• 28.11.2007, 11:34:00
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Wehsely: Neue Leistung für persönliche Assistenz in Wien

"Pflegegeldergänzungsleistung bringt mehr Eigenständigkeit für Menschen mit körperlicher Behinderung"

Wien (OTS) - Wien schnürt ein neues und zeitgemäßes
Betreuungspaket für Menschen mit Behinderung. Ab April 2008 wird es
in Wien eine neue Unterstützungsleistung geben, mit der sich
behinderte Menschen eine persönliche Assistenz für die
Alltagsbewältigung finanzieren können.

Bereits seit April 2006 wird im Rahmen des Projekts "Persönliche
Assistenz" mit 21 Personen ein neues Modell erprobt und begleitend
evaluiert. Menschen mit Behinderung erhalten eine monatliche
finanzielle Förderung zur Finanzierung einer persönlichen Assistenz,
die für die gewünschte Tagesgestaltung benötigt wird. Mit 31. März
2008 endet das Modellprojekt. Weitere 90 Menschen erhalten bislang
die sogenannte 'Erhöhte ambulante Monatspauschale' - eine
pauschalierte Zahlung in Höhe von 1.400 Euro als
Unterstützungsleistung.

Nun wird in Wien eine dauerhafte Unterstützungsleistung für
diese Zielgruppe geschaffen: die "Pflegegeldergänzungsleistung für
persönliche Assistenz". Die Höhe dieser Leistung errechnet sich am
tatsächlichen Betreuungsbedarf (in Stunden) und orientiert sich
außerdem an der Pflegegeldstufe.****

WienerInnen mit körperlicher Behinderung im erwerbsfähigen
Alter, die Pflegegeld der Stufen 3 bis 7 beziehen, in einem
Privathaushalt leben, für die keine SachwalterInnen bestellt sind und
die eine hohe Selbstverwaltungskompetenz haben, können die neue
Leistung beziehen. Nach einer Prüfung ihrer jeweiligen Lebensumstände
können sie, wenn sie eine Arbeit oder Ausbildung haben oder
anstreben, ab April 2008 die "Pflegegeldergänzungsleistung für
Persönliche Assistenz" in Anspruch nehmen. Dasselbe gilt, wenn sie
eine Berufsunfähigkeitspension oder Kindergeld beziehen. Die neue
Leistung ist vorerst bis Ende 2011 befristet und wird begleitend
evaluiert.

Konkret ermöglicht die Stadt Wien Menschen mit Behinderung
persönliche Assistenz in den Bereichen Haushalt, Körperpflege,
Erhaltung der Gesundheit, Mobilität, Kommunikation und Freizeit. Die
"Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz" (PAA) wird weiterhin durch
den dafür zuständigen Bund angeboten.

Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely am Mittwoch im
Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit FSW-Geschäftsführer
Peter Hacker: "Ich freue mich ganz besonders, dass es künftig ein
weiteres Unterstützungsangebot gibt, das Wienerinnen und Wienern
ermöglicht, trotz einer körperlichen Behinderung voll am
gesellschaftlichen Leben teilzuhaben."

Die neue 'Pflegegeldergänzungsleistung" ist an eine
(angestrebte) Integration in den Arbeitsmarkt gebunden, "weil Arbeit
einer der zentralen Schlüssel zur Selbstbestimmung und Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben ist", erklärte Wehsely. Ein weiterer Vorteil
des neuen Modells liege in der massiven Entlastung von Angehörigen.
Der Fonds Soziales Wien geht davon aus, dass in Wien 130 Personen
Bedarf anmelden werden.

"Menschen mit Behinderung sind die höchstqualifizierten
Expertinnen und Experten in eigener Sache. Wenn es finanziell machbar
ist, dann ist es nur logisch, dass sie ihr Leben selbst organisieren.
Diese Wahlfreiheit umfasst selbstverständlich auch die Frage, ob die
AssistentInnen von den Betroffenen als ArbeitgeberInnen oder über
externe DienstleisterInnen beschäftigt werden", erklärte
FSW-Geschäftsführer Peter Hacker.

Stadt Wien als Vorreiterin

"Die Vorgabe an den Fonds Soziales Wien lautete, in diesem
komplizierten Bereich eine Lösung zu schaffen, die den individuellen
Bedürfnissen gerecht wird. Die neue 'Pflegegeldergänzungsleistung'
unterstützt unsere KlientInnen bei der Organisation ihres Lebens. Der
bisherige BezieherInnenkreis von Persönlicher Assistenz wird dadurch
deutlich ausgeweitet", erklärte Hacker.

Die Vielfalt der Angebote im Behindertenbereich bleibt dabei
erhalten und wird um diese neue zielgruppenspezifische Leistung
erweitert. Durchlässigkeit und Flexibilität der Systeme sind
weiterhin gewährleistet. "Die Stadt Wien habe sich hier zu einem
großen und mutigen Schritt entschlossen", so Hacker.

"Durch die Einführung dieser neuen Unterstützungsleistung
unterstreicht die Stadt Wien ihre Rolle als Vorreiterin im
Behindertenbereich. Klar ist aber auch: Es geht hier um eine
Ergänzungsleistung zur Bundeskompetenz 'Pflegegeld'. Ohne eine nach
oben offene Pflegegeldstufe wird es mittelfristig nicht gehen", so
Wehsely. "Was die Integration behinderter Menschen in den
Arbeitsmarkt betrifft, so erwarte ich mir, dass auch Wirtschaft und
Arbeitsminister ihre Verantwortung verstärkt wahrnehmen", so die
Wiener Stadträtin.

Wie wird die Pflegegeldergänzungsleistung berechnet?

Die Höhe der Leistung richtet sich nach dem persönlichen
Betreuungsaufwand in Stunden und orientiert sich an der jeweiligen
Pflegegeldstufe. Im Vordergrund steht die individuelle Bedarfsprüfung
nach klar definierten Kriterien. Pro ermittelter Stunde erhalten die
Betroffenen 16 Euro (laut Kollektivvertrag der Berufsvereinigung von
Arbeitgebern für Gesundheit- & Sozialberufe), um die persönliche
Hilfskraft zu entlohnen. Die zweckentsprechende Verwendung der Mittel
ist nachzuweisen. (Schluss) lac

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   Mag.a Marianne Lackner 
   Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely 
   Tel.: +43 1 4000 81238 
   mobil: + 43 676 8118 69549 
   mail: marianne.lackner@wien.gv.at
   
   Flo Winkler
   Pressesprecher Fonds Soziales Wien
   Tel.: 01/ 4000/ 66 312
   Handy: 0676 / 8118 66312
   E-Mail: flo.winkler@fsw.at

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