- 28.11.2007, 17:00:53
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Die Anästhesie ist ein Herzstück der modernen Universitätsmedizin
Wien (OTS) - Nach Pressemeldungen und öffentlich ausgetragenen
Diskussionen über die Umstände der Abberufung des Leiters der Klinik
für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie an der
Wiener Universitätsklinik und Gerüchten über weit reichende
Veränderungen der Strukturen im AKH, möchten die Anästhesistinnen und
Anästhesisten wieder mehr das Selbstverständliche hervorgehoben
wissen: "Natürlich ist immer die Betreuung, Sicherheit und
Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten das allererste Ziel und
diesen gilt auch derzeit die ganze Aufmerksamkeit und Konzentration"
betont Univ. Prof. Dr. Stephan Kapral, Anästhesist am AKH und
Präsident der ÖGARI - der Österreichischen Gesellschaft für
Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin. Bei ihm und seinen
Kolleginnen und Kollegen ist die Sorge entstanden, es könnte durch
die Berichterstattung in der Öffentlichkeit der Eindruck entstehen,
dass Patienten unter diesen universitären Auseinandersetzungen leiden
- "Alle Anästhesisten agieren im Dienste der Patienten. Wir wollen
nicht, dass die Anästhesie ins Gerede kommt und dadurch vielleicht
Patienten verunsichert werden" unterstreicht er und weist auf die
Vielfalt und integrative Leistungsbreite des Faches Anästhesie hin.
Ein Auseinanderdividieren einzelner Bereiche kann nur zu einem
Verlust von entwickelten Synergien und wissenschaftlicher Kompetenz
führen.
Das Arbeitsfeld der Anästhesisten ist auf vier Säulen aufgebaut:
Es umfasst die allgemeine und lokale Anästhesie, die Anästhesisten
sind dafür verantwortlich, dass Patienten auf Operationen
vorbereitet, während dieser betreut und danach in der Aufwachphase im
Rahmen der postoperativen Schmerztherapie versorgt werden.
In der Intensivmedizin - einem der Hauptaufgabenfelder der
Anästhesie geht es um die Aufrechterhaltung der Basisfunktionen
lebenswichtiger Organe (wie Atmung, Kreislauf, Niere). Aufwändige
Medizintechnik, hochwirksame Medikamente und die Abstimmung und
Koordination mit den anderen Spezialisten und (auch) Angehörigen
erhöhen das Niveau der Betreuung der Patienten, um das Österreich von
vielen anderen Ländern der EU beneidet wird.
In der Notfallmedizin, die der Intensivmedizin eng verwandt ist,
muss unter extrem schwierigen Rahmenbedingungen schnell und richtig
entschieden werden. Zuallererst müssen die Vitalfunktionen erhalten
werden, dazu wird zu einem großen Teil das methodische Repertoire der
Intensivmedizin genutzt.
Die Bedeutung der Anästhesisten in der Notfallmedizin zeigt sich
u.a. an der Tatsache, dass vor allem Anästhesieabteilungen die
Notfallmedizin mitbetreuen.
Besonderen Wert legt man bei der ÖGARI auf das Einüben schneller
Interventionen: "Wir konzentrieren uns besonders auf das Training des
Herzalarms und der Notfallmedizin, und führen mehrmals pro Woche
Kurse für Ärzte und Studenten nach den Richtlinien des ARC (Austrian
Resuscitation Council) durch, damit möglichst viel am Simulator geübt
werden kann", so Univ. Prof. Dr. Stephan Kapral.
Die vierte Säule im Bereich der Anästhesie bildet die
Schmerztherapie/Palliativmedizin. Hier versucht man alles, um das
Leid der Patienten zu lindern und durch die unterschiedlichen
Therapien die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Die Anästhesie ist eine "sprechende Medizin", nur so kann eine
Vertrauensbasis mit Patienten und Angehörigen geschaffen werden, die
hilft, den Patienten vor Operationen die Angst vor dem Eingriff zu
nehmen, sie optimal vorzubereiten und nach Operationen zu begleiten
und zu betreuen. All dies leisten Anästhesisten Tag für Tag im
Klinikalltag in vielen Krankenhäusern Österreichs ohne dafür
besonders ins Rampenlicht gerückt zu werden.
Österreichische Anästhesisten sind gefragte Vortragende bei
Kongressen wie dem ESA (European Society of Anasthaesia), ESICM
(European Society of Intensive Care Medicine), ASA (American Society
of Anestesiologists) und internationalen Großkongressen anderer
Fächer.
"Wir bilden viele Spitzenanästhesisten aus, die im Gegensatz zu
anderen Ländern Europas auch nach der Ausbildung noch gerne in ihrer
Heimat arbeiten, aber auch aufgrund ihrer Topausbildung international
in Leitungsfunktionen berufen werden", sagt Univ. Prof. Dr.
Claus-Georg Krenn, Obmann der Bundesfachgruppen für Anästhesie und
Intensivmedizin der Ärztekammer Österreichs, denn "aufgrund der Größe
und der breiten Spezialisierung unseres Faches können wir unseren
Patienten sehr viel Know-how zur Verfügung stellen und auch an
Kollegen anderer Fachbereiche weitergeben". In vielen Institutionen
hat die Anästhesie und Intensivmedizin daher einen bemerkenswerten
Anteil an so genannten medizinischen Spitzenleistungen oder ist für
diese verantwortlich.
Eine besondere medizinische Spitzenleistung wird in einigen
österreichischen Einrichtungen erbracht: Regionalanästhesie auch für
Kinder
Nur in speziellen Zentren werden so genannte "Blockaden" auch bei
Kindern durchgeführt, d.h. es werden unterschiedliche
Regionalanästhesiemethoden eingesetzt, um bestimmte Nervenstämme zu
betäuben. Diese Methode der Anästhesie - die viel Know-how erfordert
- ist sehr schonend. "Bei Kindern sind periphere Blockaden - d.h.
auch die Blockade aller Nerven - wie beim Erwachsenen möglich",
betont Prof. Kapral.
Laufend werden Anästhesieverfahren weiterentwickelt, um den
Patienten die individuell bestmögliche Narkose und eine optimale
postoperative Behandlung anbieten zu können, und tragen dazu bei,
dass Anästhesie und Intensivmedizin heute eine Versorgung von
Patienten erlaubt, an die vor wenigen Jahren noch nicht zu denken war
und dies unter ständig steigender Sicherheit und wachsendem Komfort
für Patienten.
Rückfragehinweis:
Univ. Prof. Dr. Stephan Kapral, Präsident der ÖGARI: Tel.: 43/1/406 48 10 Univ. Prof. Dr. Claus-Georg Krenn, Bundesfachgruppenobmann der Ärztekammer Österreichs für Anästhesie und Intensivmedizin mailto:office@oegari.at
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