• 29.11.2007, 09:20:28
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FORMAT: Bahn-Chef Huber kommt wegen Immobilien-Geschäft seiner Frau unter Druck

Horst Pöchhacker fordert Aufklärung im Aufsichtsrat - Rechnungshof will prüfen, Proteste von SP und Grünen

Wien (OTS) - ÖBB-Chef Martin Huber kommt wegen eines
Immobiliengeschäftes seiner Frau Barbara Huber-Lipp im Dunstkreis von
ÖBB und Telekom Austria unter Druck. Das berichtet das
Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner morgen, Freitag, erscheinenden
Ausgabe. Laut dem Magazin fordert nun ÖBB-Aufsichtsratspräsident
Horst Pöchhacker eine Aufklärung Hubers vor dem Kontrollgremium.
"Hier sind einige Fragen offen", sagte Pöchhacker gegenüber FORMAT.

Wie berichtet hat Huber-Lipp im März 06 über eine Besitzgesellschaft
Anteile an einem Wiener TA-Palais um knapp sechs Millionen Euro
erworben, um sie jetzt, bloß zwanzig Monate später, höchst lukrativ
um elf bis zwölf Millionen weiterzuverkaufen, schreibt FORMAT.

Laut dem Magazin würden nun immer mehr Details bekannt, die auf eine
Verquickung des Geschäftes mit den ÖBB hindeuten. Nicht nur ist
Bestbieter ausgerechnet die Seeste Bau, ein ÖBB-Partner-Unternehmen
am Wiener Hauptbahnhof. Auch der von Huber-Lipp im Zuge eines
Dachausbaus beschäftigte Architekt Albert Wimmer ist laut seiner
Homepage für die ÖBB tätig, unter anderem ebenfalls am Hauptbahnhof.

Martin Huber war gegenüber FORMAT zu keiner Stellungnahme bereit.
"Ich kommentiere Geschäfte meiner Frau nicht."

Klären muss der ÖBB-Aufsichtsrat nun auch die Rolle des
Steuerberaters Josef Ischepp bei dem Deal. Ischepp hält 75 Prozent
der Projektentwicklungsgesellschaft "Schillerplatz 4" treuhändisch.
Für wen ist unklar, und damit auch, wer mit Huber-Lipp verdient,
schreibt FORMAT. Die Grün-Abgeordneten Gabriela Moser geht in einer
parlamentarischen Anfrage zur Causa davon aus, dass Ischepp auch
Martin Hubers privater Steuerberater ist.

Indessen geht TA-Vizechef Rudolf Fischer vorsichtig auf Distanz zu
Martin Huber, schreibt FORMAT. Fischer war wegen eines kolportierten
Naheverhältnisses mit Huber als potentieller Einfädler eines
möglichen Insiderdeals ins Gerede gekommen. Er sei nie für Immobilien
zuständig gewesen, wies er derartige Vorwürfe zurück. Intern lässt
Fischer durchblicken, dass sein Verhältnis zu Huber nicht so gut wie
angenommen sei, schon weil dieser seine (Fischers) Beteiligung an dem
umstrittenen Geschäft nie klar dementiert habe, schreibt FORMAT.

Tatsächlich sei der Deal in die Verantwortung des inzwischen
ausgeschiedenen TA-Finanzvorstandes Stefano Colombo, inzwischen
Cheffinanzer der RHI, gefallen, schreibt FORMAT. "Wegen der Bedeutung
der Immobilie für die TA waren damals sehr viele Abteilungen
involviert", so Colombo auf FORMAT-Anfrage. Wer sich hinter der
Käufergesellschaft verberge, habe er zu keinem Zeitpunkt gewusst.

SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter ersucht jedenfalls in einem
offenen Brief Franz Fiedler, Präsident des Beirates von Transparency
International - Austria um Aufmerksamkeit für den Deal, so das
Magazin. Kräuter befürchtet "gefährliche Beispielwirkung" und
"Nachteile für Steuerzahler".

Rückfragehinweis:
FORMAT-Wirtschaft, Bernhard Salomon, 0699 12556776

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