich derzeit das monatliche Gehalt von Energie AG-Generaldirektor Windtner. Aufs Jahr umgerechnet entspricht das zirka 224.000 Euro. Das durchschnittliche Generaldirektor-Einkommen bei Unternehmen an der Wiener Börse (ATX) beträgt laut aktuellen Daten der Personalberatungsfirma Neumann International hingegen 943.100 Euro im Jahr 2007. "Ob der Generaldirektor der Energie AG nach dem Börsegang das Vierfache seines bisherigen Gehalts bekommen wird, ist ungewiss, eine Verdoppelung seines bisherigen Landeshauptmann-Gehalts ist aber aufgrund der Börse-Usancen durchaus realistisch. Angesichts solch lukrativer Aussichten fällt es einem Generaldirektor naturgemäß schwer, den Börsegang des Unternehmens völlig unbefangen zu beurteilen", so SP-Klubobmann Frais.

Die 943.100 Euro Jahreseinkommen von ATX-Generaldirektoren setzen sich aus einem Fixum von durchschnittlich 489.300 Euro und Sonderzahlungen im Ausmaß von durchschnittlich 453.800 Euro zusammen. Die Höhe der Sonderzahlungen wird häufig entsprechend dem Gewinn des Unternehmens ermittelt. Dazu fällt auf, dass Windtner bereits im September 2007 bei einer Pressekonferenz in Wien angekündigt hat, den Gewinn (EBIT) der Energie AG in Richtung 200 Millionen Euro verdoppeln zu wollen. Auch Umsatz und Dividenden sollen laut Windtner kräftig gesteigert werden - gemäß den üblichen Berechnungsmethoden der Sonderzahlungen für ATX-Generaldirektoren würde das dem EAG-Vorstand finanziell außerordentlich zu Gute kommen.

Neben der Prämie für die Börsebanken im Ausmaß von 22 Millionen Euro und der millionenschweren Glühwürmchen-Werbekampagne in ganz Österreich steht nun mit der Gagenexplosion bei der Position des Generaldirektors ein dritter massiver Kostenpunkt des EAG-Börsegangs im Raum. "Alle drei Kostensteigerungen haben gemeinsam, dass sie den oberösterreichischen Energie AG-Kunden überhaupt nichts bringen und trotzdem von den oberösterreichischen Energie AG-Kunden ungefragt bezahlt werden müssen. Umso frivoler ist es daher von Pühringer und Anschober, mit ihrer Politik alle diese Kosten zu verschulden, bevor überhaupt die Bürgerbefragung über den Börsegang der Energie AG stattgefunden hat. Die Strommillionen der Oberösterreicher werden aus parteitaktischem Kalkül von ÖVP und Grün unsinnig verpulvert", kritisiert der SP-Klubobmann.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (o732) 7720-11313PÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DS40001