• 26.11.2007, 12:29:52
  • /
  • OTS0150 OTW0150

Hausgemeinschaften bringen noch mehr Gemütlichkeit im Heim

Salzburger Soziallandesrätin Scharer präsentierte neues Modell für Wohngemeinschaften

Salzburg (OTS) - In Fachkreisen wird bereits intensiv darüber
debattiert - Wohngemeinschaften für Senioren. Das sogenannte
"Hausgemeinschaften"-Modell wurde bereits in einigen europäischen
Ländern erfolgreich getestet. Noch weitgehend unbeachtet von der
öffentlichen Meinung, beginnt anhand dieser Beispiele ein
Umdenkprozess in den österreichischen Seniorenheimen. In den
vergangenen Jahren drehten sich die Anstrengungen des Landes darum,
Quantität und Qualität der Betreuung zu sichern, also genügend neue
Heime und Heimplätze zur Verfügung zu stellen und das
Ausbildungsniveau der Pflegekräfte zu heben. Mit Erfolg: Salzburg hat
die höchste Bettendichte und die besten Betreuungsstandards aller
österreichischen Bundesländer. "Der neue Trend heißt jetzt, bei
gleichbleibender Qualität der Pflege unsere Heime noch wohnlicher und
gemütlicher für die Senioren zu machen, mehr 'Normalität' auch im
Heim garantieren zu können", erläuterte heute, Montag, 26. November,
Sozialreferentin Landesrätin Erika Scharer in einem
Informationsgespräch die neuen Ziele im Seniorenbereich.

Es gebe bereits jetzt in den Seniorenheimen viele Entwicklungen in
diese Richtung. Gemeinschaftsräume sollen die Kontakte beleben,
Gemütlichkeit und heimische Atmosphäre werden in den Heimen groß
geschrieben. Das Hausgemeinschaften-Modell gieße diese Trends in ein
konsequent durchdachtes Gesamtkonzept, sowohl baulich als auch im
organisatorischen Ablauf, berichtete Scharer. In Österreich gibt es
seit kurzem ein Beispielprojekt der evangelischen Diakonie in Graz.

Baulich unterscheidet sich ein Hausgemeinschaften-Wohnheim von den
übrigen Konzepten vor allem durch den Verzicht auf die zentrale
Küche, durch eine Unterteilung in kleine, überschaubare Wohneinheiten
und durch die Ausrichtung auf den Wohn-Gemeinschaftsraum. "Keine
langen Korridore mehr, sondern zwölf Wohnungen, die alle in einen
Gemeinschaftsraum münden. Das belebt die Kommunikation und die
Kontaktdichte enorm", berichtet Landesrätin Erika Scharer von ihren
Erfahrungen mit dem neuen Modell. Während die Einzelzimmer als
Rückzugsmöglichkeit und Privatraum auch für die Pflege dienen, spielt
sich das Leben im
Gemeinschaftsraum ab - Küche integriert. "Allein das belebt enorm.
Die Senioren müssen überlegen, was sie essen wollen, können
'bestellen', selber aktiv werden oder Tipps zu ihrem Lieblingsgericht
geben. In der WG ist immer etwas los, ob es jetzt die Aktivität beim
Kochen ist oder die sonstigen Programme. Und Aktivität hält aktiv,
darauf kommt es uns besonders an", schildert Scharer den Alltag in
einer Hausgemeinschaft. Jede 12er-WG verfügt auch über die notwendige
Infrastruktur - Pflegebäder, ein Büro für die Pflegekräfte, etc.
Sechs solcher Hausgemeinschaften bilden eine vergleichbare Struktur
wie die jetzigen Seniorenheime.

Die neue Struktur verlangt auch neue Organisationsformen. Fixer
Bezugspunkt für die Bewoh-ner ist der/die "Alltagsmanager/in",
der/die für die Gestaltung des Alltags verantwortlich ist,
Aktivitäten organisiert oder eine Tagesstrukturierung bietet. Aber
auch das Kochen gehört zu den Aufgaben der Alltagsmanager. Die Pflege
arbeitet bedarfsorientiert und überwachend, Pflegeleistungen werden
diskret abgewickelt. Die Alltagsmanager möglichst mit
Altenfachbetreuer- oder Pflegehelfer-Ausbildung unterstützen das
diplomierte Personal. Der Vorteil der WG-Struktur ist die
Konzentration auf wenige fixe Bezugspersonen, denen mehr Zeit für die
Beziehungsarbeit bleibt. Durch den Verzicht auf zentrale Küchen,
besondere "Stationen", eigene Gemeinschaftsräume und durch schlanke
Verwaltung ist das Hausgemeinschaften-Modell von den Kosten her
durchaus mit anderen Seniorenheimen vergleichbar.

"Das Hausgemeinschaftsmodell entwickelt viele innovative Ansätze,
die wir bereits jetzt in unseren Heimen haben, eher weiter als dass
es sie neu erfindet. Wirklich neu ist dabei, dass alles in einem
geplanten baulichen Ganzen stattfindet, das speziell auf diese neuen
Ideen ausgerichtet ist", resümierte Scharer über das Modell.
Gemeinschafts- und Begegnungsräume, kleine Kochnischen, verstärkte
Konzentration auf Aktivierung durch belebte Alltagsgestaltung - all
das gebe es bereits, so Scharer, neu sei die komplette Ausrichtung
eines Hauses auf diese Innovationen. "Mein Ziel ist es, unsere
Partner, Bürgermeister und Betreiber, von dem Modell zu überzeugen,
damit wir 2008 bereits eine Gemeinde finden, die ihren Neubau an
diesen Prinzipien ausrichtet", betonte Scharer. Das Land setze dabei
auf Überzeugungsarbeit und die Wirkung des guten Beispiels, niemand
werde dazu gezwungen, dieses bestimmte Modell zu verwirklichen. "Mir
ist es nur wichtig, dass Salzburg weiterhin das Nummer-eins-Land in
der Pflege bleibt, in dem auch neue Wege beschritten werden. Wir
dürfen uns nicht auf unserer guten Qualität ausruhen, die Pflege ist
eine junge, sehr lebendige Disziplin, die uns in den nächsten
Jahrzehnten hoffentlich noch viele neue Erkenntnisse bringen wird. Da
heißt es offen bleiben für neue Wege."

Rückfragehinweis:
Landespressebüro Salzburg
Dr. Roland Floimair
Tel.: (0662) 80 42 / 23 65
mailto:[email protected]
http://www.salzburg.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SBG

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel